Pommersche Küste Pommersche Küste

Revier: Pommersche Küste / Polen

Bis zum Horizont - Teil 3

Christian Tiedt am 27.05.2018

REVIER

Die pommersche Küste Polens kommt besonders im Rahmen der "kleinen" oder "großen Ostseerunde" (bis Stockholm beziehungsweise Helsinki oder St. Peters­burg) für den Hinweg infrage. Auf der etwa 200 Seemeilen langen Strecke vom Stettiner Haff bis zur Danziger Bucht liegen die Häfen dafür in regelmäßigen Abständen von etwa 25 bis 30 Seemeilen. Die Beschaffenheit der Küste ändert sich dabei kaum, der Sandstrand mit flachem Hinterland (und entsprechend flachem Küstenwasserstreifen) bleibt praktisch ununterbrochen. Abschnitte mit Steilufern (wie etwa westlich von Łeba) bilden die absolute Ausnahme.

NAVIGATION

Die Navigation entlang der Küste ist bei Tag weitgehend unproblematisch; bei Nacht ist ihr Verlauf mit einer Kette von Orientierungsfeuern gekennzeichnet, Ansteuerungen meist mit Richt- oder Leitfeuern, Molenköpfe und Hafeneinfahrten mit Torfeuern. Vorsicht: Da die meisten Häfen an Flussläufen liegen und die Zufahrt über deren Mündungen erfolgt, muss bei starkem auflandigem Wind im Bereich der Barre mit entsprechender Brandung gerechnet werden. Besonders in flachen Bereichen können außerhalb der Fahrwasser Fehltiefen in Bezug zu den Seekartenangaben auftreten. Zwei Verkehrstrennungsgebiete sind vor der Küste südlich der Stolpebank im Bereich zwischen Ustka und Łeba sowie in der Danziger Bucht ausgewiesen und müssen beachtet werden.

SEENOTRETTUNG

In Polen liegt der SAR-Dienst auf See (Morska Służba Poszukiwania i Ratownictwa) im staatlichen Zuständigkeitsbereich: Insgesamt gibt es 14 Rettungsstationen, die entweder mit Seenotrettungsbooten oder -kreuzern ausgestattet sind. Für die Koordination der Einsätze sind das MRCC Gdynia (Gdingen) und das untergeordnete MRSC Świnoujście (Swinemünde) zuständig. Die Alarmierung erfolgt über UKW-Kanal 16 (Arbeitskanal: 11) oder telefonisch: +48/58/620 55 51 (MRCC Gdynia), +48/91/321 59 29 (MRSC Świnoujście). www.sar.gov.pl

RUSSLAND

Die Seegrenze zwischen dem EU- und Schengenstaat Polen und der zur Russischen Föderation gehörenen Exklave Kaliningrad (Königsberg) verläuft im öst­lichen Bereich der Danziger Bucht. Das Befahren der russischen Hoheitsgewässer ist innerhalb der 12-Seemeilen-Zone nur auf den bezeichneten Schifffahrtswegen erlaubt. Spätestens bei der Einfahrt ist eine Anmeldung auf UKW-Kanal 16 bei den russischen Grenztruppen Pflicht, um über die eigenen Absichten zu informieren. Im Hafen Baltijsk (Pillau) darf nur am Anleger der Grenzkontrolle festgemacht werden; für den Landgang in Kaliningrad muss für jedes Besatzungsmitglied ein gültiges Visum vorliegen.

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Christian Tiedt am 27.05.2018