Märkische Umfahrt Märkische Umfahrt

Revier: südliches Brandenburg

Die „Märkische Umfahrt“ – ein grüner Traum

Christian Tiedt am 30.03.2016

Dahme und Spree trennen an ihrem Oberlauf nur wenige Kilometer – was wäre, wenn man die beiden Wasserstraßen dort verbinden würde?

Fotostrecke: Märkische Umfahrt

Bei Köpenick, mit Ach und Weh, stürzt sich die Dahme in die Spree – so heißt es im Berliner Sprichwort über das Zusammentreffen der beiden Flüsse, wobei die Dahme an jener Stelle von Süden kommt und die Spree von Osten. Nur die Wenigsten wissen aber, dass sich die Gewässer schon vorher an ihren Oberläufen nicht nur bis auf wenige Kilometer annähern, nämlich bei Märkisch Buchholz, sondern dass sie dort sogar verbunden sind – über den Dahme-Umflutkanal. Dessen neun Kilometer langer Lauf wird allerdings von zwei Wehrstufen unterbrochen.

Wäre er dagegen durchgängig schiffbar, entstünde im Südosten der Haupstadt auf einen Schlag eine geschlossene rund 160 Kilometer lange Törnstrecke – die Märkische Umfahrt.

Die Dahme-Wasserstraße bis Märkisch Buchholz und die Obere Spree-Wasserstraße bis zum Schwielochsee, ganz nebenbei größter See Brandenburgs, wären keine Sackgassen mehr, sondern Teil eines zusammenhängenden Sportbootreviers, dessen nördliche Achse der wenig befahrene Oder-Spree-Kanal bilden würde.

Mehrere Interessensverbände vor Ort haben sich jetzt zu einer Arbeitsgemeinschaft zusammengeschlossen, um dieses Ziel zu erreichen. Mit einer für Kajüt- und kleinere Charterboote komplett schiffbaren Umfahrt soll die Attraktivität der ohnehin landschaftlich reizvollen Region für Sportbootfahrer gesteigert werden. Denn besonders die Obere Spree wird aufgrund ihrer abgeschiedenen Lage zumindest derzeit kaum angesteuert.

Wirtschaftliche Impulse erhofft man sich nebenbei auch für den landgestützten Tourismus – denn um die Wehrstufe bei Märkisch Buchholz zu überwinden, sieht das Konzept ein technisch äußerst innovatives Bootshebewerk vor.

Obwohl solche Vorhaben besonders in Zeiten eisernen Sparens auf öffentlicher Ebene nur schwer umzusetzen sind, verweisen die Initiatoren auf erfolgreiche vergleichbare Projekte, wie im Norden Brandenburgs oder im Lausitzer Seenland. Wir haben uns zwischen Dahme und Oberer Spree umgesehen und zeigen, was die Märkische Umfahrt Skippern und Crews bieten würde – und das ist eine ganze Menge. Weitere Projektinformationen: www.ag-wiso-brandenburg.de

Die Dahme-Wasserstraße

bildet die westliche Achse der Märkischen Umfahrt: Die Route beginnt in Schmöckwitz mit DaW-Kilometer 0,0 und führt dann über den Zeuthener See Richtung Königs Wusterhausen. Südlich des Berliner Autobahnrings schwenkt sie jedoch nach Südosten und passiert die Staustufe Neue Mühle. Nun ist man bereits mitten in der Natur, und auch wenn man hier (besonders in der Haupsaison) noch lebhaften Sportbootverkehr antrifft, bekommt man zwischen grünen Ufern viel Ruhe.

Noch idyllischer wird es nach Kilometer 26; denn auf den noch folgenden 14 Kilometern bis Märkisch Buchholz ist man derzeit noch immer fast ganz allein unterwegs.

Länge: 44 km vom Abzweig aus der Spree-Oder-Wasserstraße bis Märkisch Buchholz; Schleusen: 3; Höhe: 3,40 m; Tiefgang: 1,60 m (ab km 26: 1,20 m); Geschwindigkeit: 10 km/h (ab km 26: 8 km/h).

Die Storkower Gewässer

zweigen bei Kilometer 25 von der Dahme-Wasserstraße ab und bilden den ersten lohnenswerten Abstecher – eine Strecke, die auch fast jedes Charterboot in der Region nimmt. Nach schöner Strecke, auf der sich Kanalabschnitte und Seen abwechseln, wartet am Ende das Highlight: das "Märkische Meer" – der zehn Kilometer lange Scharmützelsee.

Der Kurort Bad Saarow am nördlichen Ende (mit seiner Therme) ist ein Muss, gut Liegeplätze findet man auch im Süden des Sees in Wendisch Rietz.

Länge: 33 km vom Abzweig aus der Dahme-Wasserstraße bis Bad Saarow; Schleusen: 3; Höhe: 3,76 m; Tiefgang: 1,40 m; Geschwindigkeit: 10 km/h (25 km/h auf Seen außerhalb des Uferstreifens).

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Christian Tiedt am 30.03.2016