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Skandinavien

Dänemark: Dänische Südsee

Christian Tiedt am 30.04.2008

Wenn man so durch die Straßen wandelt, könnte man glatt meinen, in der Karibik gelandet zu sein. Wären da nicht überall die dänischen Flaggen..!

„My friends, my friends! You like the music?“ Mit der Strickmütze, in der schon ein paar motivierende Münzen klingeln, tanzt die Rastamähne mit dem Perlenschnurgrinsen im glänzend schwarzen Gesicht vor den Zuschauern auf und ab.Sofort legen sich seine fünf Kollegen wieder ins Zeug und lassen die runden Steelbands in rasantem Tempo erklingen. Hell dringt die metallische Melodie durch die enge Gasse, und der zerrupfte Papagei, dessen Holzkäfig im Schaufenster des Souvenirladens baumelt, lässt es sich nicht nehmen, die Vorführung auf seine Art zu veredeln.

Schwitzende Touristen in Shorts und Sandalen suchen derweil im Schatten eingetopfter Palmen Schutz vor der erbarmungslos sengenden Sonne. Man könnte meinen, in der Karibik gelandet zu sein – wenn nicht überall dänische Fähnchen an den Fassaden hängen würden. Und dann die Pølser-Buden an jeder Ecke ...

Nicht St. Vincent, sondern Svendborg: Wir sind auf der Insel Fünen, mitten im Hochsommer, und die Dänische Südsee macht ihrem Namen mal wieder alle Ehre.

Auf Nordkurs in den SüdenDer Ausgangspunkt unseres Dänemarktörns liegt allerdings wesentlich weiter südlich: Wir übernehmen unsere Bavaria 27 Sport in der Basis von Mare Soleil Charter in der ancora Marina in Neustadt an der Lübecker Bucht (s. Kasten auf S. 86). Ohne große Verzögerungen gehen wir deshalb mit bequemen 22 kn auf Nordkurs: Bei schönstem Wetter und kaum bewegter See folgen wir der holsteinischen Küste, runden die Landspitze von Dahmeshöved mit dem Leuchtturm, der mit seinem rot gestrichenen Laternenhaus aus den Bäumen am Ufer herausragt, und haben schon bald den weit geschwungenen Bogen der Fehmarnsundbrücke in Sicht.

Erstes Etappenziel ist Heiligenhafen, wo wir am Gästesteg 12 im Norden des Yachthafens eine Box finden, die breit genug für unsere Bavaria ist. Zwar läuft man von diesem Liegeplatz zu Fuß eine knappe Viertelstunde bis zur Hafenmeisterei und zur Stadt auf der gegenüberliegenden Seite des großen Hafenbeckens; zum Strand ist es allerdings nur ein kurzer Weg durch die Dünen – ideal für den abendlichen Sundowner im warmen Sand vor dem passenden Panorama eines prächtigen Sonnenunterganges. Südsee, wir kommen!

Die Wetterkarte für die nächsten Tage ist mit Hochs gesprenkelt: Gute Aussichten also, als wir etwas später als geplant am nächsten Tag auf dem Kiel-Fehmarnsundweg die Kieler Bucht queren. Nördlich führt die Fahrt an den an diesem Tag friedlichen Bundeswehr-Schießgebieten von Todendorf und Putlos und etwas später am Leuchtturm Kiel vorbei, von dem Lotsenboote mit hoher Bugwelle Kurs auf ein- und auslaufende Kümos und Container-Feeder nehmen.

Christian Tiedt am 30.04.2008