Bucht von Quiberon Bucht von Quiberon

Reise: Frankreich

Die Bucht von Quiberon

Gerald Penzl am 05.04.2021

Kleines und großes Meer: Der Golf von Morbihan und die Bucht von Quiberon im sonnigen Süden der Bretagne sind ein Paradies für Wassersportfans. Ein Revier mit zwei völlig unterschiedlichen Seiten

Die schlechte Nachricht zuerst: Asterix, der kleine Gallier, der so gerne römische Soldaten verprügelt,
ist kein PR-Botschafter der Bretagne mehr. Seinen Job hat ein gewisser Kommissar Dupin übernommen. Dieser von einem deutschen Krimiautor frei erfundene Gesetzeshüter löst nicht nur mysteriöse Mordfälle, er macht seine Leser auch mit den touristischen Highlights der Bretagne vertraut. Seitdem bereisen rund 50 Prozent mehr Deutsche die Region im Westen Frankreichs. Und trotzdem ist das Mor-Bihan, das "kleine Meer", wie die Bretonen das 120 Quadratkilometer große langunenartige Gewässer, das im Süden der Bretagne in die Bucht von Quiberon mündet, nennen, auch im Jahr acht des Monsieur le Commissaire zumindest für deutsche Freizeitskipper noch immer so etwas wie mare incognitum – ziemlich unbekannt.

Bretagne

François blickt auf die Uhr. "Monsieurs", drängt er, "in einer halben Stunde schließt die Brücke Pont de Kérino. Also los! Allez! Allez! Sonst sitzen wir hier noch bis zur nächsten Flut im Hafen fest." Das lassen wir uns nicht zweimal sagen. In Rekordzeit sind die Frühstücksteller im Breizh Café über der Hafenmeisterei des Port de Plaisance von Vannes geleert, die Leinen unserer Loxo 32 gelöst und wir auf dem Weg zur Mündung der Marle in den Golf. Zwei, drei Segelyachten kommen uns auf dem schnurgeraden Flüsschen entgegen, dann verabschieden sich die Türme und Festungsmauern der einstigen Herzogstadt achteraus. Backbord rückt das Maison Rose ins Bild. Dieses wegen seiner rosaroten Fassade in allen Seekarten als Landmarke verzeichnete Gebäude zählt zu den meistfotografierten Objekten am Golf. Ich greife zur Kamera, da legt der Skipper des Bowriders vor uns den Hebel auf den Tisch – und verwackelt mir im wahrsten Sinne das Motiv. François schüttelt nur den Kopf.

Noch mehr Informationen? Die Reisereportage zur Bucht von Quiberon mit Serviceinformationen, Übersichtskarte und weiteren Bildern finden Sie in BOOTE-Ausgabe 06/2020 oder online im Delius Klasing-Shop.

Erstes Ziel unseres fünftägigen Golf-Törns ist die Île-d’Arz. Wir folgen der Uferlinie des flachen, hakenförmigen Inselchens, steuern im Südosten den Plage de Pen Raz an und ... suchen den Anleger. Doch den gibt es nicht. Stattdessen schaukeln ein paar Dutzend Festmacherbojen gut 50 Meter vom Ufer entfernt in den Wellen. Da wir kein Dingi an Bord haben, greift François zum Handy und ruft die nahe gelegene Segelschule Le Gléans an. Es dauert nicht lange, da holt uns ein Schlauchboot ab, und wir spazieren über ein naturbelassenes, vom Trubel des modernen Massentourismus so gut wie unbehelligtes 3,1 Quadratkilometer "großes" Mini-Inselchen.

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Gerald Penzl am 05.04.2021
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