Ostfriesland Ostfriesland

Reise: Ostfriesland

Teil 9 - Nordgeorgsfehnkanal

Jürgen Straßburger am 21.12.2015

Für die Fahrt auf dem Nordgeorgsfehnkanal sollte man sich mindestens zwei Werktage vor dem gewünschten Fahrtantritt anmelden. So steht es auf der Internetseite des  Niedersächsischen Landesbetriebes für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz (www.nlwkn.de).

>>> Im Konvoi auf dem Nordgeorgsfehnkanal

Die angemeldeten Boote treffen sich zum vereinbarten Zeitpunkt an der Eingangsschleuse, in diesem Fall der NGFK VII (Wiesmoor Nord). Dabei passiert man die Schleuse NGFK VIII, die immer offen steht. Unser "Konvoi" besteht aus zwei Booten. Um 10 Uhr geht es los, Brücken und Schleusen werden wie von Zauberhand bedient. Ein "Moin" hier, ein "Moin" da, die herbe Herzlichkeit der Fehntjer Menschen kennt kein dummes Gequatsche, und  um 15 Uhr haben wir den Wartesteg vor der letzten Kanalschleuse NGFK I in Brückenfehn erreicht.

Erinnern Sie sich? Natürlich: Unterhalb dieser Schleuse ist der Kanal mit Anbindung an Jümme und Leda tidenabhängig und fällt bei Niedrigwasser sogar trocken. Und so sehen wir zwei Stunden vor Niedrigwasser viel Schlick und wenig Wasser im Kanalbett unterhalb. Wir müssen warten. Zum Glück ist unser "Begleitboot" mit einem heimischen Skipper besetzt, der nicht nur die Gewässer sehr gut kennt, sondern auch das hiesige Bedienungspersonal. Die Schleuserin verspricht eine Schleusung für 20 Uhr, was rund 3 Stunden vor Hochwasser und natürlich weit außerhalb normaler Betriebszeiten ist. Aber: Wenn nicht jetzt, hieße das, weitere 12 Stunden auf das nächste Hochwasser warten, mit erheblichen zeitlichen Konsequenzen für den weiteren Törnverlauf.

Warum? Weil am Ende des NGFK unmittelbar vor der Einfahrt in die Jümme in Stickhausen eine Straßen- und Eisenbahnbrücke liegt, die für uns nur bei Niedrigwasser zu passieren ist und selbst dann nur eine lichte Höhe von 2,65 m hat! Das nächste Niedrigwasser in Stickhausen ist morgen früh um 4.45 Uhr.

Rund eine Stunde brauchen wir von der Schleuse bis zum Wartesteg vor der Brücke. Hier ist jetzt bald Hochwasser und wir sehen den flachen Schlitz zwischen Wasser und Brückenunterkante. Noch ein Bier zur Beruhigung, dann legen wir uns aufs Ohr. Um vier Uhr ist Wecken angesagt: Es ist dunkler als erhofft. Die Brücken voraus sind nur zu ahnen. Unser Begleiter ist mit einem soliden Bordscheinwerfer ausgerüstet und übernimmt die Führung. In seinem Kielwasser bahnen wir uns unter den Brücken hindurch. Keine Ahnung, wieviel Platz wir noch nach oben haben.

Seite 9 / 10
Jürgen Straßburger am 21.12.2015
    Anzeige
  • Branchen News
    Anzeige
  • Das könnte Sie auch interessieren