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Revier: Südküste / Norwegen

Norske Riviera

Christian Tiedt am 14.07.2016

Wer sagt, dass die Dolce Vita nur am Mittelmeer zu Hause ist? Zum Beweis haben wir uns in Städten und Häfen auf der norwegischen Seite des Skagerraks umgesehen

Wenn die Sonne scheint, "kann man Süden" nämlich auch im Norden. Zum Beweis haben wir uns auf der norwegischen Seite des Skagerraks umgesehen, denn was erst einmal wenig erwärmend klingt, hat durchaus mediterranen Touch: geschützte Buchten, blaues Wasser, weiße Häuser und eine sehr entspannte Lebensart – Risør, Rovinj, Rimini! 

Kap Lindesnes

Rund 150 Seemeilen liegen zwischen der Grenze Norwegens mit Schweden und dem südlichsten Punkt des Landes bei Kap Lindesnes. Die Küstenlinie dazwischen bildet den Nordrand des Skagerraks. Auch wenn Norges sydkust – die beschauliche Südküste – rein geografisch bis nach Stavanger reicht, wird das Landschaftsbild westlich von Kap Lindesnes rauer, denn hier beginnt nicht nur das offene Meer, sondern auch das Skandi­navische Gebirge, das sich bis zum Nordkap zieht – und mit ihm das Fjordland.

Kristiansand

Mit knapp 90 000 Einwohnern ist Kristiansand nicht nur das Zentrum der Region, sondern auch die fünftgrößte Stadt Norwegens. Zu den Sehenswürdigkeiten gehört das im Schachbrettmuster angelegte Zentrum Kvadraturen mit vielen Bars und Restaurants genauso wie die Uferlinie mit ihren vielen Sportboothäfen, Grünflächen, alten Festungsanlagen und der kleinen, tropfenförmigen Insel Odderøya, ehemals Militärgelände, heute kultureller Hotspot Kristiansands. Sommerlicher Treffpunkt am Wasser ist das Hafenbecken am Gravanekanal, der Odderøya vom Festland trennt. Gleich nebenan erhebt sich unübersehbar das mutig geschwungene Dach des Theater- und Konzerthauses.

Liegeplätze: Gasthafen in der Nodeviga-Bucht NE-lich von Odderøya mit 150 Liegeplätzen und Tankstelle. www.kristiansandgjestehavn.no

Kragerø

Die südliche Ansteuerung  von Kragerø führt noch immer unter den schwarzen Schnauzen der Kanonen von Gunnarsholmen Fort vorbei, auch wenn diese schon lange schweigen. Zuletzt machte die Batterie während der Napoleonischen Kriege von sich reden, als man den Landungstrupp einer feindlichen Fregatte vertrieb, der  sich den Hafen genauer ansehen wollte … Heute sind es in erster Linie Touristen, die kommen – mit dem Auto oder auf eigenem Kiel. Denn mit seinen weißen Holzhäusern auf den sanft gewellten Felshügeln gehört der 5000-Einwohner-Ort zu den schönsten der Region.

Liegeplätze: Schwimmstege zu beiden Seiten der Verbindungsbrücke der Insel Gunnarsholm, Bootstankstelle auf der Insel Øya. www.visitkragero.no

Risør

Die Altstadt rund um den Hafen von Risør ist ein einziges großes Freilichtmuseum: Fast nirgendwo sonst in Europa ist ein Stadtkern aus Holzhäusern des 19. Jahrhunderts so gut erhalten – kein Wunder, schließlich wurde man einst durch den Handel mit dem Holz aus dem Hinterland reich, das von hier bis nach Antwerpen verschifft wurde. Heute werden die weißen Fassaden mit viel Aufwand liebevoll gepflegt, um die Stadt für Besucher heraus­zuputzen – denn aus Holz werden Schiffe bekanntlich schon lange nicht mehr gebaut. Und mit Stahl kann man nicht dienen. 

Liegeplätze: Heckbojen und Schwimmstege W-lich der Insel Holmen, wo es auch eine Tankstelle gibt. www.risor.kommune.no

DAS GANZE REVIERPORTRÄT DER NORWEGISCHEN SÜDKÜSTE FINDEN SIE IN DER AKTUELLEN AUGUST-AUSGABE VON BOOTE

Christian Tiedt am 14.07.2016