Die Markerwadden aus der Luft Die Markerwadden aus der Luft

Revier: Niederlande

Achtzehn Projekte für 2018

Alexander Worms am 11.05.2018

Die Niederlande erleben ein Jahr der Entscheidungen, was den Wassersport betrifft. Wir zeigen, was passiert – und was nicht. TEIL 1 unserer Übersicht

Sei es zu den Gezeiten im Grevelinger Meer, einer Insel in der Bucht von Lemmer, den Windpark am Afsluitdijk oder den Beschlüssen zur Flexibilisierung des Pegels im IJsselmeergebiet: Überall warten in unserem Nachbarland in diesem Jahr langwierige Anhörungen, Einsprüche, Kampagnen und schließlich häufig höchstrichterliche Entscheidungen. Eine davon stand Ende April an, leider nach Redaktionsschluss dieser Ausgabe: jene zum Windpark Fryslân.

Darf er gebaut werden, in einem für Vögel besonders sensitiven Bereich? Der Raad van State, ein beratendes Verfassungsorgan, wird eine Meinung über das Projekt aussprechen. Die ist für die Niederländer dann bindend.

Ein ebensolches Streitobjekt ist die Fußgänger- und Fahrradbrücke über das IJ in Amsterdam. 11,35 Meter soll der feste Teil hoch werden, zu niedrig –  zumindest für viele Segler. Die Folge wären wartende Boote an ohnehin schon sehr verkehrsreicher Stelle. Alternativen wären ein Tunnel oder eine U-Bahnanbindung am Sixhaven gegenüber des Hauptbahnhofs. Letztlich hat der Rijkswaterstaat, die zuständige Behörde, das letzte Wort.

Neben einigen zähen Verhandlungen gibt es jedoch auch Fortschritte zu vermelden. Die Marker Wadden, lange Thema im NL-Spezial, werden in diesem Jahr endlich für Besucher geöffnet. Bei den Parlamentswahlen im letzten Jahr gab es sogar schon ein Wahllokal auf einer der Inseln. Der Bau geht weiter, auch wenn der Hafen geöffnet ist. In Harderwijk erwartet ein weiterer großzügiger Hafen die Besucher: Die Stadt hat ihre Wasserseite für rund 400 Millionen Euro herausgeputzt, natürlich inklusive großem Wohngebiet am Wasser. Ein Besuch lohnt also.

Und in den Fahrrinnen ist in den Randmeeren auch nicht mit Wasserpflanzen zu rechnen. Ebenfalls positiv: Windparks vor der Küste dürfen fortan zwischen Sonnenauf- und Untergang befahren werden. Das lässt Skippern auf dem Weg von und nach England mehr Raum, um auf Wind und Strom reagieren zu können. Generell ist die Stimmung in den Niederlanden gut, der Wassersportsektor hofft auf gutes Wetter und viele Besucher. 

Die vollständigen Revier-News lesen Sie in der Juni-Ausgabe von BOOTE, die es ab dem 16. Mai 2018 im Handel gibt. Für Abonnenten natürlich schon eher.

Titel Juni 2018

Alexander Worms am 11.05.2018