Malmö2 Kopenhagen

Kopenhagen, Malmö

Schwestern - Seite 2

Christian Tiedt am 25.02.2017

Also über Bord mit allen Vorurteilen: Ab jetzt gibt’s zwei schöne Schwestern am Öresund. Umso besser! Wir kommen von Süden, haben die Abkürzung durch den Falsterbokanal genommen, der den Umweg um die sandige Halbinsel mit ihrem vorgelagerten Riff erspart, und auf der Reise von Stralsund über Bornholm und die Hanöbucht (siehe BOOTE 3/2016) liegen nun die letzten beiden Etappen vor uns: Malmö und Kopenhagen.

Die "Rolling Swiss 2" des Cruising Clubs der Schweiz folgt der schmalen Rinne, die im Norden an den Kanal anschließt, bis wir auf das Nebenfahrwasser zur Öresundbrücke einschwenken. Weit an Backbord steht ein Wald aus Offshore-Windanlagen vor dem Horizont, über uns schweben die Jets nach Kopenhagen-Kastrup ein, und dann passieren wir schließlich die Brücke: 40 Meter Durchfahrtshöhe, keine Gefahr für die Antennen ...

Malmö liegt nun schon an Steuerbord, überragt vom neuen Wahrzeichen der Stadt, dem 190 Meter hohen "Turning Torso" 1 , dessen glänzend weiße Fassade sich in den Himmel zu drehen scheint. Beim Leuchtfeuer "Flintrännan" haben wir die Ansteuerung erreicht, die nun zum Feuer "Vågbrytarbank", und danach um einen Wellenbrecher vor der Hafeneinfahrt herum in die Dockan Marina führt.

Das lange Becken gehörte – wie der Name vermuten lässt – früher zum Trockendock einer Werft. Die mächtigen Poller auf der Promenade stehen noch immer und erinnern an die Zeit, als hier Niethämmer knatterten und später Schweißbrenner fauchten.

Kopenhagen

Doch wo früher Lagerhallen und Bauschuppen standen, reihen sich heute mehrgeschossige Wohnhäuser aneinander. Das Konzept von exklusivem Wohnraum am Wasser ist nicht mehr neu, London hat es in den Docklands erfunden, Nachahmer fand und findet es auf der ganzen Welt. Doch hier, mit weitgehend unverstelltem Blick auf den Öresund, hat es besonderen Charme.

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Christian Tiedt am 25.02.2017