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Frankreich

Frankreich: Bretagne

Ingrid Bardenheuer am 30.04.2006

Binnengewässer in Frankreichs Nordwesten: Über Aff, Canal de Nantes à Brest und Vilaine durch das grüne Herz von „Aremorica“.

Die Kelten nannten es „Armorica“, Land „vor dem Meer“. Eine wilde, trotzige Gegend, die sich dem Atlantik entgegenreckt und von einer mitunter aufmüpfigen Volksseele getragen wird, weshalb die zeichnerische Heimat von Asterix und Obelix genau hier liegt: in der Bretagne, dem westlichsten Zipfel des französischen Festlandes. Doch raue Gesellen können sehr wohl ein weiches Herz haben. Mögen sich die Küsten von „Armorica“ auch noch so spektakulär geben, abseits davon kehrt Ruhe ein. Im Innern der Bretagne, wo das Zauberland von Merlin und König Artus liegt, ist die Natur sanft und bisweilen geheimnisvoll. Etliche Wasserwege durchziehen die Region, drei wollen wir erkunden: Aff, Canal de Nantes à Brest und Vilaine.

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Peggy von der Nicols-Charterbasis in Glénac stellt uns die knapp 9 m lange „La Gacilly“ vor, unsere Begleiterin für die nächsten sieben Tage. „Etwas weiter runter ist ein schöner Anlegeplatz“, meint Peggy, „falls es Ihnen heute zu laut hier ist.“ Zu laut? An Land wird gefeiert, gedämpft wehen Stimmen herüber und Musik, fremdartige Klänge, die sich zu einer einfachen Melodie fügen. Irgendwer scheint Bombarde zu spielen, die bretonische Schalmei. Wir lauschen dem Lied in der Ferne und haben absolut nicht vor, noch heute abzulegen. Es fällt uns sogar schwer, in die Kojen zu fallen, trotz der langen Anreise.

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Der Zauber dieses Sommerabends in der Bretagne hält uns fest. Allmählich legt sich die Nacht über das tief schlafende Dörfchen Glénac, die Bombarde ist verstummt. Am Ufer flackert ein Licht – zwei kleine Motorboote liegen dort vertäut, die Crew hat es sich an Land gemütlich gemacht. Im Schilf quakt und plärrt und gluckst es, auch hier scheint man nicht in die Federn zu wollen. Wind kommt auf, streicht leicht über die Haut. Ein „Ort der Magie“? Wir werden sehen. Da sich Aff, Canal de Nantes à Brest und Vilaine nicht zu einem Rundkurs verknüpfen lassen, müssen wir unser Zeitkontingent mit spitzem Bleistift aufteilen. Die Rücktouren auf gleicher Strecke kosten Törntage, gehen aber allenfalls ungeduldigen Naturen auf die Nerven oder denjenigen, die in kurzer Zeit möglichst viel sehen möchten.

Ingrid Bardenheuer am 30.04.2006