Vor 40 Jahren: Ausbau des Binger LochsFoto: WSA Bingen

Vor 40 Jahren: Ausbau des Binger Lochs

Christian Tiedt 

12.10.2014, Lesezeit: 1 Minute

Die Strömung im Binger Loch ist auch heute noch eindrucksvoll – aber harmlos im Vergleich mit den Gefahren, die dort früher auf die Schiffer lauerten.

Über Jahrhunderte hinweg hatten die Rheinschiffer bei Bingen mit einem tückischen Felsenriff zu kämpfen, das sich dort quer durch den Fluss zog. Erst im 17. Jahrhundert gelang es, eine sieben Meter weite Öffnung in das unschiffbare Bollwerk zu brechen: das Binger Loch. Mehr war es zwar zunächst tatsächlich nicht, aber immerhin konnten jetzt überhaupt Kähne passieren – wenn sie sich trauten, denn die Chroniken berichteten weiterhin von dramatischen Schiffbrüchen. Erst mit dem beginnenden Industriezeitalter und neuen technischen Möglichkeiten konnte man das "Loch" erweitern, zunächst 1832 auf 23 Meter Breite, 1894 dann auf 30 Meter. Doch erst ab 1966 ging man daran, das ganze Riff abzutragen, immerhin 60 000 Kubikmeter Fels. 1974 erfolgte die Eröffnung der seitdem auf 120 Meter Breite ausgebauten Strecke. Der Schrecken hatte ein Ende, der Name ist geblieben.