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Revier: Bucht von Palma / Spanien

Die Bucht der Hauptstadt

Torsten Moench am 11.01.2011

Mallorcas Hauptstadt Palma und seine Bucht sind unter Bootsleuten gemeinhin als Touri-Ecke verpönt. Doch wer genau hinsieht, findet spannende Plätze.

Wer etwas auf sich hält, legt sein Boot nach Puerto Portals. Die rund 650 Liegeplätze sind prall gefüllt mit Booten und Yachten jedweder Kolleur. Beim abendlichen Stegspaziergang wird schnell klar, wer hier für den Umsatz in den zahlreichen Hafenrestaurants, darunter das Sterne-Restaurant „Tristan",  sorgt. Dort wo ein „Adenauer" am Heck flattert, steht gerne mal ein AMG, Porsche oder Ferrarri am Steg;  die englischen Sportskollegen bevorzugen die Kombination Fairline/Jaguar oder Princess/ Bentley. Wer sich in dieser Liga behaupten will, muss entweder einen 60-Footer sein Eigen nennen, oder wie wir, die drei Zündschlüssel für ein besonders individuelles Boot auf den Tresen des Capitania legen können.

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Mallorca, Palma

Unser Dream-Team heisst Performance 1407 mit 3 x MerCruiser Racing 662 SCi. Mit ihren rund 2000 PS im Heck und dem turbinenartigen Sound stiehlt die 14 m lange „Cracking Ice" so manch Yacht doppelter Länge spielend die Show, sehr zum Verdruss deren Eigner.

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Mallorca, Palma

Los geht unser Ritt Richtung Nordost, Palmas Hafen und der königliche Yachtclub (RCNP) sind das Ziel. Mitten im Hafen gelegen, bietet der RCNP mit seinen rund 1000 Liegeplätzen, davon 600 für Clubmitglieder, jeden erdenklichen Komfort vor Palmas imposanter Kulisse. Liegeplatzanfragen erledigt man am besten via UKW, den Hafenmeister des RCNP erreicht man auf den Kanälen 9 und 77. 

Wenige Meilen weiter südöstlich  erreichen wir das Nobel-Hotel Portixol mit angeschlossener Gastronomie und Gästeliegeplätzen. Außer den a´la Carte Gerichten bietet das Restaurant das so genannte „Seaside Lunch" zu zivilen Preisen. Beim Einfahren in den Hafen sollte man sich an Steuerbord halten und das Echolot nicht aus den Augen lassen. Wassertiefen von weniger als 1,5 m können tiefgehenden Booten gefährlich werden. 

Unser nächstes Ziel, die etwa 10 sm in südwestlicher Richtung gelegenen „Dreifinger-Bucht", erreichen wir dank 25 Litern Gesamthubraum (3 x 8,2 l) in rund 15 Minuten. Der Name der Bucht geht zurück auf ihre Form, die wie drei Finger einer Hand ins Land ragt. An schönen Wochenendtagen werden hier die Ankerplätze schon mal rar, so dass man diesen Bade-Hotspot frühzeitig anlaufen sollte um nicht durchs Gewirr fremder Ankertrossen navigieren zu müssen. 

Vorbei an Punta de Figuera, mit einem der meistfotografierten Leuchttürme Mallorcas fahren wir mit westlichem, später nordwestlichem, Kurs Richtung Peguera. Hier, genauer gesagt in der Cala Fornells legen wir uns vor Anker, genießen das kristallklare türkisfarbene Meer für einen Badestopp und schauen auf die mexikanisch anmutende Pueblo-Architektur der Aldea Cala Fornells. Für die einen sind sie Highlights, andere sehen darin Bausünden der Achtziger Jahre.

Rund 7 sm trennen uns vom nächsten Stopp in Port d`Andratx. Das einlaufend an steuerbord gelegene „Cafe Cappucino" gilt Insidern als Geheimtipp, die Speisekarte reicht vom Frühstück über Hamburger und Nachos bis zum abendlichen Cocktail. Liegeplätze sind rar, und auch hier gilt, je kleiner das Boot, desto kürzer der Fußweg ins Cafe. Logische Konsequenz ist die Wahl des Dinghis als Zubringer.

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Mallorca, Palma, Performance

Bevor es nun die 20 sm zurück nach Puerto Portals geht, genießen wir den Sonnenuntergang auf 39 Grad 31 Minuten Nord , 2 Grad 34 Minuten Ost , besser bekannt als „Roxy Beach". Hier liegt unsere „Cracking Ice" unterhalb der Kirche von Portals vor Anker und wir werden vom hauseigenen Schlauchboot-Shuttle mit einem Pischel Bolero zum Sundowner abgeholt.  Stars und Sternchen schlürfen hier ihren „Strawberry Caipi", bevor sie sich ins mallorquinisches Nachtleben stürzen. 

Torsten Moench am 11.01.2011