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Kroatien

Kroatien: Archipel von Šibenik (Teil 2)

Jürgen Straßburger am 11.04.2012

Dalmatien: Mit zwei Charterbooten waren wir im Archipel von Šibenik und auf dem Fluss Krka landeinwärts unterwegs. Teil 2: Zwischen Krka und Kornaten.

Archipel von Sibenik, Krka

Archipel von Sibenik, Krka

Neues Boot, neues Ziel: Nach unserer Erkundung des inneren Archipels stehen nun Šibenik selbst und die Krka  auf dem Programm. Der Kanal Sv. Ante führt uns nach Šibenik und die am südwestlichen Stadtrand gelegene Marina Mandalina. Überrascht stellen wir fest, dass die Marina nicht wirklich ausgebucht ist und Fortschritte am Bau des Hafenteils für Megayachten kaum zu erkennen sind.

Die Krka aufwärts durch kargen Karst. Immer wieder aufs Neue beeindruckend ist diese Flusspassage. Während der große Treck der Boote dem Flusslauf  Richtung Prokljansko jezero und Skradin folgt, bleiben wir zunächst auf Kurs und steuern in den Wurmfortsatz der Krka Richtung Zaton.

Auf  halber Strecke dorthin entdecken wir am Südwestufer des Flusses die 2011 von Želko Čoga eröffnete Marina Zaton: 30 Liegeplätze vor Murings mit Wasser und Strom an einer gut 200 m langen, parallel zum Ufer verlaufenden Pier. Rezeption, Sanitäranlage und Res tau rant „Hangar“. Sein Hafen sei eher für Dauerlieger konzipiert, erzählt uns Želko Čoga, aber Transitgäste seien für ein bis zwei Übernachtungen jederzeit willkommen.

Das Dörfchen Zaton strahlt friedliche Ruhe aus. Vom großen Touristenstrom, der zu Lande wie zu Wasser Richtung Skradin und den Krka-Wasserfällen zieht, bekommt man hier so gut wie gar nichts ab. An der etwa 50 m langen Dorfpier liegen zwölf Murings aus, die Wassertiefe beträgt mindestens 2,00 m. Im Ort Richtung Kirche ein gut sortierter Supermarkt und neben der Kirche das sehr beliebte Fischrestaurant „Konoba Porat“, das von Kresimir Zivković geführt wird. (Tel.: 022-485 294).

Flussaufwärts Skradin entgegen. Nebenbei: Die zulässige Höchstgeschwindigkeit auf der Krka zwischen Šibenik und Skradin  beträgt 5 kn. Viele Skipper scheint das aber nicht zu interessieren.  In enger werdenden Kurven mäandert der Fluss dem Prokljansko jezero entgegen, einem stattlichen Binnensee, der in seiner Nord-Süd-Ausdehnung 5,5 und in der Ost-West-Breite 2,5 km misst. Am Ostufer, bei der grün befeuerten Landspitze Rt Oštrica, mündet die Krka in den See. Von hier sind es noch 2 sm flussaufwärts bis nach Skradin und seiner traumhaft schön gelegenen ACI-Marina.

Durch einen neuen Steg (den dritten) im westlichen Außenbereich der Hafenbucht hat die Marina jetzt 180 Liegeplätze, davon 90 für Tagesgäste. Marina-Direktor Darko Vidić hofft aber auf noch mehr: zwei neue Stege am NE-Ufer der Marina, eine feste Pier für Megayachten und die Konzession für Bojen im Ankerbereich. Marina Skradin ist also weiterhin eine Erfolgsgeschichte. Kein Wunder, wenn man so dicht an den spektakulären Wasserfällen der Krka liegt, die allerdings Anfang September letzten Jahres etwas schwächelten, denn der kroatische Sommer war sehr trocken.

In Skradin gehört die „Konoba Toni“ am Ende der Dorfstraße schon seit Jahren zu unseren „Stammlokalen“. Die empfehlenswerte Spezialität von Chefin Zora Sladič ist Peka in verschiedenen Variationen. Vorbestellung ist hier Pflicht (Tel.: 022-771 177 oder 098-512 008).

Bei der Ansteuerung von Skradin liegt unmittelbar unterhalb der spektakulären Autobahnbrücke die inzwischen sehr bekannte und beliebte Bucht Vidrovača mit der gleichnamigen Konoba, die von Vlatko Petrović und seiner Familie betrieben wird. 24 Murings für 10 bis 20 Yachten, davon zwei Yachten bis 30 m Länge (am Kopf), gibt es inzwischen am Schwimmsteg der Vidrovača. Und in diesem Jahr soll es so-gar auch Wasser- und Stromanschlüsse geben.

Heftige Böen pfeifen durch die Marina Skradin und das Tal der Krka. Für den Vormittag ist ein Gewitter angesagt, dessen Wolken schwarz über den Bergen liegen, sich gegen Mittag aber weitgehend aufgelöst haben. Aber der Wind weht noch immer frisch mit 4 Beaufort aus West, als uns die Krka-Mündung ins Archipel von Šibenik entlässt. Kurs WNW stampfen wir Prvić und den Wellen entgegen.

Prvić Luka, der schöne Hafen im Süden der Insel, ist vor Westwind gut geschützt. Ein paar Böen drücken von der Seite, als wir an der Innenseite der Fährmole vor Muring festmachen. Wasser und Strom gibt es auf der Mole und sogar ein kleines Sanitärhäuschen mit Dusche und WC. Wir zahlen die üblichen 364 Kuna.

Wir runden die Insel und stellen fest, dass es weder in Prvić an der Ostküste noch im wunderschönen Fischerhafen von Sepurine (Westküste) einen für unser Bootskaliber geeigneten Liegeplatz gibt.
Also nehmen wir noch einmal Kurs auf die Insel Kaprije, denn unsere Geheimtipps sind ja noch nicht entdeckt. Einer davon war das neue Restaurant in der Bucht Medoš an der Nordostküste der Insel Kaprije. Vor dem herrschenden Wind aus WNW ist die Bucht perfekt geschützt, nur bei Jugo wird es hier ungemütlich.

Fünf Bojen sind in der Bucht verankert – natürlich ohne staatliche Konzession –, und vor dem befestigten Ufer liegt ein 10 m langer Schwimmsteg, der mit sechs Murings ausgestattet ist und auf jeden Fall drei Boote aufnehmen kann. Auch unsere 16-m-Yacht findet als drittes Boot noch einen Muringplatz. Oberhalb des Steges steht das Restaurant „Kunjka“, mehr oder weniger nur eine überdachte Terrasse. Der einfache Stil passt perfekt in die Landschaft.

Das Haus ist erst im Juni 2011 fertig geworden, und seitdem ist dort Zoran Vidović Küchenchef, ein Koch, der schon in Top-Häusern in Zagreb gekocht hat. Seine Spezialtäten sind Fisch, Lamm und Kalbfleisch, auch als Peka. Nach einem schmackhaften Abendessen wissen wir, warum das Restaurant einen so guten Ruf  hat. Leider ist offen, ob Zoran Vidović dort auch in dieser Saison kochen wird.

Der zweite Geheimtipp führt uns nun doch noch ans südliche Ende der Kornaten: Auf der kleinen Insel Ravni Žakan sei die in der ehemaligen Fischverladestelle untergebrachte „Konoba Žakan“ komplett umgebaut und als architektonisches Prachtstück mit Spitzengastronomie neu entstanden. So modern und so anspruchsvoll, dass selbst Kritiker das Haus zwar „unglaublich schön“ finden, aber anmerken, dass „so ein Anspruch und Ambiente nicht in die Kornaten“ passe. Nikša Bakulić, Geschäftsführer der neuen „Konoba Zakan“, sieht das anders: „Der enorme Zulauf zu unserem Haus bestätigt unser Konzept“.

Und tatsächlich sind auch Anfang September alle knapp 30 Muringplätze an der 60 m langen L-Mole belegt, und man ist gut beraten, für den Abend im Restaurant einen Tisch zu buchen. Nur wer im Restaurant isst, bekommt auch Strom, der sich dann mit 75 Kuna (rund 10 Euro) auf der (gewiss nicht niedrigen) Rechnung bemerkbar macht. Dafür ist der Liegeplatz inklusive WLAN kostenlos. Neben dem Restaurant liegt ein kleiner Laden, in dem es auch Brot gibt.

In der Küche werden vorzugsweise lokale Produkte verarbeitet. Heißt: Fisch, Lamm, die dazu gehörenden Kräuter sowie das Olivenöl stammen aus den Kornaten. Alles wird in der Tradition der Kurnatare köstlich zubereitet und kommt in einem Ambiente auf den Tisch, an das sich Kornaten-Nostalgiker wohl erst noch gewöhnen müssen. Fazit: Die Zeiten der verrosteten Eisengitter als ultimative Grillstätte für Fisch und Fleisch sind auch in den Kornaten wohl endgültig vorbei.

Mit dieser Erkenntnis verlassen wir Ravni Žakan und genießen in gemütlicher Verdrängerfahrt die letzten 25 Seemeilen zurück in den Heimathafen, die Marina Kremik.

Hier geht's zu Teil 1: Der Archipel von Šibenik zwischen Žirje und Zlarin.

WAS SKIPPER WISSEN MÜSSEN

Firma Mit aktuell 28 Yachten von 12 bis 22 Metern Länge ist die österreichische Firma Offshore Boote einer der größten Charter-Anbieter für Motoryachten in Kroatien. Es gehört zur Philosophie des Traditionsunternehmens, bewährten Klassikern in der Flotte den Vorzug zu geben vor den modernen, aber möglicherweise noch nicht ausgereiften Neubauten. Was allerdings nicht heißt, dass neue Yachten gar nicht zum Zuge kommen. Stützpunkt von Offshore Boote ist seit 1997 die Marina Kremik in der Nähe des Städtchens Primošten.

Boote Aufgrund zu später Buchung mussten wir im August/September des letzten Jahres unseren Chartertörn auf zwei Boote verteilen: Eine erst ein Jahr alte Jeanneau Prestige 46 und eine recht betagte Yaretti 1570. Natürlich ist die Jeanneau sportlicher und in den Linien moderner, aber mit dem großzügigen Raumangebot der Yaretti kann sie nicht mithalten. Obwohl beide Boote mit 6 (+1) Kojen angeboten werden, sollte die größere Crew sich für die Yaretti entscheiden.

Technische Daten: Jeanneau Prestige 46 Fly Länge 14,55 m, Breite 4,26 m, Tiefgang 1,20 m, Motoren 2 x Cummins-Diesel 368 kW (500 PS), Wassertank 570 l, Dieseltank 1500 l, Verbrauch siehe unter Preise.
Yaretti 1540 Länge 15,70 m, Breite 4,36 m, Tiefgang 1,20 m, Motoren 2 x Caterpillar-Diesel 276 kW (375 PS), Wassertank 1300 l, Dieseltank 1800 l. Verbrauch sie-he unter Preise. Beide Boote sind sowohl nautisch-navigatorisch als auch für das tägliche Bord-leben auf allerhöchstem Niveau ausgestattet. Informationen:
www.offshore-boote.at

Preise Die Jeanneau Prestige 46 Fly kostet, je nach Saison, von 7350 bis 10 500 Euro pro Woche. Günstiger ist die Yaretti 1570 mit Wochenpreisen von 4340 bis 6200 Euro. In der Bordkasse spielen natürlich auch die gestiegenen Dieselpreise eine Rolle. Aktuell kostet Eurodiesel in Kroatien 9,53 Kuna/l (1,27 Euro).  Also kann man mit ökonomischer Fahrweise viel Bares sparen. Ein weiterer Spar- und Spaßfaktor war natürlich die Tatsache, dass unser Törn dem Motto folgte „Denn das Gute liegt so nah“. Ein Revier quasi vor der Haustür der Charterbasis intensiv zu bereisen, erübrigt „Meilenfressen“ und schont das Portemonnaie.

Information und Buchung Offshore Boote, Baumgasse 83, A-1030 Wien. Telefon: 0043-1-799 23 45, Fax: 0043-1-799 2345 -417, Skype: offshore-boote1, www.offshore-boote.at

Törnführer und Karten

  • Bodo Müller/Jürgen Straßburger: Küstenhandbuch Kroatien und Slowenien. Koper – Split. Edition Maritim, Hamburg. ISBN 978-3-89225-631-1. www.delius-klasing.de
  • Karl-Heinz Beständig: Kroatien, Slowenien, Montenegro – 888 Häfen & Buchten. Eigenverlag Beständig, Pressig.
  • Günter Lengnink: Küstengeheimnisse Band 9: Von Biograd bis Primošten. virtualStore, München. ISBN 978-3-00-024762-0.  www.virtualstore.de
  • Delius Klasing Sportbootkarten Satz 7: Adria 1 – Venedig – Rijeka – Šibenik – Drvenik V. Delius Klasing Verlag, Bielefeld. ISBN 978-3-7688-3207-6. www.delius-klasing.de

Weitere Informationen Die Kroatische Zentrale für Tourismus stellt auf ihrer Internetseite (http://de.croatia.hr oder http://at.croatia.hr) zahlreiche Informationen für Nautiker zur Verfügung, die teilweise auch heruntergeladen werden können. Einige der nautischen Broschüren sind bestellbar und werden Ihnen kostenlos zugesandt von: Kroatische Zentrale für Tourismus, Hochstraße 43, 60313 Frankfurt am Main, oder Rumfordstraße 7, 80469 München, oder Liechtensteinstraße 22 a/1/1/7,  A-1090 Wien.

Törnetappen (in sm)

  • Marina Kremik - Primošten: 2,5
  • Primošten - Vela + Mala Stupica (Žirje): 12
  • Mala Stupica - Tratinska - Mikovica - Muna - Koromašna (alle Žirje) - Kaprije: 15,5
  • Kaprije - Tratinska - Potkučina (beide Kakan Park) - Remetić (Kaprije) - Mala Nozdra (Kaprije): 10
  • Mala Nozdra - Vela Nozdra - Smetnja (Zmajan) - Obonjan - Tijašćica (Tijat) - Zlarin: 14
  • Zlarin - Krpanj - Kremik: 17
  • Kremik - Šibenik - Zaton - Skradin: 25,5
  • Skradin - Prvić Luka: 13
  • Prvić Luka - Prvić - Sepurine - Medoš (Kaprije): 8,5
  • Medoš - Ravni Žakan: 12
  • Ravni Žakan - Marina Kremik: 25
  • Gesamt: 155
Jürgen Straßburger am 11.04.2012