Oslofjord Oslofjord

Törn: Oslofjord / Norwegen

Sjøveien

Christian Tiedt am 22.07.2018

Lange war der Oslofjord der wichtigste Verkehrsweg Norwegens. Im abschließenden Teil unseres Skagerrak-Törntagebuchs folgen wir ihm bis in die Landeshauptstadt, deren Namen er trägt

Der Wind hat in der Nacht auf Nord gedreht und spürbar abgenommen. Nur noch träge läuft die alte Dünung von gestern auf die Küste zu und die "Rolling Swiss 2" zieht seit zwei Stunden in gerader Linie nach Nordosten. Unser Ziel ist Svenner, eine kleine Gruppe von Felseninseln nördlich der Fähr- und Hafenstadt Larvik.

Fotostrecke: Oslofjord

Nach rund zehn Tagen, die uns gemeinsam mit dem Cruising Club der Schweiz von Aalborg in Dänemark über Kattegat und Skagerrak hierher führten (siehe BOOTE-Ausgaben 3 und 5/2018), geht unser Sommertörn seinem Ziel entgegen: der Hauptstadt Norwegens. Vor uns liegt noch der knapp 70 Seemeilen lange Oslofjord, immerhin einer der längsten Fjorde des Landes und der am stärksten befahrene. Sjøveien – "der Seeweg". Svenner soll unser Ausgangspunkt sein.

Die Inseln sind schon länger in Sicht, die Einfahrt in die Fyrhavna – den "Feuerhafen" – erfolgt von Süden und ist eindrucksvoll. Noch immer steht eine ordentliche Brandung an den Felsen, die hoch ansteigen und an Backbord den Leuchtturm tragen.

Sind fast die ersten in der langgestreckten Bucht. Längsseits am Felsen oder mit Heckanker an den Steg? Im letzteren Fall kann man bequemer aussteigen, also wird der Anker nach achtern gewuchtet und ausgesteckt. Sandgrund. Zwei Landleinen legen wir nach Luv.

Svenner ist ganz nach unserem Geschmack, wild und felsig. Insgesamt drei Buchten gibt es, jene im Norden – der Nordbogen – hat sogar einen Sandstrand. Starten zur Erkundungstour über die Felsen, Morten klettert gleich richtig los und sucht nach den besten Spots für Fotos.

Wolken und Schauer wechseln sich mit Sonne ab, der Kontrast sorgt für einen dramatischen Himmel. Die Häuser zu Füßen des Leuchtfeuerfelsens gehörten früher der Familie des Wärters, heute sind es rustikale Ferienwohnungen. Vor dem Schuppen sitzt man sonnengebräunt im Liegestuhl, und Kinder fischen an der kleinen Brücke im klaren flachen Wasser nach Krebsen.

Viel wächst hier nicht mehr, früher gab es dagegen sogar einen Gemüsegarten und Viehhaltung, wie Schwarzweißfotos im kleinen Museum verraten. Steinerne Treppen und rostige Geländer führen weiter hinauf, eine tolle Rundumsicht, auch wenn der rostrote Turm selbst mit einer alten Holztür verschlossen ist. Regenschauer machen den Fels rutschig, bis die Sonne sie wieder trocknet.

Um 15.00 Uhr sind fast alle Plätze schon belegt, Segelyachten an den Felsen und Motorboote an Ringen und Ankern. Der erste Grill wird bereits an Land getragen. Drei Norweger lassen ihre Dufour 365 unfreiwillig trockenfallen. 

Die vollständige Reise lesen Sie in der August-Ausgabe von BOOTE, die es ab dem 18. Juli 2018 im Handel gibt – für Abonnenten natürlich schon eher. Das Heft ist im DK-Shop erhältlich, oder Sie laden sich den Test direkt über den Link unten herunter.

Christian Tiedt am 22.07.2018