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Arbeitskreis warnt vor Schwarz-Charter

BVWW am 17.04.2012

Gefahr durch schwarze Charterangebote: Der Arbeitskreis Charterboot (AKC) warnt erneut vor erheblichen Problemen für Bootsbesitzer und Charterkunden.

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Gefahr Schwarz-Charter: Vorsicht vor verlockenden Angeboten in Kleinanzeigen!

Manches sehr verlockende Charter-Angebot kann schlimm enden. Auf Probleme mit der seit Jahren unverändert hohen Zahl an „Schwarz-Charterangeboten“ weist der Arbeitskreis Charterboot (AKC) im Bundesverband Wassersportwirtschaft hin. „Sowohl Vercharterern als auch deren Kunden drohen sowohl finanzielle Konsequenzen als auch Konflikte mit Behörden.“ Das erklärte Reinhard Klemme, Vorsitzender des AKC.

Zumeist in Kleinanzeigen werben Bootsbesitzer um Interessenten für Kojencharter oder bieten gleich das komplette Schiff an. Beim Erstkontakt klingen die finanziellen Konditionen fantastisch. Die geforderten Summen liegen in der Regel erheblich unter den marktüblichen Preisen. Der Grund ist zumeist, dass es sich um private Angebote handelt, bei denen manchmal überdies der Anschein erweckt wird, dass eine professionelle Firma im Spiel ist. Reinhard Klemme: „Dann ist besondere Vorsicht geboten.“

Denn reguläre Charterschiffe müssen erheblich mehr Bedingungen erfüllen als private Boote. Für die Kojencharter müssen die Schiffe von der BG Verkehr abgenommen werden und der Schiffsführer hat eine besondere Befähigung nachzuweisen. Ist das nicht der Fall, drohen bei einem möglichen Unglück Sanktionen von der Staatsanwaltschaft und der Verlust der Versicherungsdeckung.

Bei der Vermietung kompletter Schiffe sind ebenfalls Regeln zu beachten. Alle zwei Jahre muss das Wasser- und Schifffahrtsamt das Schiff abnehmen. Die Ausrüstung, beispielsweise Rettungswesten, Rettungsinseln und Pyrotechnik sowie Feuerlöscher, ist im Gegensatz zu privat genutzten Schiffen zwingend vorgeschrieben. Die Wartungsintervalle sind peinlich genau zu beachten.

Mehr noch: Charterboote benötigen eine höhere Versicherungspolice – eine normale Haftpflicht oder Kasko reicht nicht aus. „In einem Schadensfall können private Vermieter da böse finanzielle Überraschungen erleben“, so Klemme. Und wenn es ums Geld geht, sind auch Konflikte mit den Kunden vorprogrammiert.
Weil manche Eigner nicht offen als Privatleute auftreten, sondern den Eindruck erwecken, mit der Vercharterung habe alles seine Richtigkeit, gibt der AKC Tipps, wie die „schwarzen Schafe“ außer an extrem günstigen Preisen noch zu erkennen sind: Der „Unternehmensauftritt“ im Internet, auf Briefpapier oder auf Flyern wirkt oft nicht sehr professionell. Es fehlen die korrekte Unternehmensbezeichnung, verantwortliche Ansprechpartner, USt-ID und Steuernummer, Bankverbindung  oder ggf. auch Handelsregisternummern und die Gesellschaftsform.

Wichtig sei es für Interessenten, sich  in Zweifelsfällen immer das Bootszeugnis zeigen oder sich eine Kopie schicken zu lassen. Die Kopie der Versicherungspolice ist ebenso ein Indiz. Außerdem sollte man darauf achten, dass sich die Sicherheitsausrüstung in einem ordnungsgemäß gewarteten Zustand an Bord befindet.

Weitere Auskünfte sind zu bekommen beim Arbeitskreis Charterboot, Geschäftsstelle.

BVWW am 17.04.2012