Costa Brava Costa Brava

Revier: Costa Brava / Spanien

Wild und rau

Dieter Wanke am 06.02.2019

Kataloniens Vorzeigeküste hat viel zu bieten. Überall locken bildschöne Häfen, lauschige Ankerbuchten und kulinarische Leckerbissen

Der nördlichste Teil der spanischen Mittelmeerküste liegt in der autonomen Region Katalonien und beginnt unmittelbar an der Grenze zu Frankreich. Wegen der Lage und der guten Erreichbarkeit ist die Gegend schon seit langem auch bei deutschen Skippern ein beliebtes Ziel. Portbou ist der erste Hafen, der im Norden angelaufen werden kann. Rund 60 Seemeilen südlich endet die "wilde Küste" wie der Abschnitt in der direkten Übersetzung heißt, bei Blanes.

Dazwischen fallen die Gebirgszüge aus dem Hinterland teilweise mit schroffen Klippen in rauen Landschaften ins Meer. Immer wieder gesäumt von Stränden, die zum Verweilen einladen. In den kleinen Ankerbuchten und malerischen alten Fischerdörfern, die sich wie eine Perlenkette entlang der Ufer reihen, gibt es viel zu entdecken. Seit Mitte der 1960er-Jahre wurde in der Region der Tourismus zum dominierenden Industriezweig, was mit einigen Bausünden verbunden ist. Weite Abschnitte erscheinen aber noch immer in ihrem alten Glanz.

Insbesondere im Norden und um das Cap de Creus mit seinem Naturpark wartet viel unverbaute Landschaft mit ursprünglichen Siedlungen wie dem pittoresken Cadaqués oder der wunderbaren Bucht von Portlligat, wo Salvador Dali wohnte.

Der exzentrische Künstler setzte sich sehr dafür ein, dass hier alles in seiner alten Form erhalten bleibt, und das macht sich bis heute bemerkbar. Statt Marinas gibt es große Bojenfelder. Mit schöner Aussicht lässt es sich kaum liegen. Natürlich sind diese idyllischen Orte auch Touristenmagnete, was insbesondere zur Hauptsaison spürbar ist. Mit dem Boot kann man sich aber dem Rummel gut entziehen. Entlang der Küste gibt es kleine Strände sowie hervorragende Tauchgründe, die oft von Land aus nicht erreichbar sind. Auch Etappen mehrerer Fernwanderwege, wie des GR 91, verlaufen hier.

In der Bucht von Roses folgt ein flacherer Abschnitt. Lange Sandstrände verführen zu einem Badestopp vor Anker. Kurz nach den sehenswerten griechisch-römischen Ruinen bei der mittelalterlichen Siedlung Sant Martí d'Empúries und der hübschen Altstadt von L'Escala geht es dann wieder felsiger zu. Zwischen den Medas-Inseln bei L'Estartit mit ihrem Unterwasser-Naturschutzgebiet und Tauchplätzen der Spitzenklasse sowie dem bekannten Fischereizentrum Palamós wechseln sich felsige Abschnitte mit kleinen Sandstränden ab.

Auch hier gibt es zahlreiche Möglichkeiten, Buchten anzufahren, um sich dann am Abend wieder auf den Weg in eine Marina zu machen, und sich dem in der ganzen Region zweifellos hervorragenden kulinarischen Angebot samt den Spitzenprodukten lokaler Winzer zu widmen.

Das Angebot reicht von simplen aber köstlichen Spezialitäten, wie dem katalanischen Tomatenbrot Pa amb Tomàquet oder dem mediterranen Fisch- und Meeresfrüchteeintopf Suquet de Peix de Roses bis zu Delikatessen wie den außerordentlich aromatischen, knallroten Gambas von Palamos oder den Sardellen von L'Escala.

Für ihre Sternegastronomie von zahlreichen Spitzenköchen ist die Region auch bekannt. Berühmtester Vertreter ist Ferran Adrià, einer der Mitbegründer der Molekularküche, der mit seinem weltbekannten Restaurant elBulli einst in der Bucht von Montjoi bei Roses zu finden war. Seine kulinarischen Anregungen inspirieren bis heute viele Restaurants. Erkunden lässt sich die sehr abwechslungsreiche Costa Brava übrigens nicht nur mit dem eigenen Trailerboot. Wir fanden in allen besuchten Marinas Liegeplätze für mitgebrachte Boote und für Dauerlieger sowie zahlreiche Charterangebote vom Schlauchboot mit Außenborder bis zu größeren Motoryachten.

Das vollständige Revierporträt lesen Sie in der Februar-Ausgabe von BOOTE, die es ab dem 16.01.19 am Kiosk gibt – für Abonnenten natürlich schon eher. 

Dieter Wanke am 06.02.2019