Texel Texel

Revier: Texel / Niederlande

Fundsache

Christian Tiedt am 19.05.2019

Dünen, Wald und Watt: Texel ist nicht nur die größte, sondern auch die vielseitigste der Westfriesischen Inseln. Ein lohnendes Urlaubsziel also – auch für Gäste auf eigenem Kiel

Fotostrecke: Nordseeinsel Texel

Die Kette der Friesischen Inseln folgt der Nordseeküste in weitem Bogen über rund 400 Kilometer, von den Niederlanden über Deutschland bis nach Dänemark. An ihre Außenseite  brandet die offene See, die Innenseite liegt am stillen Wattenmeer. Sand, Salz und Sonne warten auf Erholungsuchende. Kein Wunder, dass die Urlauber im Sommer vom Festland herüberströmen. Was Freizeitaktivitäten angeht, hat man viel zu bieten – auch für Sportbootfahrer.

Die Größte im Bunde ist zugleich ihre Westlichste: Texel ("Tessel" gesprochen) misst immerhin knapp 170 Quadratkilometer und damit in etwa soviel wie die Ostseeinsel Fehmarn. 

Oudeschild

Aus Skippersicht ist schon der großzügige Sportboothafen in Oudeschild ein gutes Argument für einen Besuch: Der Wadden Haven bietet 220 Liegeplätze mit Strom und Wasser an modernen Schwimmstegen, die auch bei Niedrigwasser nicht trocken fallen. Wenn der Hafen dennoch voll ist (was im Sommer regelmäßig vorkommt), darf auch in den benachbarten Gemeindehafen (der sonst der Berufsschifffahrt vorbehalten ist) ausgewichen werden. www.waddenhavens.nl

Dazu kommt gleich am Hafen ein Café-Restaurant mit schöner Terrasse (www.decompagnietexel.nl) und ein großer Kinderspielplatz. Der Ort Oudeschild selbst bietet beste Versorgungsmöglichkeiten (Spar-Supermarkt in der Vlamkast, 1 km vom Hafen) und vielfältige Gastronomieangebote. Wer keine Fahrräder für die Erkundung der Insel an Bord hat, kann hier welche mieten (und im Voraus reservieren; www.texel.net). Am westlichen Ortsausgang von Oudeschild (am Schilderweg, Richtung Den Burg) findet man die Texelse Bierbrouwerij, die auch besichtigt werden kann. Hier wird unter anderem das süffige helle "Skuumkoppe" hergestellt. www.texels.nl

t’Horntje

Etwa sechs Kilometer südwestlich von Oudeschild befindet sich der Fähranleger der Insel bei dem Dort t’Horntje. Mit zwei großen modernen Doppelendfähren bedient die Reederei "TESO" die Verbindung zwischen Den Helder und Texel. Für die Fahrt über das Marsdiep, das Insel und Festland trennt, werden rund 20 Minuten benötigt. Sportbootskipper müssen den schnellen Schiffen ausreichend Platz lassen. www.teso.nl

Weiter westlich liegen jenseits der Mookbai das Dünengebiet De Geul und die über einen Kilometer breite Sandplatte De Hors mit der Südspitze Texels.

Den Burg

Das Verwaltungszentrum Texels ist Den Burg im Inselinneren, besonders rund um den zentralen Groeneplaats und Vismarkt gibt es viele Restaurants, Cafés und Geschäfte. Wer ein ursprünglicheres Dorf kennenlernen möchte, sollte dagegen das etwa fünf Kilometer südwestlich gelegene Den Hoorn besuchen. Auch hier findet man zwischen Kirche und alten Lotsenhäusern jede Menge Gastronomie. 

Nationalpark Duinen van Texel

Der Nationalpark umfasst einen breiten, fast ununterbrochenen Streifen Landschaft mit Dünengürteln, Feuchtgebieten und Wäldern entlang der Westküste der Insel. Die Tier- und Pflanzenwelt ist besonders artenreich: In den sandigen Tälern sprießen Sumpf-Herzblatt und Zwerg-Kleinling, dazwischen brüten Löffler und Heringsmöwe. Rad- und Fußwege sind ebenso vorhanden wie Aussichtspunkte. http://www.npduinenvantexel.nl 

Vogelrastgebiet und Windmühle Texel

Windmühle "Het Noorden" von 1878 und die geschützten Wasserflächen des Vogelrastgebietes De Bol im Westen

De Koog

De Koog Fußgängerzone

Wer auf die typische Ferienstimmung eines Nordseebades nicht verzichten möchte, findet sie in De Koog im Westen der Insel. Das Zentrum mit seiner langen Fußgängerzone ist nur durch die Dünen vom Strand getrennt (http://www.dekoogtexel.nl). Südlich wartet das Natur- und Meereserlebniszentrum ECOMARE mit seiner sehenswerten Ausstellung. http://www.ecomare.nl

Eierland

Leuchtturm Texel

Im Norden Texels bei De Cocksdorp liegt das sogenannte Eierland. Doch wo früher Möweneier gesammelt wurden – an der sandigen Nordspitze der Insel – sind heute Surfer, Strandsegler und Lenkdrachen unterwegs. Der Leuchtturm kann bestiegen werden.

Polder und Wattenmeer

Der Ostküste bei Oosterend ist das Watt vorgelagert, das Binnenland hinter der hohen Deichlinie besteht aus flachen Poldern, die von Gräben durchzogen werden. Viele der 13 000 Inselschafe sind hier anzutreffen. Ein schöner Kontrast zum windbeherrschten Westen Texels.

Christian Tiedt am 19.05.2019