Bat’a-Kanal Bat’a-Kanal

Revier: Bat’a-Kanal / Tschechien

Ahoj na vodě!

Morten Strauch am 24.02.2019

„Hallo auf dem Wasser!“ Das schöne Mähren hat mehr zu bieten als Wiesen und Wälder. Wir stellen den hierzulande kaum bekannten Bat’a-Kanal vor

Es gab schon viele große Pläne zum Bau von Wasserstraßen, die im wahrsten Sinne im Sande verlaufen sind. Zwar scheiterten – und scheitern – die meisten dieser "Träume" früher oder später an der wirtschaftlichen Realität. Manchmal bleibt jedoch etwas zurück. Ein schönes, fast vergessenes Beispiel dafür liegt im Südosten Tschechiens. Genauer: in Mähren, an der Grenze zum Nachbarland Slowakei und keine hundert Kilometer von Wien entfernt.

In der Stadt Zlín hatte der Industrielle Tomáš Baťa mit der Herstellung von Schuhen schon zu K.-u.-K.-Zeiten ein erfolgreiches Unternehmen aufgebaut.

In den Dreißigerjahren war er zum Weltmarktführer aufgestiegen. Die Idee einer schiffbaren Verbindung von Donau und Oder gefiel ihm schon deshalb, weil sie den Fluss March einbinden und so dicht an seinen Produktionsstätten vorbeiführen würde. Weltwirtschaftskrise und folgender Weltkrieg verhinderten die Umsetzung des ehrgeizigen Projektes.

Ein kleiner Abschnitt des Routenverlaufes wurde (mit abgespeckten Abmessungen und vornehmlich für den Kohletransport ausgelegt) bis 1938 aber dennoch fertiggestellt – auch weil der Fabrikant selbst finanziell einsprang: der Baťa-Kanal (tschechisch: Baťův kanál), benannt nach seinem ersten Förderer.

Nach dem Krieg verlor die Wasserstraße, deren Anschluss an die Donau nie erfolgt war, ebenso schnell wieder an Bedeutung. Baťa selbst war ins Ausland geflüchtet, sein Konzern verstaatlicht worden.

Zu Beginn der Siebzigerjahre schließlich wurden Unterhalt und Schifffahrt eingestellt. Der Kanal verfiel in einen Dornröschenschlaf, der bis zum Ende der sozialistischen Ordnung anhielt. Schon 1992 gab es erste Anstrengungen zur Wiederbelebung – für die Naherholung, den Wassersport und den regionalen Tourismus.

Instandsetzung und Wiederaufbau setzten sich fort, am Ufer kam Infrastruktur hinzu, der Kanal wurde immer beliebter. Heute sind rund 52 Kilometer mit dreizehn Schleusen zwischen Otrokovice im Norden und Rohatec im Süden durchgängig schiffbar, der weitere Ausbau in beide Richtungen geplant. Wir haben uns vor Ort umgesehen.

Das vollständige Revierporträt lesen Sie in der März-Ausgabe von BOOTE, die es ab dem 20.02.19 am Kiosk gibt – für Abonnenten natürlich schon eher.

Morten Strauch am 24.02.2019