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Kroatien

Kroatien: Norddalmatien

Christian Tiedt am 31.03.2006

Ruhiges Ankern statt Hafenrummel: Durch die Kornaten und den Archipel von Sibenik bis nach Skradin und Vis, auch mal abseits der bekannten Routen.

Für diesen Blick lohnt sich der Aufstieg! Weit im Westen, über der offenen Adria, steht die Sonne und lässt das Meer funkeln. Der Wind weht warm über den Hang. Dreißig Minuten Fußmarsch sind es hier hinauf, über einen schulterbreiten Geröllweg, vorbei an duftenden Rosmarinsträuchern und grell leuchtenden Kalkfelsen bis zur römischen Ruine. Stille. Unten in der Bucht, ganz klein, schwoijt unser Boot gemächlich an seinem Anker. Gemeinsam mit einigen Segelyachten und einem rostigen Fischtrawler liegt es in der Bucht von Stupica auf Žirje, der größten und zugleich äußersten Insel des Archipels von Šibenik in Norddalmatien.

Später, nach dem Abstieg, treffen wir Zlatan vor der kleinen, namenlosen Konoba am schattigen Ende der Bucht. Er gehört zur Besatzung des Trawlers und entspannt sich mit einem Ožujsko Pivo in der Hand vom Netzeflicken. „Von da oben haben schon die Illyrer nach Piraten Ausschau gehalten“, erzählt er uns und zeigt mit dem tätowierten Arm auf die zinnenbewehrten Mauerreste auf dem Hügel. „Dann kamen die Römer und noch später die Venezier.“

Žirje ist ein Außenposten geblieben. Bis heute. Vom Massentourismus hat die Insel noch nichts gesehen. Große Hotels: Fehlanzeige – auch hier in der Bucht von Stupica. Aber genau das ist es, was wir diesmal suchen: Ruhe. Ein Kroatien-Törn der kleinen Buchten und großen Abstecher soll es werden, etwas abseits der bekannten Routen und nicht nur von einer perfekt ausgestatteten Marina zur nächsten. Schon nach wenigen Tagen wissen wir: überhaupt kein Problem!

Christian Tiedt am 31.03.2006