Straßburg Straßburg

Revier: Straßburg

Eine Stadt mit Geschmack - Teil 2

Dieter Wanke am 15.02.2019

Es gibt viel zu entdecken in den malerischen Gassen von Straßburg: Die Stadt blickt immerhin auf eine über 3000-jährige, äußerst bewegte Siedlungsgeschichte zurück. Schon die Gal­lier und die Römer lebten auf der "Grande Île" und um sie herum. Die Große Insel wird von zwei Armen des Flusses Ill umströmt, der hinter Straßburg in den Rhein fließt; sie bildet das alte Zentrum und zählt zum UNESCO-­Weltkulturerbe. In der jüngeren Geschichte wechselte die Herrschaft über die Stadt immer wieder zwischen Deutschland und Frankreich; heute spielen Grenzen in diesem sogenannten Eurodistrikt fast keine Rolle mehr.

Auf viel Rummel sollten Besucher eingestellt sein, denn die Gassen mit ihren Fachwerkhäusern sind ganzjähriger Anlaufpunkt von Städtetouristen aus aller Welt. Das führt oft zu längeren Wartezeiten bei Sehenswürdigkeiten wie etwa der Kathedrale. Dennoch lohnt der Besuch des beeindruckenden Liebfrauenmünsters. Das Gotteshaus wurde zwischen 1176 bis 1439 auf den Grundmauern der Vorgängerbauten errichtet und war durch seinen 142 Meter hohen Nordturm lange Zeit das höchste Gebäude der Welt.

Sehenswert ist auch die im südlichen Querschiff befindliche astronomische Uhr. Das mechanische Meisterwerk mit Kalendarium und Planetarium wurde 1574 fertiggestellt. Sie lief bis 1789. Erst ab 1838 begannen ­Instandsetzungsarbeiten, die 1842 abgeschlossen waren. Damit bekam die Uhr ein völlig neues Werk mit weltweit einmaligen Funktionen. Sie zeigt nun die Erdbahn, die Mondbahn und die Bahnen der Planeten Merkur bis Saturn an. Auch bewegliche Feiertage werden berechnet.

Zu den Wahrzeichen Straßburgs gehören auch die Gedeckten Brücken aus dem 13. Jahrhundert, die gemeinsam mit ihren massiven Befestigungstürmen den Eingang zum historischen Viertel an der Ill markieren. Die hölzernen Überdachungen existieren allerdings längst nicht mehr.

Den besten Blick auf die Brücken und die Altstadt hat man vom gegenüberliegenden Vauban-Wehr, einer Schleusen­anlage, die Ende des 17. Jahrhunderts gebaut wurde. Damit konnte der südliche Bereich vor Straßburg kontrolliert überflutet werden, was Angreifern das Eindringen in die Stadt unmöglich machte.

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Dieter Wanke am 15.02.2019
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