Archipel von Šibenik Archipel von Šibenik

Reise: Archipel von Šibenik / Kroatien

Navigieren mit dem Wind

Bodo Müller am 17.08.2020

Der Archipel von Šibenik ist ein Kleinod an der kroatischen Adriaküste. Sportbootfahrer finden hier bei jedem Wetter einen schönen und sicheren Hafen

Bei blauem Himmel und leichtem Maestral lassen wir die Marina Mandalina achteraus und steuern auf dem Unterlauf der Krka hinaus auf die Adria. Wir haben eine Bavaria Sport 35 für eine Woche gechartert, um die Häfen und Buchten im Archipel von Šibenik zu besuchen. Der Monat Mai verspricht traumhaftes Wetter. Mit dem goldenen Abendlicht im Gesicht fahren wir raus aufs Meer.

Der Archipel von Šibenik vor der gleichnamigen dalmatinischen Stadt besteht aus acht dicht nebeneinanderliegenden Inseln, von denen nur Zlarin, Prvić, Kaprije, Žirje und Krapanj dauerhaft bewohnt sind, sowie aus etwa 20 felsigen Eilanden.

Erstes Törnziel ist die Insel Prvić mit dem Hafen Prvić Luka in der südlichen Bucht. Das Wetter bleibt traumhaft. Als wir hinter der Mole anlegen, sind wir das einzige Boot. Am Hafen Prvić Luka lädt seit 2012 das dem venezianischen Gelehrten und Erfinder Faust Vrančić (1551–1617) gewidmete Museum zum Besuch ein. Daneben liegt in erster Lage das Restaurant Mareta mit Blick auf Hafeneinfahrt und Meer. Die Kellner lassen gerade die Persenning über der Terrasse herunter. Der Wind hat auf Süd gedreht. Wellen schlagen gegen die Terrasse. Das Personal ist nett, das Essen durchschnittlich.

Morgens setzt sich wieder der Maestral durch und schenkt uns einen sonnigen Tag. Wir steuern an der Westküste von Prvić nordwärts bis Šepurine. Der malerische Ort ist noch immer ein Geheimtipp. In der schmalen Hafeneinfahrt können zwei Gastboote längsseits gehen. Der Hafen ist das Zentrum des denkmalgeschützten Ortes mit seinen alten Steinhäusern und verschachtelten Gassen. Es gibt keine Autos.

Die 230 Bewohner leben anscheinend gelassener als anderswo. Nachmittags sitzt man im Schatten vor dem Haus oder im Café, rührt im Espresso oder nippt am Weinglas. Jung und Alt reden miteinander, ohne dass jemand mit dem Handy spielt.

Zwei ältere Männer schauen sich unsere Bavaria an. Wir fragen nach einem Hafenmeister, bei dem wir bezahlen dürfen. Sie heben die Schultern. Ein Einheimischer mit einem kleinen Segelboot kommt vom Fischen zurück und legt neben uns an. Er sagt, dass unser Liegeplatz in der Hafeneinfahrt relativ geschützt sei. Allerdings soll sich das Wetter ändern. Bei Bora kann Schwell in die Einfahrt rollen.

So malerisch Šepurine ist, für die Nacht bevorzugen wir eine geschütztere Bucht. Wir steuern anderthalb Meilen südwärts und biegen im Süden der Insel Tijat in die Bucht Tijašnica ein. Im Bojenfeld sind Plätze frei. Wir steuern ins Innere der Bucht. Auf dem Steg winkt uns ein Mann in Kellnerkleidung heran. Wie viel Tiefgang unser Boot hat, will er wissen. Ich zeige einen Finger hoch. Er signalisiert, dass wir am Steg längsseits gehen sollen.

Die idyllische Tijašnica war schon immer eine beliebte Bucht im Archipel. Seit 2018 gibt es noch einen Grund, sie anzusteuern. Aus ehemaligen Ziegenställen wurde das Restaurant Spirito Summer Place errichtet. Chefköchin Jovanka Simic bereitet für uns Scampi-Tatar, das sie mit essbaren Blüten zu einem Kunstwerk verzaubert. Ein Lokal in paradiesischer Lage mit Spitzenservice und entsprechendem Preisniveau.

Den vollständigen Artikel lesen Sie in der September-Ausgabe von BOOTE. Ab dem 19.8.2020 hier erhältlich!

Bodo Müller am 17.08.2020
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