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Reise: Straße von Gibraltar

Am Rand Europas

Thomas Kittel am 17.03.2019

Über Ceuta und Gibraltar geht es ins Mittelmeer. Der berühmte Felsen von Gibraltar liegt aber keineswegs direkt an der nach ihm benannten Meerenge

Auf unserem langen Weg ins Mittelmeer sind wir wieder auf See und vor der spanischen Atlantikküste in Richtung der Meerenge von Gibraltar unterwegs. Schon aus großer Entfernung kann man die Silhouette des über 4000 Meter aufragenden Atlasgebirges auf dem afrikanischen Kontinent erkennen.

Gibraltar

Unterwegs passieren wir das historisch bedeutsame Kap Trafalgar, wo Admiral Nelson 1805 die französisch-spanische Armada vernichtend besiegte. Damit begann die mehr als ein Jahrhundert andauernde britische Vorherrschaft zur See.

Weniger historisch, aber für uns ebenso bedeutsam ist die Frage, welchen Hafen wir als nächstes ansteuern sollen: Tarifa am südlichsten Punkt des europäischen Kontinents? Oder trauen wir uns sogar zu, Ceuta anzusteuern, eine von drei kleinen spanischen Exklaven an der afrikanischen Küste?

Gibraltar

Unser maritimer Reiseführer beschreibt Tarifa zwar als einen durchaus attraktiven Touristenort, gleichzeitig aber auch als eher yachtunfreundlichen Fährhafen, sodass wir uns kurzerhand entschließen, es im wahrsten Sinne links liegen zu lassen.

Was uns später unsere Freunde von der Segelyacht "Blaubär" berichten, bestätigt im Nachhinein unsere Entscheidung: ein Gewusel von Fähren, kaum Liegeplätze, allgegenwärtige Polizei, überall Zäune und hinter den Zäunen – Flüchtlinge.

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Die Flüchtlingsrouten im Mittelmeer haben sich von der Türkei und Griechenland ins westliche Mittelmeer verschoben. Wir hoffen inständig, kein Boot zu sehen und damit von Gewissensentscheidungen verschont zu bleiben. 

Mit dem Schub des bei Flut ins Mittelmeer strömenden Atlantikwassers durchqueren wir die Meerenge und halten uns zunächst unterhalb der europäischen Küste, bevor wir nach Ende des Verkehrstrennungsgebiets von Gibraltar den Kurs Richtung Afrika ändern. Es herrscht reger Schiffsverkehr und ein frischer Wind, der das Wasser zusätzlich zur Strömung noch kabbeliger macht.

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Wir wissen nicht genau, was uns in Ceuta erwartet und die nicht abreißenden Dringlichkeitsmeldungen per Funk von Tarifa Radio über Schlauchboote mit Flüchtlingen verbreiten eine eigenartige Atmosphäre.

Dazu gesellen sich im Kopf die Bilder aus dem Fernsehen, wo verzweifelte Menschen über haushohe Drahtzäune klettern. Als wir in Ceuta einlaufen, sehen wir jedoch nichts von alledem und haben zudem nicht das Gefühl, in Afrika zu sein.

Die vollständige Reise lesen Sie in der April-Ausgabe von BOOTE, die es ab dem 20.03.19 am Kiosk gibt – für Abonnenten natürlich schon eher. 

Thomas Kittel am 17.03.2019