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Reise: Ostfriesland

Teil 8 - Ems-Jade-Kanal bis Aurich

Jürgen Straßburger am 21.12.2015

Nun fehlt noch die Ostausfahrt der Kesselschleuse, also der Ems-Jade-Kanal, die wichtigste Binnenverbindung zwischen Emden und Wilhelmshaven. Ende des 19. Jahrhunderts wurde er gebaut, weil Preußen seinen auf oldenburgischem Territorium gelegenen Kriegshafen Wilhelmshaven auf dem Wasserweg mit dem ebenfalls preußischen Ostfriesland verbinden wollte, um den Nachschub von Waffen und Munition aus dem Ruhrgebiet zu sichern. Der Kanal hatte also primär militärstrategische Bedeutung. Heute dient er jedoch so gut wie ausschließlich dem Tourismus.

>>> Der Ems-Jade-Kanal bis Aurich

Auf der 72 Kilometer langen Fahrt von Emden nach Wilhelmshaven ist Aurich nicht nur ein wichtiges, sondern auch sehenswertes Etappenziel: Die "heimliche Hauptstadt Ostfrieslands", über Jahrhunderte Residenz der ostfriesischen Fürsten, ab Mitte des 18. Jahrhunderts Regierungshauptstadt der preußischen Provinz Ost-friesland, nach dem Krieg Sitz der ostfriesischen Bezirksregierung. Heute ist Aurich "nur" noch Sitz des Landkreises, aber immer noch Heimat der "Ostfriesischen Landschaft", der wichtigsten Kulturinstitution der Region, die im Landschaftshaus am Georgswall untergebracht ist. Im hübschen Stadtkern kann man gemütlich bummeln und shoppen.

Der Auricher Hafen (EJK-km 25,5) wurde vor einigen Jahren komplett umgestaltet. Aus dem Betriebshafen der Schifffahrtsverwaltung wurde ein Sportboothafen mit 30 Liegeplätzen in komplett neuem Becken (Neuer Hafen) und Plätzen an einer Steganlage am Südufer des Kanals nördlich der Hafenbrücke. Wasser, Strom, und Sanitäranlagen sind vorhanden. Die Fäkalien-Absauganlage ist mangels Wassertiefe für "normale" Boote leider nicht erreichbar. Direkt am Hafen gibt es das empfehlenswerte Balkan-Restaurant "Jugoslavija". Zum Supermarkt im "Carolinenhof" (Fischteichweg) sind es 800 m.

Der Hafen von Wiesens oberhalb der gleichnamigen Schleuse (km 32,8) gilt als ländliche Alternative zu Aurich. Aber die dörfliche Infrastruktur ist so bescheiden, dass man wirklich wissen sollte, worauf man sich einlässt.
Die Steganlage des WSV Marcardsmoor (EJK-km 42,0) (www.wsv-marcardsmoor.de) ist ideal, wenn man am nächsten Morgen die Fahrt auf dem Nordgeorgsfehnkanal (NGFK) antreten will. Denn dieser Steg liegt nur 200 m westlich der Einmündung des NGFK in den EJK. Der parallel zum Ufer verlaufende Feststeg ist 240 m lang, bietet Wasser- und Stromanschluss sowie Duschen und WC im Clubhaus. Der "Schützenhof" an der Wittmunder Straße (600 m) ist ein einfacher Landgasthof mit rustikalem Essen. Gleich nebenan gibt es eine Straßentankstelle und eine Handkarre für den Kanistertransport beim WSV.

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Jürgen Straßburger am 21.12.2015
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