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Reise: Elbe-Oder

Transitstrecke - Teil 3

Jürgen Straßburger am 26.11.2017

Nur 500 m sind es von der Jahrtausendbrücke über die Ritterstraße zum Altstädtischen Markt, wo vor dem historischen Rathaus mal wieder ein Roland steht. Nach 500 m in entgegengesetzter Richtung erreicht man über die Hauptstraße die spätgotische Katharinenkirche, den Molkenmarkt und das Einkaufszentrum am Neustädtischen Markt. Der sehenswerte, auf einer Havelinsel erbaute Dom liegt weitere 700 m vom Molkenmarkt entfernt.
Wer Diesel oder Benzin fürs Boot braucht, fährt in die Marina Schoners Wehr, die über den urigen Brandenburger Stadtkanal erreichbar ist.

Der Stadtkanal führt auch zurück zur Unteren Havel, in die man rund einen Kilometer oberhalb der Schleuse Brandenburg einfährt. Auf halbem Weg zur Schleuse liegt am rechten Ufer Havel Marin, ohne Frage der feinste Hafen der Stadt, mit komplettem Service und Restaurant, aber schon ein wenig abseits.

Halten wir fest: Brandenburg und die Brandenburger Havelseen sind eine Urlaubsregion für sich und weit mehr wert als nur einen "One-Night-Stand".

Zwischen Brandenburg und Ketzin mäandert das ursprüngliche Flussbett der Havel wie eine schmückende Girlande mal nördlich, mal südlich um die gut betonnte und ziemlich gerade verlaufende Fahrrinne. Eine solche "Schleife" ist auch die gut 3 km lange Ketziner Havel, die bei km 36 von der Unteren Havel abzweigt und bei km 36,8 wieder in sie einmündet. Da wir zu Berg fahren, nutzen wir die Einmündung als Einfahrt in die Ketziner Havel.
2 km später passieren wir die Steganlage des Seesportclubs Ketzin am rechten Ufer. 200 m oberhalb davon machen wir an der städtischen Steganlage vor der Havelpromenade fest, einer soliden Schwimmsteganlage mit begehbaren Seitenstegen (Wasser, Strom, Duschen, WC).

Obwohl die Stadt kaum touristische Sehenswürdigkeiten zu bieten hat, sind die Gastplätze an der Havelpromenade – wohl wegen der tollen Uferlage – äußerst begehrt. Für die abendliche Stärkung empfiehlt sich das Restaurant "Am Markt" (Fried­­richstraße 8, 400 m) mit gutbürgerlicher deutscher Küche. Zum Edeka (Rathausstraße 2) sind’s 500 m.

Drei Havelkilometer östlich von Ketzin führt der Sacrow-Paretzer Kanal auf kürzestem Weg nach Berlin: 16 Kanalkilometer sind’s bis zum Jungfernsee und jener denkwürdigen Brücke, die einst dem Austausch von Spionen diente und die heute wieder Potsdam mit Berlin verbindet: die Glienicker Brücke. Über die Potsdamer Havel dagegen beträgt die Strecke knapp 29 Kilometer – aber wer will am herr­lichen Revier der Potsdamer Havelseen vorbeifahren? Wer Werder und Potsdam ignorieren? Für die Potsdamer Havelseen gilt das Gleiche wie für die Brandenburger Havelseen: ein perfektes Revier für einen kompletten Bootsurlaub.

Gastliegeplätze gibt es in den zahlreichen Häfen ohne Ende. Und zwei Stationen sind ein Muss: die "Inselstadt" Werder und natürlich Potsdam.

Selbst wenn man wenig Zeit hat, sollte man in Werder den im nördlichen Nebenarm  der Havel, genannt Föhse, liegenden Wasserwanderrastplatz ansteuern (PHv-km 12,3 LU). Von hier sind es nur 300 m zur Brücke, die das Festland mit Werder verbindet. Ein Bummel durch die romantischen Gassen mit ihren Fischerhäusern, vorbei an der alten Bockwindmühle (Kirchstraße 6/7) und der Heilig-Geist-Kirche (Kirchstraße 9) bis zur Uferpro­menade an der Havel und vielleicht der Einkehr ins Fischrestaurant "Arielle" (Fischerstraße 33): Das könnte zu einem
unvergesslichen Ereignis werden.

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Jürgen Straßburger am 26.11.2017