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Reviere

Kroatien: Norddalmatien

Jürgen Straßburger am 31.03.2008

An der dalmatinischen Küste zwischen Krka und Kornaten gibt es keinen Stillstand. Ein abwechslungsreicher Törn zu alten Zielen und neuen Häfen.

Es war im September 1990, als ein damals noch jugoslawischer Marinadirektor zu mir sagte: „Schau mal über die Marina: Früher gab es immer nur Masten, Masten, Masten! Heute siehst du nur noch Flybridge, Flybridge, Flybridge.“ Und wenn ich heute über die damals noch gar nicht existierende Marina Frapa in Rogoznica schaue, muss ich hinzufügen: „Und: Radome, Radome, Radome.“

Dieses immer häufiger auftauchende Symbol von Geld und Hightech macht deutlich: Die Eigner großer und größter Yachten haben Kroatien entdeckt. Das wird nirgendwo deutlicher als in der Marina Frapa, in der von Anbeginn galt, „dass es schon immer etwas teurer war, einen besonderen Geschmack zu haben.“ Zwischen all dieser Pracht nimmt sich unser Bötchen doch recht bescheiden aus: „Isabelle“ heißt die Sealine SC 29, die wir bei Baotić-Yachting für zwei Wochen gechartert haben, und die jetzt am Steg vor der Marina-Rezeption auf uns wartet. Das ist auch logistisch günstig, denn der gut sortierte Minimarkt der Marina ist nah und bietet alles, was wir für die „Erstbunkerung“ brauchen.

Joško, der Leiter des Charterstützpunktes, macht uns bei der Einweisung auf eine „Macke“ von „Isabelle“ aufmerksam: Sie sei – selbst vom ihm – beim Rückwärtsanlegen nicht vernünftig zu beherrschen. Der Bug mache dann, was er wolle. Das Boot brauche ein Bugstrahlruder. Joško hat recht: Auch wir bekommen ein paar Mal Probleme mit dem unberechenbaren Wegklappen des Bugs beim Rückwärtsfahren. Zum Glück bleibt das die einzige Macke des Bootes während unseres Törns. Es ist verrückt, wie sehr ich mich immer wieder über die Ansteuerung von Skradin freue. Aber nicht nur der freundliche Ort unterhalb der spektakulären Krka-Wasserfälle zieht mich in seinen Bann: Es ist auch die eindrucksvolle Fahrt über die tief in hellen Karst eingegrabene Krka zwischen Šibenik und dem Binnensee Prokljansko jezero, über dem sich eine knallgrüne, wie mit dem Lineal gezogene Hochebene erhebt.

Jürgen Straßburger am 31.03.2008