Markermeer Markermeer

Reise: Markermeer

Mal See... Mal Meer - Teil 2

Dieter Wanke am 28.04.2018

In der hiesigen Sprache ist das aber so eine Sache mit dem Meer, denn das heißt auf Niederländisch "zee". Das Wort "meer" dagegen bedeutet See. IJsselmeer und Markermeer sind also Seen. Das war nicht immer so, womit wir wieder bei den Römern wären. Zu deren Zeit war die rie­sige Wasserfläche vor den Toren Amsterdams – das erst im 13. Jahrhundert als Fischerdorf an einem Damm an der Amstel entstand – ebenfalls ein See mit dem Namen Lactus Flevo.

Im 12. Jahrhundert brachen dann durch heftige Sturmfluten die natürlichen Sandbarrieren zur Nordsee, und aus dem Flevosee wurde die Zuiderzee, eine riesige Meeresbucht und Teil der Nordsee. Das änderte sich erst 1932 wieder, als nach langen Bauarbeiten der Abschlussdeich fertig wurde. Nun war der ehemalige Flevosee wiederhergestellt und der Zugang zur Nordsee nur noch über Schleusen möglich. Das veränderte das Leben der meisten Menschen, insbesondere der vielen Fischer, die es in der Region gab, gravierend. Abgeschlossen war das Projekt aber noch lange nicht.

Ehemalige Inseln wie Urk wurden durch Landgewinnung zum Teil der Küste, und mit den künstlichen Inseln Flevolands wurde dem Gewässer weiteres Land abgerungen. Erst 1976 wurde der mittlere Deich zwischen Enkhuizen und Lelystad fertiggestellt und das Gewässer in das nördliche IJsselmeer, das südliche Markermeer sowie die Randmeere aufgeteilt. Die ehemaligen Hafenstädte verloren ihre Bedeutung, bieten aber heute eine hübsche Kulisse und vermitteln oft den Eindruck, die Zeit sei einfach stehen geblieben.

Unser erster Schlag sollte direkt über das IJsselmeer nach Enkhuizen gehen, doch eine kräftige Brise macht uns einen Strich durch diesen Plan. Das flache Gewässer ist ziemlich aufgewühlt, und die Charteryachten sind für starke Winde nicht versichert. Also müssen wir umdis­ponieren. Die Vorhersage für den nächsten Tag ist aber deutlich besser, daher machen wir uns am Nachmittag nur auf den kurzen Weg durch den Kanal in den Gemeente Haven Urk. Eine Klappbrücke und die Schleuse von Urk müssen dazu passiert werden. Nach gut einer Seemeile suchen wir einen Liegeplatz.

Das ist an einem Samstag im Hochsommer gar nicht so einfach, obwohl die Marina über 400 Plätze verfügt. Frei ist nichts, aber wir haben Glück. Eine Familie aus Deutschland lässt uns längsseits an ihrer Charteryacht festmachen. In der Saison ist das Liegen im Päckchen hier normal, und es wird nicht das letzte Mal sein. Bei unserem Rundgang im idyllischen Hafenviertel mit reichhaltigem gastronomischen Angebot  finden wir schnell einen Platz auf einer Terrasse mit schöner Aussicht auf die mit hübschen alten Fischerbooten gespickte Promenade; dort lassen wir den Tag nach einem leckeren Fischgericht langsam ausklingen.

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Dieter Wanke am 28.04.2018
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