St. Lucia St. Lucia

Törn: St. Lucia und St. Vincent / Karibik

Windward Islands

Bodo Müller am 07.01.2018

Mit dem Charterkatamaran erkundeten wir die „Inseln über dem Winde“ von Saint Lucia bis zu den Grenadinen

Fotostrecke: St. Lucia und St. Vincent

Mein Gott, ist das heiß! Das Thermometer am Marina Office in Rodney Bay auf St. Lucia zeigt 88 Grad Fahrenheit im Schatten – immerhin 31 Grad Celsius. Auf unserem Powercat 514 von The Moorings, den wir für elf Tage gechartert haben, surrt die Klimaanlage. "At sea it isn’t that hot", beruhigt uns Techniker Alex während der Einweisung und wischt sich mit dem T-Shirt selbst den Schweiß aus dem Gesicht. Schon wegen der Temperaturen muss man in der Karibik vieles entspannter sehen als in Deutschland. Der Check-in und die Reviereinweisung brauchen aber Zeit, denn die Gewässer um die Insel sind anspruchsvoll.

Rund um die Uhr weht der Passat stramm aus Nordost. Darum gibt es an der Ostküste, wo der offene Atlantik in meterhoher Brandung an den Felsen zerstaubt, auch keine Buchten, in denen man sicher ankern kann.

Wohin soll die Reise gehen? Alex erklärt uns, dass der Inselstaat St. Lucia, der zur Kette der Kleinen Antillen zählt, in Nord-Süd-Richtung nur 24 Meilen misst und wenige Törnziele bietet. "Schöner ist es im Gebiet der Grenadinen – und dort ganz besonders in den Tobago Cays etwa 92 Seemeilen südöstlich von hier".

Auf der Seekarte erklärt er uns genau, in welcher Bucht wir wie festmachen sollen und was uns dort erwartet. Sicherheit für Schiff und Crew haben bei ihm höchste Priorität. Alle anderen Buchten, die er nicht empfiehlt, sollen wir – aus nautischen oder sonstigen Gründen – besser meiden. Also entscheiden wir uns, den Törn in den südlichen Nachbarstaat St. Vincent and the Grenadines auszudehnen.

Am späten Nachmittag lassen wir die Rodney Bay Marina im Nordwesten von St. Lucia achteraus. Da es bereits kurz nach 18 Uhr schnell dunkel wird, lassen wir schon zwei Seemeilen nördlich der Hafenausfahrt in Lee von Pigeon Island auf sechs Metern das Eisen fallen. Am bewaldeten Ufer steht ein Holzhaus mit grünem Dach, das "Jambe de Bois", was soviel bedeutet wie "Holzbein".

Es hält die Erinnerung an den französischen Piraten François le Clerc wach, der so genannt wurde und im 16. Jahrhundert zwischen Kuba und Panama auf Beutezug ging. Hier auf Pigeon Island hatte er seinen Stützpunkt.

Piraten sieht man zwar heute keine mehr, zumindest solche mit Holzbein. Dafür kann man im "Jambe de Bois" Yachties aus der ganzen Welt treffen. Die Stimmung ist super. Für drei Essen inklusive karibischer Drinks zahlen wir 170 East Caribbean Dollar (EC$) – etwa 55 Euro.

Auf nach Süden! Wir passieren die Inselhauptstadt Castries mit Airport, Verladekais und Ölhafen. Wenige Meilen weiter südlich folgt die Marigot Bay, einer der schönsten Naturhäfen der Karibik. Der innerhalb der von Bergen umgebenen Bucht liegende Marigot Harbour gilt als sicheres Versteck bei Wirbelstürmen. Ein vorgelagerter Strand mit Kokospalmen dient als natürliche Hafenmole.

Die gesamte Törnreportage von St. Lucia zu den Grenadinen lesen Sie in der Februar-Ausgabe von BOOTE, die es ab dem 17. Januar 2018 im Handel gibt. Abonnenten natürlich schon eher.

Bodo Müller am 07.01.2018