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Europaweit

Main-Donau Kanal Teil 1

Jürgen Straßburger am 22.11.2011

Kurs auf Budapest: Begleiten Sie die BOOTE-Crew auf dem Main, der ­ersten Etappe mit Redaktionsboot „Troll“ auf dem Weg in die ungarische Hauptstadt.

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Der Weg nach Budapest, Teil 1

Vom Rhein in den Main einzufahren ist etwa so, als wenn man von einer viel befahrenen Autobahn in eine gemütliche Landstraße einbiegt: Es ist vorbei mit dem ­Gedränge und Gehetze der Kollegen von der Berufsschifffahrt. Entsprechend mäßig ist deren Sog und Wellenschlag. Aber auch die natürlichen Verhältnisse geben sich moderater: Der Main strömt nur schwach und beschert dem Skipper bei Manövern kaum Probleme. Alles in allem deutlich entspannteres Fahren als auf dem Rhein.

Wer allerdings Schleusen als Stress empfindet, wird es schwer haben, sich mit dem Main anzufreunden. 34 Staustufen auf 380 Kilometern sind kein Pappenstiel: im Schnitt alle elf Kilometer eine Schleuse.
Alle Schleusen außer Würzburg und Viereth besitzen neben den Kammern für die Großschifffahrt auch Sportbootschleusen, wobei die Kam­mergrößen der ersten sieben Bootsschleusen (Kostheim bis Kleinostheim) mindestens 3,50 m x 15 m betragen, ab Obernau bis Viereth jedoch nur noch mindestens 2,50 m x 12 m.

Zum Glück schreibt die Binnenschifffahrtsstraßenordnung nicht vor, dass Sportboote, die diese Abmessungen jeweils unterschreiten, auch tatsächlich die Sportbootschleusen benutzen müssen. Mit unserer 2,85 m breiten „Troll“ hätte das nämlich bedeutet, die ersten sieben Staustufen in Bootsschleusen überwinden zu müssen.
Davon haben wir aber schon nach der ersten Schleusung in der Bootsschleuse Kostheim die Nase voll. Ätzend langsam geht es in der mit Unrat übersäten Kammer nach oben, und wir verzichten auf weitere Kostproben: Ab sofort schleusen wir nur noch mit der Berufsschifffahrt.

Und das klappt aus zwei Gründen überaus perfekt: Ers­tens, weil die Berufsschifffahrt durchweg nicht wesentlich schneller fährt als wir mit ­unserem gemütlichen Verdränger, nämlich 12 km/h. Heißt, wir können uns jederzeit an
ein Berufsschiff dranhängen. Wenn das mal nicht klappt, greift zweitens: Rechtzeitig per Funk beim Schleusenwärter zur Bergschleusung angemeldet, haben wir es nicht ein einziges Mal erlebt, dass uns ein et-
was schneller vorankommendes Berufsschiff in der Schleuse ent­eilt wäre. Ist die Einfahrt für das vorausfahrende Güterschiff bereits freigegeben, hört man vom Schleusenwärter allenfalls die freundliche Aufforderung „Dann gib mal’n biss­chen Gas.“

Wenig später geht es gemeinsam durch die  Schleuse. Ein Lob auf die Schleuser Die Freundlichkeit der Schleusenwärter am Main, speziell im Umgang mit uns Sportboot­skippern, verdient ein besonderes Lob! Dazu gehört nach einer Anmeldung beispielsweise der Hinweis: „Sie können sich Zeit lassen, ich habe noch zwei Talfahrer.“ So einfach und doch nicht überall selbstverständlich. Am Main schon.Und wenn man in der Schleusenkammer festgemacht hat und dies dem Schleusenwärter meldet: „Sportboot ,Troll‘ liegt fest“, kommt mindestens ein „Danke“ zurück. Und oft genug auch: „Weiterhin gute Fahrt.“ Dies ist also ein überaus erfreuliches Kapitel eines Main-Törns.

Weniger Erfreuliches gibt es auch: nämlich die Erkenntnis, dass etliche hochattraktive Gemeinden es offensichtlich nicht hinbekommen, für SportbootCrews geeignete Liegestellen für einen Zwischenstopp zu schaffen. Die alte Schiffer- und Fischerstadt Wörth gehört dazu, aber auch das sehenswerte Rothenfels.
Der Gipfel aber von allem ist Würzburg, wo es die Kommunalpolitiker tatsächlich geschafft haben, den traditionsreichen Würzburger Yachtclub mit seinem prächtigen Steg ­direkt am Stadtzentrum im Oberwasser der Schleuse, den fragwürdigen Einnahmeerwartungen aus der Hotelschifffahrt zu opfern und den jetzt ehemaligen Würzburger Yachtclub nach Eibelstadt (Main-km 261,3) zu vertreiben.

Die Mitglieder des Clubs waren darüber so erzürnt, dass sie sogar den Namen änderten: Wassersportclub Eibelstadt. Immerhin ein Kompliment für diese Gemeinde, die darüber hinaus ja auch noch die Marina Lewandowski an ihrem Mainufer beheimatet.

Die ersten dreißig Kilometer des Untermains sind industriell geprägt und bieten optisch wenig Reize. Unser erster Übernachtungsstopp an einem privaten Steg in der Marina Griesheim (Oberwasser der Schleuse Griesheim) entstand durch eine zufällige Bootsbekanntschaft. Üblicherweise kann hier nur nach vorheriger Anmeldung bei Bootsbau Speck, dem Betreiber der Anlage, festgemacht werden (Tel. 069-35 81 56). Einziger Service: Strom. Es gibt weder Wasser noch Sanitäranlagen, dafür aber gute Einkaufsmöglichkeiten (200 bis 300 m) und im Res­taurant des Ruderclubs eine hervorragende Küche.

Oberhalb der Schleuse Griesheim beginnt das Stadtgebiet von Frankfurt, und zu meiner großen Überraschung gibt sich „Mainhattan“ aus der Fluss­perspektive bei strahlender Morgensonne recht attraktiv. Für einen Zwischenstopp in Frankfurt hat die Schwimmsteganlage der Wassersportfreunde Schauermänner (km 35,70 LU/Alte Brücke) die optimale Lage. Allerdings können hier nur Boote bis etwa 8 m Länge festmachen.
Damit sind wir beim nächs­ten schwierigen Kapitel dieses Reviers: Es gibt nur wenige Häfen, die für größere Boote ausgelegt sind.

Bis 10 m Länge geht es in Außen- oder Kopf­positionen gerade noch, darüber wird es aber schwierig, ­geeignete Liegeplätze mit Hafenservice zu finden. Kurzum: Das Revier ist für heutige Tourenyachten, deren Länge deutlich oberhalb von zehn Metern liegt, nicht gerüstet. Hinzu kommt, dass die wenigen öffentlichen Piers, die für größere Sportboote geeignet sind, meist abseits liegen und kei­nerlei Service bieten. Nicht einmal Wasser und/oder Strom. Der eindringliche Leserbrief eines niederländischen Boots­ehepaares (siehe BOOTE 10/08) spricht Bände: „Was ist los am Main? ... Bitte, schöne Gemeinden am Main: Tut etwas!“

Vor dem Hintergrund dieser Erfahrungen hat unser Redaktionsboot mit seinen acht Metern Länge das Idealmaß für dieses Revier. Skipper größerer Yachten sollten ihre Übernachtungsstopps sehr genau planen. Gute Hilfe dabei ist die „Gewässerkarte Main“ von An­dreas Saal (siehe Kasten Törnführer und Gewässerkarten), in der sehr genau angegeben ist, für welche Bootsgrößen ein Hafen geeignet ist.

In dem ruhigen und gut ­geschützten Sportboothafen Mainkur (km 46,90 RU) in der gleichnamigen ehemaligen Schleuse finden auch große Boote ohne Probleme einen Liegeplatz. Wasser und Strom am Steg sowie Sanitäranlagen. Wer einkaufen muss, nimmt die Fähre ans gegenüberliegende Ufer nach Rumpenheim.
Ein Gastboot bis 15 m Länge (einlaufend backbords an der Spundwand) und mehrere bis 10 m Länge verkraftet die Marina Untermain in Kahl am Main, der erste Hafen auf bayerischem Boden. Das Hafenbecken liegt sehr ruhig neben einem Campingplatz mit altem Baumbestand unweit der Flussmündung der Kahl. Neben Wasser und Strom am Steg ­sowie soliden Sanitäranlagen bietet Betreiber Lässig-Motor umfassenden Boots- und Motorenservice. Ins Städtchen läuft man rund 15 Minuten.

Es ist Mitte Mai, und dennoch sind wir auf dem rund 20 km langen Flussabschnitt von Kahl nach Aschaffenburg so ziemlich das einzige Sportboot. Erstaunlich, denn es ist Samstag und das Wetter, abgesehen vom kräftigen Nordwest, gar nicht mal übel. Aber auch diese Erfahrung wird uns bis auf wenige Ausnahmen dauerhaft begleiten: Sportbootmäßig ist nicht viel los auf dem Main und dem Main-Donau-Kanal. Die Zahl der täglichen Begegnungen mit Gleichgesinnten können wir fast immer an einer Hand abzählen.

Großartig liegt der Floßhafen Aschaffenburg in einem ruhigen Nebenarm des Mains, durch eine schmale, 1,7 km ­lange Insel vom Hauptfahrwasser abgetrennt. Am nördlichen Ausgang des Floßhafens thront die Johannesburg weithin sichtbar über dem Fluss. Im südlichen Teil des Floßhafens liegen die Schwimmsteganlagen von sechs Vereinen. Wir machen am Steg der Wassersportfreunde Neptun Aschaffenburg fest. (Wasser und Strom am Steg, Duschen und WC im Container. W-LAN). Der Hafenmeis­ter begrüßt uns freundlich: „Ihr habt Glück, bei uns ist heute Anbrummen.“ Wir im Norden würden „Anfahren“ sagen. Zwei Wörter, die gleichen Rituale: Gefahren wird wenig („zu ­windig“), gegessen und ge­trunken reichlich. In diesem Falle Rindergulasch vom Feins­ten und Bier vom Fass. Da muss die sehenswerte Altstadt von Aschaffenburg bis zum nächs­ten Vormittag warten ...
Abschied von der Johannisburg. Die Schleusen Obernau und Wallstadt laufen wie am Schnürchen.

Zwischenstopp beim Erlenbacher Wassersportverein, dessen Hafen total im Grünen und in absoluter Ruhe in einem nochmals abgetrennten Hafenbecken im Schutzhafen Erlenbach liegt (km 107,4 RU). Gastboote „parken“ vor dem inneren Hafenbecken längsseits am Gästesteg. Wer sich entspannen will, liegt hier richtig. Ins Ortszentrum sind es rund zwei Kilometer.

Dann Wörth – ohne vernünftige Anlegemöglichkeit. Doch das Thema hatten wir schon. Nicht anders Klingenberg, wo erstmals Weinberge ins Blickfeld des Flussskippers treten: Die ersten Vorboten des „fränkischen Weinlandes“, dessen Zentrum aber weiter östlich, rund um die Mainschleife zwischen Karlstadt und Schweinfurt, liegt.

Das Franziskanerkloster Engelberg hoch über Heubach bietet einen eindrucksvollen Hintergrund für den kleinen Hafen der Heubacher Bootsfreunde (km 121,30 RU). Weiches Abendlicht zeichnet eine bezaubernde Kulisse von Miltenberg – sieht man von ein paar Bausünden ab. Ein Graus und wenig zu der historischen Kulisse der Altstadt passend: die Campinglätze am rechten Main­ufer unmittelbar gegen­über. Da man aber auf diesen Überflutungswiesen nichts Handfestes bauen kann, füllt die Stadt ihr Säckel halt mit der Vermietung der Stellplätze.

Piekfein der Hafen des Yachtclubs Miltenberg, in dem wir für die Nacht festmachen. Das hochwassersichere Clubhaus ist eine Augenweide: schöne Formen und Farben und viel Edelstahl. Aus Edelstahl auch die Festmacher am Steg. Kurios, dass Miltenberg nicht nur diesen schönen Clubhafen hat, sondern genau gegenüber, am linken Mainufer, einen öffent­lichen Sportbootanleger (ohne Service) an einer glatten Stahlwand mit Festmachern –na­türlich aus Edelstahl. So eine ­Anlage wünschte man sich ­eigentlich dort, wo es bisher überhaupt keine Anlegemöglichkeit gibt ... Das Beispiel zeigt: Es geht doch!

Ein ausgiebiger Besuch der Altstadt von Miltenberg, die man über die sehenswerte Alte Mainbrücke rasch erreicht, ist ein Muss. Neuer Tag, neues Glück – auch beim Schleusen. Mangels Berufsschifffahrt kreiseln wir fast eine Stunde vor der Schleuse Freudenberg, bei der im Unterwasser weit und breit keine Festmachmöglichkeit zur Verfügung steht.

Das sehenswerte, aber auch sehr touristisch geprägte Wertheim empfängt uns mit strömendem Regen. Wir laufen in die Taubermündung ein, wo an Steuerbord die Stege und das Clubschiff „Germania“ des Motor-Yacht-Clubs Wertheim direkt gegenüber der sehenswerten Altstadt liegen. Wir machen am Clubschiff fest (Wasser und Strom), offziell der Liegeplatz für Boote über 10 m Länge. Am Schwimmsteg dümpeln nur wenige Boote. Ein totales Kontrastprogramm zu Miltenberg, wo der Hafen des Yachtclubs rappelvoll war. Niemand kann uns erklären, was hier läuft – oder besser nicht läuft.

Burg Wertheim verspricht aufgrund ihrer Lage auf einem schmalen Bergrücken hoch über Main und Tauber einen herrlichen Blick ins Tal. Doch auch der bleibt uns verwehrt: Die Burg versteckt sich in dichtem Dunst.
Tagesziel Lohr, 40 Flusskilometer von Wertheim entfernt. Drei Stunden lang übelstes Regenwetter. Da bleibt der Hafen des WSV Wertheim-Bettingen (km 167,00 LU) unbeachtet rechts liegen. Kurz vor Rothenfels klart es auf. Mächtig thront die Burg über der Stadt. Wie gern würde man sich das anschauen! Aber wieder das bekannte Lied: Weit und breit gibt es in Rothenfels keine Anlegemöglichkeit. Man hat den Eindruck, als habe die Stadt ihren Fluss vergessen.

Die großartige Main-Passage durch die dicht bewaldeten ­Berge von Spessart und Odenwald hätte Sonne verdient. Die aber scheint uns erst beim abendlichen Stadtbummel durch Lohr, wo wir beim Sportboot-Club einen angenehmen und stadtnahen Gastliegeplatz finden (km 197,8 RU). Von Lohr bin ich sofort be­geistert. Die mit Fachwerk gespickte Altstadt kann locker mit Miltenberg oder Wertheim mithalten und ist dennoch auf  angenehme Weise bei sich selbst geblieben: Hier feiert der Tourismus (noch) keine Orgien.

„Lohr is more“ lautet der Werbeslogan der städtischen Touristinformation und trifft den Kern: nicht fränkische Kleinstadtidylle als Touristenfalle, sondern pralle Idylle mit touris­tischen Ambitionen. Das ist sympathisch.
Muss aber wohl auch so sein, weil Schneewittchen Lohrerin ist. Den Beweis erbrachte das Werk „Schneewittchen – Zur Fabulologie des Spessarts“ ­eines gewissen Dr. Karlheinz Bartels, in dem mit den wissenschaftlichen Methoden der „Fabulologie“ faktenreich nachgewiesen wurde, dass sich das Märchen im Spessart zwischen Lohr und Bieber abspielte, und dass Schneewittchen tatsächlich eine Lohrerin war.

Wer allerdings das Nordlicht Verona Poth, geborene Feldbusch, („Da werden Sie geholfen“) 2007 zum „Ehrenschneewittchen“ von Lohr beförderte, wird wohl das Geheimnis der städtischen Touristinformation bleiben. Sie sehen: Lohr macht mir Spaß!

Die traurige Geschichte von Würzburg, gut 50 Flusskilomter oberhalb von Lohr, ist bereits erzählt. Nachdem die Kommunalpolitik den attraktiven Steg des ehemaligen Würzburger Yachtclubs abgeräumt hat, darf nach unseren Erfahrungen bezweifelt werden, ob die unterhalb vom „Käppele“ liegende Marina Seubert (km 253,20 LU) bereit und in der Lage ist, Bootstouristen zu empfangen und damit einen halbwegs stadtnahen Ausgangspunkt für den Landgang zu gewähren. Wenn nicht, können Wasserwanderer das Weltkulturerbe Würzburg von der Gewässerkarte löschen!

Seit Einführung des roten Diesels für die Berufsschifffahrt im Jahr 2007 bietet Marina Lewandowski in Eibelstadt (km 262,30 LU) die einzig verbliebene Bootstankstelle mit Benzin und Diesel an Main und Main-Donau-Kanal. (Einen Lieferservice gibt es noch im Sportboothafen Karlstadt-Laudenbach, km 227,5 LU). Also ist schon die Tankstelle ein Grund, Marina Lewandowski anzusteuern. Zwei weitere kommen hinzu: Das italienische Restaurant „Piccolo Mondo“ im Hafen und das sehenswerte Städtchen Eibelstadt, dessen Zentrum man zu Fuß in gut zehn Minuten erreicht.

Wochenend und Sonnenschein: 8 1/2 Stunden brauchen wir für die 54 Flusskilometer und sechs Schleusen von Eibelstadt bis Wipfeld. Und endlich ist mal Bewegung auf dem Main und um Kitzingen und Wipfeld sogar richtig was los. Der Reihe nach: Nur acht Kilometer oberhalb von Eibelstadt liegt das nächste sehenswerte Städtchen: Ochsenfurt. Zwei Häfen verstecken sich hinter lang gestreckten, bewachsenen Dämmen, die die Anlagen von der Fahrrinne trennen: Der Hafen der Segler-Jungenschaft Nürnberg (km 270,20 LU) und des Ochsenfurter Bootsclubs (km 270,6).

Viel zu kurz natürlich als Tagesetappe von Eibelstadt – es sei denn,man hat sehr viel Zeit. Die haben wir natürlich nicht,und es bleibt bei einer Fotorunde. In Marktbreit (km 277,10 LU) entdecken wir beim „Alten Kran“ eine für Sportboote freigegebene öffentliche Kaimauer mit Ringen und Pollern (aber ohne Service), die nur  wenige Meter von einer Straßentankstelle entfernt ist. Mein Eindruck: Auch für den Besuch von Marktbreit, nur wenige Schritte entfernt, liegt man hier ebenso gut wie im sehr beengten Hafen der Wassersportabteilung des Marktbreiter Hockeyclubs, der unmittelbar oberhalb der Kaimauer mit Einzelstegen für kleine Boote beginnt.

Boote bis gut 9 m Länge liegen oberhalb der Straßenbrücke. In Kitzingen sorgen die Sportbootskipper vom Campingplatz „Schiefer Turm“ (km 285,60 LU) fuür Bewegung auf dem Fluss. Endlich! Wer die mehr als 1200  Jahre alte Weinhandelsstadt Kitzingen näher kennenlernen möchte,kann an der für Sportboote ausgewiesenen
Kaimauer in der Nähe des Stadtzentrums festmachen (kein Service).

An der Schleuse Wipfeld erleben wir was Neues: Erst wird ein technischer Defekt gemeldet,dann werden wir erstmals gemeinsam mit zwei anderen Sportbooten geschleust. Marina Wipfeld (km 316,70 RU), im oberen Wehrarm der Schleuse sehr ruhig gelegen, wird als Außenstelle des 1.Motoryachtclubs Nürnberg betrieben
(Wasser, Strom, sehr ordentliche Sanitäranlagen).

Als Enttäuschung aber entpuppt sich unser Fußmarsch ins Dorf.Obwohl Samstagabend,wirkt der Flecken wie ausgestorben. Dazu passt, dass die beiden Bäcker im Ort am Sonntag früh geschlossen sind. Also keine  Sonntagsbrötchen zum Frühstück.

Auf Nordkurs geht es Schweinfurt entgegen und damit dem Ende der östlichen Mainschleife, die als „Weindreieck“ das Zentrum des fränkischen Weinlandes darstellt. Freunden des Bocksbeutels sei verraten, dass der Fränkische Weinbauverband seit fünf Jahren die zehn „Besten der Besten“ Tropfen mit der Auszeichnung „Best of Gold“ ehrt. (www.frankenweinaktuell.de).

In einem ruhigen Altarm bei Garstadt (km 322,50 RU) hat der Schweinfurter Yacht- und Wassersportclub sein
Domizil.Eine schöne Anlage für Boote bis maximal 12 m Länge, die sicher einen Zwischenstopp wert ist. Für uns
bleibt es bei einer Fotorunde. Die Stadt Schweinfurt macht vor, was in anderen Kommunen unmöglich scheint: Im Oberwasser der Schleuse Schweinfurt können Sportboote an der Gutermann-Promenade stadtnah auf rund 250 m Länge festmachen.

Davon sollte sich beispielsweise Würzburg mal eine Scheibe abschneiden. Oberhalb von Schweinfurt, in  Schonungen, beeindruckt die Silhouette von Schloss Mainberg,das vollständig in Weinberge eingebettet ist. Die schönste Perspektive des Tages. Güterschiff „Gau“ zieht uns schnell durch die Schleusen Ottendorf,Knetzgau
und Limbach.

Im geräumigen Altarm Eltmann-West (km 369,7 LU) finden wir einen ruhigen Gastliegeplatz beim Yachtclub Eltmann (Wasser, Strom, Sanitär).Die Stadt liegt auf der anderen Seite des Altarms, den man umlaufen muss, um dorthin zu kommen. Das macht dann rund einen Kilometer bis ins Zentrum. Deshalb ist es erfreulich, dass es auf der Stadtseite des Altarms, gegenüber der Clubanlage, einen kurzen Sportbootsteg gibt, von dem aus das Stadtzentrum nah und eine Straßentankstelle noch näher ist: rund 50 m.

Eine gute Gelegenheit, per Kanister nachzubunkern. Mit der fränkischen Weinseligkeit ist es in Eltmann übrigens restlos vorbei. Fuünf Brauereien bei nur knapp 6000 Einwohnerm machen Eltmann zur „Bierstadt am Main“.Dies wird bei den „Eltmanner Biertagen“ am letzten Juli-Wochenende zünftig gefeiert. Viereth ist die letzte Main-Schleuse. 150 m sind wir jetzt seit der Main-Mündung nach oben geklettert. Bevor der Fluss kurz unterhalb von Bamberg in den Main-Donau-Kanal übergeht, bietet er noch einmal drei Sportboothäfen, von denen vor allem die gepflegte Anlage der Marina Trosdorf einen Zwischenstopp wert ist.

Allerdings liegt man hier knapp einen Kilometer von den nächsten Versorgungsmöglichkeiten und gut sechs
Kilometer von Bamberg entfernt. Und wer jetzt von einem Anleger im Zentrum der sehenswerten Stadt des
Rauchbiers träumt, muss sich darauf einstellen, dass die Schöne an Regnitz und Main-Donau-Kanal zu jenen
Kommunen gehört, die sich für Tourenskipper noch nicht geöffnet haben.

Fortsetzung folgt.

Jürgen Straßburger am 22.11.2011