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Reise: Ostfriesland

Teil 5 - Hauptfehnkanal und Ostrhauderfehn

Jürgen Straßburger am 21.12.2015

Gewissensfrage: Lohnt es sich, die Sagter Ems bis nach Strücklingen hinaufzufahren? Offen gesagt: nein. Weder der Ort, noch die etwas betagte Steganlage des WSV Strücklingen machen diesen sieben Kilometer langen Abstecher zum Muss. Nur knapp zwei Kilometer von der Einmündung in die Leda entfernt, liegt in der Sagter Ems unterhalb der Brücke Osterhausen die Steganlage des WSV Elisabethfehn (Wasser, Strom, Dusche, WC). Wer in ländlicher Abgeschiedenheit eine Nacht verbringen möchte, liegt hier richtig.

>>> Ein Abstecher auf dem Hauptfehnkanal

Echte friesische Fehndörfer kann man mit dem Boot nirgendwo besser "erfahren", als beim Abstecher auf dem Hauptfehnkanal. Wobei ich zugeben muss, dass wir das schönere Westrhauderfehn von Ostrhauderfehn im Sattel ansteuern. Warum? Weil wir an der Teilung des Kanals in West- und Ostarm im wahrsten Sinn "die Kurve nicht gekriegt" und uns an der Einbiegung in den Westarm im Modder festgefahren haben. Aus eigener Kraft wieder freigekommen, war uns ein zweiter Versuch zu mulmig und so richteten wir den Bug in den Ostarm – und auf die Schleuse Ostrhauderfehn.

Von nun an hatte Günter Lüken das Kommando: Bei echt friesischem Schweinewetter fungiert er als Schleusen-, Brücken- und Hafenwart und verschafft uns den einzigen Gastliegeplatz an der ge-klinkerten Kaimauer des alten Wendehafens von Ostrhauderfehn. Strom bekommen wir vom benachbarten Clubschiff "Osterfehn"  und frisch gezapftes Bier vom "Dampfschiff", dem ebenfalls im Wendehafen liegenden Gastronomiedampfer. Da lässt es sich verschmerzen, dass die nächsten Sanitäranlagen am Wohnmobil-Stellplatz (Hauptstraße 117), gut einen Kilometer entfernt sind. Dafür liegen Aldi und ein Combi-Markt um die Ecke und zur Score-Tankstelle sind es auch nur 400 m.

Die Leda zu Tal, vorbei an Leer, raus auf die Ems. Ablaufendes Wasser, West mit 3 bis 4 Beaufort. Da steht Wind gegen Strom und die schlickgraue Ems wirft kurze, hackige Wellen. Das dürfte unterhalb vom Ems-Sperrwerk in Gandersum Richtung Emden nicht besser werden. Also rufe ich die Schleuse Oldersum (UKW-Kanal 13), die bei Ems-km 30 in den ruhigen Ems-Seitenkanal und von dort über die Schleuse Borßum zum Ziel führt, nämlich zum Emder Binnenhafen.

"Wenn du Gas gibst, kommst du noch mit" verspricht der Schleusenwärter, und wenig später gesellen wir uns zu den schon in der Schleuse wartenden Booten. "Wenn ihr in den Emder Binnenhafen wollt, melde ich euch in Borßum an", sagt der freundliche Schleusenmeister. "Ihr braucht ungefähr eine Stunde". Mehr Service geht nicht. Nach genau 55 Minuten laufen wir in die bereits geöffnete Kammer in Borßum und wenig später in den Emder Industriehafen ein.

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Jürgen Straßburger am 21.12.2015
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