Kieler Bucht Kieler Bucht

Ostsee-Journal

Kieler Bucht - Teil 2

Jürgen Straßburger am 05.06.2018

Am Hafenausgang liegt das Ostsee Info-Center (www.ostseeinfocenter.de), das neben diversen Veranstaltungen tiefe Einblicke in die Unterwasserwelt bietet. Ein Bummel über die Hafenpromenade führt rasch zum backsteinernen "Rundsilo", einem ehemaligen Getreidespeicher. Auf der Wasserseite überspannt die historische hölzerne Klappbrücke den

Binnenhafen. Zur Altstadtseite hin, dem einstigen Fischerquartier, beginnt am Speicher die Frau-Clara-
Straße, älteste Straße des Fischerkiezes, Eingang zur Fußgängerzone und heute Show- und Schaufenster feiner Genussmittel: die Bonbonkocherei in der Nr. 22  (www.bonbonkocherei.de),  die Spirituosenmanufaktur Clara Hof Destillerie (Nr. 26, www.clara-hof-destillerie.de) und die Feinschmeckerei im selben Haus (www.eckernfoerde-isst-schoen.de), wo es Fleisch von Wagyu-Rindern aus Schleswig-Holstein gibt.

Aber nicht Fleisch, sondern Fisch begründete im 18. Jahrhundert den ersten Wohlstand.Um die Frage, warum die Sprotten aus Eckernförde als "echte Kieler" verkauft wurden und werden, ranken sich viele Geschichten und Spekulationen. Vieles spricht dafür, dass die Sprotte originär eine Kieler Spezialität war, die später – unter Beibehaltung des Namens – auch in Eckernförde produziert wurde. Auch in der Frau-Clara-Straße 22 wurden Anfang des 20. Jh. noch Sprotten geräuchert.

Wir erin­nern uns: Heute gibt’s dort Süßes. Zu den beliebtesten Walzen der der Bonbonkocherei zählt indes eine schöne alte Fischwalze, in der die unterschiedlichsten Sprottenbonbons in Form gebracht und wie einst ihre geräucherten Vorfahren in alle Welt vertrieben werden. Der Tipp fürs beste Fischres­taurant am Ort von Hafenmeister Erich Adolf: die "Fischdeel". Ein absoluter Volltreffer. Aber ohne Anmeldung geht gar nichts! Kattsund 22, Tel. 04351/56 51, www.fischdeel.de

Von Hamburg kommend, war Eckernförde natürlich nicht unser "Erstkontakt" mit der Ostsee. Das war nach vier Tagen Fahrt über Elbe und Nord-Ostsee-Kanal die Kieler Förde. Hat man die Schleuse Kiel-Holtenau verlassen, läuft man in die Kieler Innenförde ein. Die erstreckt sich über gut fünf Seemeilen in Nord-Süd-Richtung vom Leuchtturm Friedrichsort bis zum Hörn, der südlichsten Hafenspitze Kiels. Zehn Sportboothäfen liegen an den Ufern der Innenförde, sechs am West-, vier am Ostufer. Acht davon mit insgesamt 1400 Liegeplätzen werden von der Sporthafen Kiel GmbH betrieben (www.sporthafen-kiel.de). Zählt man den Hafen Möltenort (310 Liegeplätze, www.hafen-moeltenort.com) und den Clubhafen Mönkeberg (200 Liegeplätze, www.wvm-online.de) hinzu, bietet die Innenförde 1910 Liegeplätze.

Das stellt jeden Skipper vor die Qual der Wahl. Meine Präferenz ist dabei eindeutig: Düsternbrook, der Olympiahafen von 1936 – noch halbwegs im Grünen, nah am Stadtzentrum und an der "Kiellinie". Er liegt 1,5 sm südlich der Schleuse Kiel-Holtenau im gleichnamigen noblen Villenvorort, eingerahmt von den Gebäuden des Instituts für Weltwirtschaft und dem weißen Clubhaus des Kieler Yacht­-Clubs (KYC).

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Jürgen Straßburger am 05.06.2018