Markermeer Markermeer

Reise: Markermeer

Mal See... Mal Meer - Teil 3

Dieter Wanke am 28.04.2018

Am nächsten Morgen wecken uns warme Sonnenstrahlen. Über Nacht hat der Wind alle Wolken vertrieben und ist so abgeflaut, dass wir starten können. Sollte das wegen einer längeren Schlechtwetterperiode mal nicht klappen, kann man umplanen und von hier Kurs auf die geschützten Randmeere hinter Flevoland nehmen. Dort gibt es ebenfalls viel zu entdecken, aber das ist eine andere Geschichte.

Wir haben unseren Plan auch etwas geändert und visieren nun zuerst die ehemalige Insel Marken an, die seit 1957 über einen Deich eine Landverbindung hat und dem Markermeer ihren Namen gibt. Enkhuizen heben wir uns für den Schluss auf. Zugegeben, es ist gewagt, an einem Sonntag im August dort auf einen Liegeplatz zu hoffen; die Marina ist klein, das unmittelbare Umfeld, wie Monnickendam oder Volendam, bietet aber eine ganze Reihe an Ausweichmöglichkeiten.

Also machen wir uns auf den Weg durch die Houtribsluizen bei Lelystad und weiter über das Markermeer nach Westen. Nach Passieren der gut ausgetonnten Hafeneinfahrt legen wir gegen Mittag im Hafen des ehemaligen Fischerdorfs Marken an. Gastliegeplätze finden wir direkt hinter der Einfahrt an Steuerbord. Mehrere grüne Tafeln signalisieren, dass hier für mindestens eine Nacht angelegt werden kann. Den Platz dürfen wir uns aussuchen. Wir haben also Glück.

Wegen der ständigen Überflutungen der Insel vor der Deichschließung mussten die Gebäude in Marken auf Erdhügeln oder auch Pfählen gebaut werden. Die alten Häuschen der ehemals hier ansässigen Fischer werden von ihren Bewohnern liebevoll gepflegt – das Dorf ist eine Augenweide und zieht natürlich Schaulustige an. Dass der Tourismus hier alles dominiert, ist deutlich spürbar: In schnellem Takt legen die großen Fähren aus der Folklore- und Touristenhochburg Volendam kommend an und spucken jedes Mal Hunderte von Besuchern aus, die eine Besichtigungstour machen, um dann in einer der zahlreichen Kneipen noch einzukehren und mit der nächsten Fähre wieder zu verschwinden.

Wir schließen uns dem Rummel bei einem Rundgang an und statten der Holzschuhwerkstatt einen Besuch ab; das Marker Museum mit seiner Trachtenausstellung lassen wir danach links liegen und genießen bei strahlender Sonne vor einer der Hafenkneipen lieber noch ein frisch gezapftes Bier samt der schönen Aussicht. Am frühen Abend, wenn die Fähren ihren Betrieb einstellen, ist es schnell vorbei mit dem Trubel. Dann liegt man in einem Idyll und kann sich in aller Ruhe in einem der Hafenlokale bei frischen Miesmuscheln oder anderen Leckerbissen der lokalen Küche an der Kulisse erfreuen. Nachdem die Wetterentwicklung noch einmal geprüft wurde, besprechen wir dabei auch gleich den wei­teren Törnverlauf.

Als Nächstes wäre ein Besuch der relativ neuen City Marina (www.citymarina.nl) direkt in der Innenstadt von Amsterdam reizvoll – die Idee, auf dem Törn auch etwas Großstadtflair zu genießen, gefällt uns gut. Also rufe ich noch am Abend den dortigen Hafenmeister an und frage nach einem Liegeplatz. Er verweist mich auf den nächsten Tag, denn es gibt nur wenige Gastliegeplätze; ob einer frei wird, kann er noch gar nicht sagen.

Die Option lassen wir uns natürlich nicht entgehen, zumal in der gleichen Richtung auch Muiden liegt, das wir ohnehin auf dem Plan hatten. Bei herrlichem Sonnenschein brechen wir am nächsten Morgen auf und passieren zunächst den hübschen Leuchtturm von Marken, der seit seiner Erbauung 1839 bis heute seinen Dienst tut. Kurz vor der großen Schleuse nach Amsterdam frage ich erneut beim Hafenmeister nach. Leider ist nichts frei geworden, aber einen Versuch war es jedenfalls wert. Nun wird also Muiden unser nächstes Ziel.

Beim Einlaufen bietet sich ein originelles Bild, denn vor dem mächtigen Schloss Muiderslot, das passiert werden muss, liegt ein halb abgesoffener alter Zweimaster auf Grund. Der unmittelbar folgende Jachthaven Stichting Muiden ist voll, aber natürlich lässt uns ein freundlicher Eigner für eine Nacht an seiner Yacht festmachen. Von der Marina blicken wir direkt auf das mittelalterliche Schloss mit seinem wunderbaren Garten, das auch besichtigt werden kann; neben dieser hübschen Kulisse freuen wir uns auch über die feinen Sa­nitäranlagen, Wifi und eine Tankstelle. Der Weg ins Zentrum ist nicht weit, und ein Besuch in der Kneipe "Ome Ko" (www.cafeomekomuiden.nl) ist in Muiden  Pflicht.

Seite 3 / 6
Dieter Wanke am 28.04.2018
    Anzeige
  • Branchen News
    Anzeige
  • Das könnte Sie auch interessieren