Kornaten Kornaten

Törn: Kornaten / Kroatien

Sterne im Meer

Bodo Müller am 23.06.2019

Die Einsiedeleien im Nationalpark Kornati zählen zu den schönsten Reisezielen des Mittelmeeres. Wir haben die Buchten und ihre Konobas besucht

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"Am letzten Schöpfungstag wollte Gott sein Werk krönen, und so schuf er aus Tränen, Sternen und Atem die Kornaten". Als der irische Dichter George Bernard Shaw diesen Satz schrieb, konnte er nicht ahnen, wie oft er zitiert werden würden. Treffender kann man den Archipel aus 147 Inseln aber wohl kaum beschreiben. Nirgendwo sonst im Mittelmeer gibt es eine derart schöne Gruppe von Offshore-Inseln. Die karstigen Felsen mit den in Fjorden versteckten Einsiedeleien gehören seit Jahren zu den Top-Zielen des nautischen Tourismus.

Waren die Kurnatare – so heißen die Einsiedler auf den Kornaten – einst Fischer oder Schafzüchter, die in ärmlichen Verhältnissen lebten, betreiben sie heute üblicherweise eine Konoba mit Anleger.

Das Geschäft boomt und ein Ende ist nicht abzusehen. Wo steinerne Hütten standen, zeigt sich heute ein ansehnliches Restaurant. Und wo früher das Holzboot mit Lateinersegel an der selbst aufgeschichteten Mole vertäut lag, machen heute Yachten komfortabel an Murings in einer Privat-Marina fest. Über 20 000 Crews besuchen inzwischen jährlich die Kornaten, deren größter Teil schon 1980 zum Nationalpark erklärt wurde. Eine so große Zahl von Gästen sorgt aber auch für Probleme: durch Ankern zerstörte Seegrasflächen, leer gefischte Gewässer, Berge von Müll und tausendfach entleerte Fäkalientanks.

Der Verwaltung des Nationalparks Kornati ist das sehr wohl bekannt. Vor fünf Jahren warnte der Biologe und Nationalparkdirektor Dr. Robert Bobinac davor, den Yacht-Tourismus nur als Geldeinnahmequelle anzusehen. Er forderte moderne Müllentsorgungssysteme, Liegeplätze an Schwimmpontons, Fäkalienabsaugstationen sowie öffentliche Toiletten und Duschen mit modernen Kläranlagen. Und er forderte, dass das Ticket für den Nationalpark Kornati auch im benachbarten Naturpark Telašćica gilt. Es sei Wegelagerei, die Bootscrews, die eine virtuelle Linie auf dem Wasser überfahren, zwei Mal zur Kasse zu bitten.

Angesichts des Durchschnittsalters der Bootsfahrer forderte der Biologe eine medizinische Notaufnahme im Nationalparkzentrum in Vrulje mit einem Notarzt, um Patienten mit Herzinfarkt oder Schlaganfall versorgen zu können. Dazu sollten ein Speedboot und ein Wasserflugzeug im Zentrum des Parks stationiert werden. Analog zu den Nationalparks in Kanada oder den USA wollte er durchsetzen, dass die Gäste nicht nur abkassiert werden, sondern auch eine Gegenleistung bekommen. Dr. Bobinac war nur für kurze Zeit Nationalpark-Direktor.

Nichts wurde seitdem verbessert. Aber die Eintrittsgelder stiegen und stiegen. Im Frühjahr 2017 protestierten die Kurnatare, die überwiegend in Murter wohnen, vor der im selben Ort ansässigen Nationalparkverwaltung gegen eine weitere Erhöhung der Eintrittsgelder.

Sie fürchten, dass immer weniger Crews bereit sind, die horrenden Preise zu zahlen und damit die Konobas weniger Gäste bekommen. Es nützte nichts – die Gebühren sind auf einem Rekordhoch und die Gelder versickern scheinbar wie seit Jahrzehnten in der kroatischen Staatsbürokratie. Aktuell kostet das Ticket bei Kauf  innerhalb des Parks für unser 43-Fuß-Boot in den Monaten Juli/August an einen Tag satte 900 Kuna (120 Euro). Die weit gestaffelte Gebühren-Struktur findet man auf der Website des Nationalparks: www.np-kornati.hr

Die anhaltenden Gebührenerhöhungen seitens der Parkverwaltung haben letztendlich zu einer kuriosen Praxis geführt, das staatliche Gebührensystem völlig zu umschiffen. Die Konoba-Besitzer prophezeien heute ihren Gästen hinter vorgehaltener Hand, dass sie sehr wahrscheinlich nicht abkassiert werden, wenn sie so schnell wie möglich an der Mole oder dem Schwimmsteg des Lokals festmachen. Das sei Privat-Gelände und da dürfe der Staat nicht kassieren. Genau genommen ist das nicht korrekt, denn nach kroatischem Recht gehören die ersten sechs Meter ab Wasserkante immer dem Staat. Dennoch ist es den Kurnataren gelungen, die staatlichen Kassierer fern zu halten. Somit wird die gesparte Nationalparkgebühr in die Konoba umgeleitet.

Kroatien Kornati

Der Bootscrew muss es nur gelingen, auf möglichst kurzem Wege von der offenen See in den Nationalpark zu fahren, sofort an einer Konoba die Muringleine zu greifen und die Festmacher an Land zu werfen. Der Wirt hilft dabei. Wer zu spät kommt und über Nacht vor Anker oder an einer Boje liegen muss, wird von den Rangern abkassiert.

Wir haben eine Woche lang die schönsten Buchten im Nationalpark und im benachbarten Naturpark Telašćica besucht und unsere eigenen Erfahrungen gesammelt.


Von der Charterbasis in der Marina Mandalina bei Šibenik steuern wir mit unserer schnellen und wendigen Azimut 43 durch den Archipel von Šibenik nach Südwesten, lassen die Insel Žirje an Backbord und haben nach 20 Seemeilen das südliche Ende der Kornaten vor uns. Unser Ziel ist Vrulje mitten im Nationalpark. Wir haben die Wahl: Entweder bei der Insel Smokvica in den Kornatski Kanal einfahren und dann innerhalb des Parks dorthin steuern oder solange auf dem offenen Meer weiter nach Nordwesten motoren, bis das Dorf an Steuerbord aufkommt.


Wir entscheiden uns für letztere Variante, können wir dabei doch noch weitere 15 Meilen in wirtschaftlicher Gleitfahrt zurücklegen. Als die Sonne im Westen schon die Adria rot färbt, steuern wir auf kürzestem Wege nach Vrulje. Die Muringplätze an der Mole der Konoba "Ante" sind von Seglern belegt. Wir haben Glück, hinter der Mole, wo die Fischkutter liegen, ist ein Platz längsseits frei. Konoba-Chef Jure, der Sohn des Namensgebers Ante, hilft uns beim Anlegen, korrigiert die Fender und schiebt unser Zwölf-Meter-Schiffchen behutsam in die steinerne Box.


Jure stellt einen zusätzlichen Tisch auf die Mole. Unser Bugkorb reicht bis an den Kneipentisch, der schnell eingedeckt ist mit einer Vorspeisenplatte aus Sardinellen, Oliven und Tintenfischsalat. Dazu gibt es Roten vom Pelješac, in dem das letzte Licht des Abends funkelt. Jure erklärt, dass im Nationalpark nicht mehr gefischt werden darf und fragt, ob er für uns einen Knurrhahn aus der Adria grillen darf. Die Knurrhähne mit den flügelartigen Flossen leben in der Tiefe des Meeres und sind wertvolle Speisefische. Bis er gegrillt ist, wandern wir ein Stück den Berg Vrujsko hinauf.


Von oben hat man einen sagenhaften Blick über die karstige Inselwelt. Fast alle Gäste der Konoba sind vor dem Hauptgericht auf den Gipfel gestiegen und können sich nicht sattsehen.

Während die Sonne versinkt, zieht ein verführerischer Duft den Hügel hinauf. Wir genießen den leckeren Knurrhahn und den Zauber eines Ortes, der zwar in Europa und doch so weit von der modernen Zivilisation entfernt liegt. Vrulje besteht aus knapp drei Dutzend alten Steinhäusern und ist die größte Siedlung in den Kornaten.

Kroatien Kornati

Neben der Konoba "Ante" gibt es hier die ebenfalls hervorragenden Lokale "Ivo" und "Robinson". Letzteres hat einen eigenen Schwimmponton, an dem man anlegen kann. Am westlichen Ausgang liegt die Außenstelle des Nationalparks, wo seit Jahren ein Informationszentrum mit einem kleinen Museum errichtet werden soll. Ich klopfe an und betrete einen kahlen Raum, in dem ein junger und ein älterer Ranger in ihrem Kaffee rühren. Als ich nach dem Info-Zentrum des Parks frage, lacht der Ältere schallend auf. "Das sollte schon vor zehn Jahren fertig sein. Hier gibt es nur ein paar Feldbetten für uns."

Während wir weiter am Ufer entlang wandern, verlassen die Ranger das Haus, steigen in ihr RIB und fahren zur Konoba "Ante", wo sie neben unser Yacht festmachen. Jetzt müssen wir sicher zahlen, denke ich. Die Uniformierten gehen in den Ort und kommen nach einer Minute zurück. Ohne auch nur eine Bootscrew abzukassieren, fahren sie das kurze Stück zurück ins künftige Nationalparkzentrum und wurden nicht mehr gesehen.

Wir setzen unsere Wanderung auf dem Eselspfad entlang der Bucht fort. Nach 300 Metern endet der Weg an der neuen Core Lounge Bar & Restaurant. Am eigenen Steg können 16 Yachten mit Murings festmachen, für weitere acht gibt es Bojenplätze. In der Lounge-Bar werden internationale Cocktails serviert. Das Restaurant orientiert sich an der dalmatinischen Tradition. Fisch und Hummer kommen frisch aus der Adria, bei rechtzeitiger Anmeldung (etwa 4 Stunden vorher) ist auch Peka aus Lamm, Fisch oder Tintenfisch möglich. Bei Westwinden oder Jugo ist der Anleger ungeschützt. http://www.core-kornati.com


In den Kornaten sind die Distanzen minimal. Unser heutiges Ziel, die Bucht Strižnja, liegt zwei Seemeilen entfernt. Dort gibt es zwei Konobas mit eigenen Molen. Wir entscheiden uns für den im Süden liegenden Anleger des Fischers Darko, wo wir mit Muringleine zwischen zwei Segelyachten festmachen. Darko fährt morgens zu seinen Netzen und holt den frischen Fang. Derweil helfen Tochter Marina und Schwiegersohn Hrvoje den Gästen beim Anlegen und Darkos Frau in der Küche.

Es ist ein typischer Familienbetrieb, der aus einer ehemaligen Einsiedelei entstand. Etwa 40 solcher Konobas gibt es heute in den Kornaten und in der benachbarten Bucht Telašćica. Sie sind die täglichen Ziele der Yachties und das wirtschaftliche Fundament der Kurnatare.Was Darko aus den Netzen holt, kommt abends auf den Grill und wird mit Oliven, Peperoni und Knoblauch serviert. http://www.konoba-striznja-kornati.hr

Gaumengenuss und Ambiente sind kaum zu überbieten.


Die Entscheidung, welche Einsiedeleien man in einer Woche besuchen sollte, fällt nicht leicht. Da das Wetter etwas instabil ist und ein Gewitter mit Starkwind von Westen kommen soll, entscheiden wir uns, nach Levrnaka zu fahren. Die Bucht Anica, die tief ins Inselinnere führt, bietet Schutz bei westlichen Winden.

Wir halten auf die Schwimmstege der Konoba "Levrnaka" zu und Junior-Chef Daniel Ježina reicht uns die Muring.
Das Steinhaus im Scheitel der Bucht wurde 1980 vom Fischer Mladen Ježina als Fischerhütte gebaut. 1994 kamen die ersten Gäste mit Booten. Aus der Fischerhütte entstand ein modernes Restaurant. Die steinerne Pier für den Kutter wurde durch Schwimmstege zur Mini-Marina mit 20 Gastliegeplätzen erweitert. Von 19–24 Uhr gibt es Strom vom Generator. Das Wasser kommt aus der Zisterne.

Kroatien Kornati

Die Konoba "Levrnaka" avancierte zu einem der besten Lokale im Nationalpark. Spezialitäten sind Kornati-Lamm sowie Fisch und Meeresfrüchte aus den Kornaten. Die Konoba ist sehr gefragt, während der  Saison sollte man Liegeplatz und Tisch reservieren (Tel. 091-43 53 777).  http://www.konoba-levrnaka.hr


Nachts kam das erwartete Gewitter, wobei wir am Liegeplatz nicht viel davon spürten. Am Morgen besuchen wir den nahen Strand im Südwesten von Levrnaka. Es ist so schön einsam hier. Ich werfe die Sachen weg und will gerade ins Wasser springen. Es ist kurz nach 11 Uhr. Plötzlich wird es laut. Hunderte von Touristen, die mit Ausflugsbooten gekommen sind, annektieren den Strand.

Nix wie weg!

Während wir wieder an Bord gehen, düst ein RIB des Nationalparks in die Bucht Anica. Die Ranger kassieren zwei Crews ab, deren Boote im äußeren Teil der Bucht ankern. Dann drehen sie wieder ab – obwohl an den Schwimmstegen der Konoba "Levrnaka" noch viele Boote liegen.

Wir steuern ab Levrnaka drei Meilen nach Norden und dann in den Fjord Šipnate hinein. Der Wind weht jetzt böig aus wechselnden Richtungen, und wir sind unsicher, wo wir anlegen sollen. Der junge Besitzer Snježan Rameša kommt aus seiner Konoba und fährt uns mit seinem Boot entgegen. Er meint, dass wir längsseits hinter seinem Schwimmponton relativ gut liegen.

Snježan fährt voraus und hilft beim Anlegen. Ivana und Snježan Rameša leben mit ihren drei Kindern jeden Sommer in Šipnate. Sie haben die Einsiedelei ihrer Vorfahren, die seit über hundert Jahren auf den Kornaten Schafe züchten, zur Konoba ausgebaut. Da es an ihrer Mole nur 1,6 Meter tief ist, haben sie am Südufer der Bucht einen Schwimmponton ausgebracht, an dem Boote bis zwei Meter Tiefgang anlegen können. Außerdem gibt es vier Bojen in der Bucht.


Ivana sagt, ihre Spezialitäten seien Lamm-Peka oder Oktopus-Peka. Aber eine Peka hätte man vier Stunden vorher anmelden müssen. Sie erntet Zwiebeln, Tomaten und Paprika im Garten und zaubert daraus für uns einen Salat. Dann bestreicht sie zwei kleine Fische und einen Hummer mit ihrem selbst gepressten Olivenöl und legt sie auf den Grill. Das Essen ist hervorragend und der Preis für kroatische Verhältnisse erstaunlich moderat. 


Wir befinden uns noch im Nationalpark, wo strenge Regeln zum Schutze der Natur gelten. Während wir weiter nach Nordwesten in Richtung Telašćica fahren, entdecken wir bei Suha Punta eine neue oder zumindest deutlich verlängerte Mole. Wir gehen an ihrer geschützten Innenseite längsseits. Miljenko Spralja von der Konoba "Suha Punta" nimmt die Leinen an. Ich frage ihn, wer die Mole gebaut hat. Er hebt die Schultern: "Plötzlich war sie da." Dabei zwinkert er mir zu. Anschließend seien zwei Vermesser des Hydrographischen Instituts gekommen und haben die Mole in die nautischen Karten eingezeichnet. Jetzt sei sie legalisiert und die Gäste der Konoba können auch mit großen Yachten anlegen.

In der Konoba "Suha Punta" bekommt man die am leckersten zubereiteten Tintenfische in den Kornaten. Miljenkos Frau Zora möchte unbedingt, dass wir ihre knusprig gegrillten Tintenfischringe und den selbst gekelterten Wein probieren. Familie Miljenko betreibt den einzigen Weingarten im Nationalpark. Beim leckeren Roten vergeht die Zeit, bis die Tintenfische zubereitet sind, wie im Fluge. Während wir uns auf der Mole verwöhnen lassen, kommt ein RIB des Nationalparks auf Sprechweite heran. Miljenko ruft den Rangern etwas zu. Sie drehen ab.

An fünf Einsiedeleien im Nationalpark haben wir inzwischen angelegt. Kein Ranger wollte uns abkassieren.

Das ungeschriebene Gesetz, wonach man nicht zahlen braucht, wenn man an einer Konoba liegt, scheint nach wie vor gültig zu sein.


Nachmittags steuern wir auf die Vela Proversa zu, die südliche der beiden schiffbaren Durchfahrten in Richtung Festland. Sie bildet heute die Grenze zwischen dem Nationalpark Kornati im Süden und dem sich nördlich anschließenden Naturpark Telašćica. Die Insel Katina am Nordufer gehört also zum Naturpark. Dort betreibt Familie Šešela das Restaurant "Mare" mit einer kleinen Marina, in der 15 Yachten an Murings anlegen können. Ju-
nior-Chef Duje lotst uns auf den komfortablen Platz längsseits der Mole. Es gibt Strom (18–24 Uhr), Wasser (8–12 Uhr) und Wifi.


Seit 1914 siedelt Familie Šešela an der strategisch wichtigen Passage. Früher ankerten hier die Fischtrawler, wenn auf offener See schlechtes Wetter war. Bei Familie Šešela gab es immer ein wärmendes Feuer, eine Fischsuppe und einen leckeren Tropfen. Ab 1965 betrieb die Familie einen Proviantladen für Fischer, aus dem um 1973 eine Konoba für die Seefahrer wuchs. An einen nautischen Tourismus war damals noch nicht zu denken. Man sagt, dass das "Mare" die erste Konoba in den Kornaten war.

Im "Mare" bekommt man stets frischen Fang. Spezialität des Hauses sind Hummer, die lebend aus dem Seewasser-Aquarium gefischt werden. http://www.restoran-mare.hr

Das "Mare" gilt seit Jahrzehnten als eines der besten Fischrestaurants im Archipel. 


Wir steuern in die Telašćica hinein, die zu den schönsten Buchten des Mittelmeeres zählt. Die Telašćica hat mehr als ein Dutzend Unterbuchten, in einigen existieren Bojenfelder des Naturparks. Konobas, an denen man anlegen kann, gibt es in der Telašćica nicht.

Kroatien Kornati

Unser Ziel ist die Bucht Kruševica, in der der Einsiedler Goran Jagić eine urige Konoba betreibt. Goran sieht aus wie ein Alt-Hippie: Haare und Bart reichen bis zur Brust. Er ist der Grillmeister in seiner "schwarzen Küche", bedient die Gäste und strahlt immer gute Laune aus. Das Essen ist einfach, gut und preiswert. Unter der Rufnummer 098-160 79 02 kann man einen Liegeplatz an der Boje reservieren, die er mit einem Surfbrett markiert.


Morgens rudert Goran mit dem schwimmenden "Toni’s Supermarkt" durch die Bucht und verkauft aus seinem Kahn frisches Brot, Obst, Gemüse und Wein. Der Name Toni erinnert an seinen Vater, der den schwimmenden Markt erfand. Und morgens bekommen wir endlich Besuch von zwei Rangern des Naturparks Telašćica, bei denen wir Tickets für zwei Tage kaufen. Die Ranger sind sehr freundlich und nehmen unseren Müll mit. Für unser 43-Fuß-Boot zahlen wir pro Tag 380 Kuna (ca. 50 Euro). Die Tabelle der Gebühren findet man auf der Website des Naturparks: http://www.pp-telascica.hr

Den letzten Abend verbringen wir in der nördlichsten Spitze der Telašćica. In der Bucht Magrovica kann man bei allen Winden auf etwa drei Metern sicher ankern. Die am Ufer gelegene Taverna "Goro" hat seit Jahren Kult-Status, was dem Entertainer Goran Rogulj zu verdanken ist. Mit seiner Frau Franciska baute er Ende der 90er Jahre die Taverna auf. Auf den Holzbänken unter dem Dach aus Weinlaub saßen mit Megayachten angereiste Prinzessinnen, russische Milliardäre und arabische Scheichs.

Nach dem Tod seiner Frau zog sich Goran zurück und übergab das Steuer seinem Sohn Jakov. Im Herbst 2016 verstarb der bei den Bootsfahrern so beliebte Goran nach schwerer Krankheit im Alter von 64 Jahren.


Gorans Slogan war: "I’m the king of the Peka".

Sohn Jakov setzt die Tradition fort und bereitet die beste Peka weit und breit. Das Gericht muss drei bis vier Stunden garen. Genügend Zeit, um im Abendlicht zur Steilklippe von Dugi Otok zu fahren.


Jakov besorgt in wenigen Minuten für wenige Kuna ein Taxi. Die 166 Meter hohe, senkrechte Felswand von Dugi Otok zählt zu den höchsten Klippen des Mittelmeeres. Von der Klippe haben wir einen sensationellen Blick über die Bucht von Telašćica und hinüber bis zu den Kornaten. So nehmen wir Abschied von einem der schönsten Reviere der Adria.

Diese Törnreportage über die Kornaten lesen Sie in der April-Ausgabe 2018 von BOOTE.

Bodo Müller am 23.06.2019