Insel Krk Insel Krk

Revier: Insel Krk / Kroatien

Im Schatten des Windes

Bodo Müller am 15.04.2019

Atemberaubende Landschaften, einsame Strände, alte Städte: Beim Törn rund um die Adriainsel Krk fühlt man sich wie ein Entdecker

Rund Krk? Um Gottes willen! Habt ihr keine Angst vor der Bora?" Unser Stegnachbar in der Marina Punat kann unseren Törnplan nicht nachvollziehen. "Ich liege hier seit zwei Jahrzehnten und fahre immer nach Süden. Die Umrundung der Insel ist bestimmt schön. Aber im Vinodolski Kanal wohnt der Wind!" Und mit dem ist nicht zu spaßen. Während vor Kap Hoorn Windspitzen von "nur" 160 km/h nachgewiesen sind, bringt es die Bora in dieser Rinne zwischen der Insel Krk und dem Festland auf Spitzenwerte von 250 km/h. Das sind zweimal 12 Beaufort!

Eines der Epizentren der Bora ist die Senjska Vrata, die Meerenge im Süden von Krk. Wer die Insel runden möchte, muss da hindurch.

Aber keine Sorge: Solche Extreme schafft auch die Bora nur im Winter. Während der Bootssaison von Mai bis September kann sie zwar in Böen auch mal 7 bis 8 Beaufort erreichen, jedoch selten mehr. Für eine erfahrene Crew auf einem sicheren Boot dürfte das eine überschaubare Herausforderung sein.

Zusätzliche Sicherheit schaffen vor allem die präzise gewordenen Bora-Vorhersagen im Internet. Inzwischen lässt sich ihr Auftreten auf die Stunde genau prognostizieren. Wer ein schnelles Motorboot besitzt, hat also genug Zeit, Unterschlupf zu suchen. Etwa in einer der beiden neuen Marinas, die erst im vergangenen Jahr eröffnet wurden. Die Marina Novi und die Mitan Marina, beide gelegen in Novi Vinodolski, sind extra so angelegt, dass sie dem Wind trotzen.

In der Mitan Marina beispielsweise werden Boote nicht mit dem bordeigenen Tauwerk, sondern mit vorhandenen Spezialleinen festgemacht.

Inzwischen werden die extremsten Böen zudem etwa 40 Seemeilen weiter südöstlich am Velebit Kanal gemessen. Trotzdem sollte man die Bora im Vinodolski Kanal oder in der Senjska Vrata nicht unterschätzen: Man braucht sich nur die Landschaft anzusehen: nackter Fels, vom gnadenlosen Gebläse des Windes in eine Mondlandschaft verwandelt. Hier wachsen weder Baum noch Strauch. (...) 

Das vollständige Revierporträt lesen Sie in der Mai-Ausgabe von BOOTE, die es ab dem 17.04.19 am Kiosk gibt. 

Bodo Müller am 15.04.2019