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Frankreich

Frankreich: Charente

Ingrid Bardenheuer am 31.10.2009

Durch Frankreichs Cognac-Region: Berühmte Destillen, romantische Dörfer und viel Grün machen die Charente zu einem verlockenden Charterziel.

François I., König von Frankreich, muss zerstreut gewesen sein, vielleicht liegt auch nur ein Missverständnis vor. Jedenfalls soll seine Majestät gleich zwei Ströme, den Loire-Zufluss Erdre und die Charente, mit ein und demselben Superlativ geadelt haben: „le plus beau fleuve du royaume“, schönster Fluss des Königreichs.

An der Charente wird seine Seele tatsächlich gehangen haben, hier kam er 1494 zur Welt, sie ist der Ort seiner Kindheit. Möglicherweise hat François I. den Ausspruch auch nie getan, sondern ein anderer Monarch – schmückende Sentenzen aus der Vergangenheit erreichen eben nicht immer unbeschadet die Neuzeit.

Unbestritten aber ist, dass die Charente ihre Besucher seit jeher in ihren Bann zieht. Auch uns. Mit einer Cirrus von Le Boat nahmen wir den Fluss unter den Kiel. Wir starteten unsere Charterwoche in Jarnac und befuhren die Charente zu Tal und zu Berg: erst flussabwärts in Richtung Saintes, dann flussaufwärts bis Saint-Simeux. Anschließend ging es zurück nach Jarnac.

Es ist Anfang Juni letzten Jahres, als wir an der Charente eintreffen. In den vergangenen Wochen und Tagen sind heftige Regenschauer über der Region niedergegangen – ziemlich ungewöhnlich, meint man vor Ort. Die Charente führt nun Hochwasser und schiebt sich dickwanstig und erdfarben voran.

Ingrid Bardenheuer am 31.10.2009