Mecklenburgische Großseenplatte Mecklenburgische Großseenplatte

Reise: Mecklenburgische Großseenplatte

Große Freiheit

Christian Tiedt am 07.08.2018

Weiter Wasserflächen und keine Schleusen: Die Mecklenburgische Großseenplatte ist für einen Törn zum Entspannen wie gemacht

Dichter Urwald und lichte Moore bedeckten dieses Land, als die Obotriten vor mehr als eintausend Jahren von Osten kamen, um sich zwischen Elbe und Oder anzusiedeln. Lange davor hatten die Gletscher der Eiszeit hier nicht nur sandige Höhenzüge und sumpfige Niederungen hinterlassen, sondern auch unzählige Seen mit ihrem Schmelzwasser geformt.

Eines dieser Gewässer war jedoch ungleich größer als alle anderen in der Umgebung: Selbst an klaren Tagen war das jenseitige Ufer nur ein dunkler Strich und Stürme konnten solche Wellen aufpeitschen, dass die Boote auf dem Trockenen blieben. Das war kein See mehr, sondern ein kleines Meer! Morize auf Slawisch – Müritz.

Aber selbst wenn die Fischer noch heute ein Lied über ihre Launen singen können, entschädigen die schönen Tage für alle Wetterkapriolen. Denn wo sonst kann man binnen in Deutschland eine gute Stunde geradeaus steuern, ohne irgendwo anzustoßen? Höchstens noch auf dem Bodensee.

Und natürlich macht nicht nur die Müritz allein die Mecklenburgische Großseenplatte aus: Im Westen schließen sich Kölpinsee, Fleesensee und Plauer See an. Keine Schleuse stoppt die Fahrt von Plau am See, das bei Kilometer 120 der Müritz-Elde-Wasserstraße liegt, und Buchholz bei MEW-Kilometer 180.

Das macht sechzig entspannte Kilometer; an einem Stück, wenn man möchte. Viel mehr kann auch das „Schwäbische Meer“ nicht bieten. In diesem Jahr sparen wir uns deshalb die Schlange an der nächsten Sportbootwartestelle und wählen die „Große Freiheit“ für unseren Charter-Sommertörn im Nordosten.

Los geht’s in der Marina Eldenburg bei Waren, der Hauptbasis von Yachtcharter Schulz. Am Steg wartet schon „Serena“ auf uns, ganz in Weiß und nagelneu.

Mit dieser Stahlyacht vom Typ Schulz 37 wollen wir das Revier in der kommenden Woche erkunden. Da noch Gewitter angesagt sind, werden wir erst morgen starten und lassen uns nach Einweisung und Übergabe mit dem Einkaufen und Einräumen entsprechend Zeit.

Während im Süden Wolkentürme in eisige Höhe wachsen, machen wir es uns achtern in der warmen, aufgeladenen Luft bequem. Der erste Sherry geht natürlich über Bord – sicher ist sicher. Und siehe da: Das Donnergrollen bleibt fernab, auf uns fällt kein Tropfen.

Die vollständige Reise lesen Sie in der September-Ausgabe von BOOTE, die es ab dem 15. August 2018 im Handel gibt – für Abonnenten natürlich schon eher. Das Heft ist im DK-Shop erhältlich, oder Sie laden sich den Test direkt über den Link unten herunter.

Christian Tiedt am 07.08.2018