Schwedische Ostküste Schwedische Ostküste
Skandinavien

Schweden: Bottenküste

Christian Tiedt am 27.03.2011

Kurs Nord: Allein und mit selbst gebautem Boot geht es die schwedische Ostküste hinauf. Ein außergewöhnlicher Törn über Bottensee und Bottenwiek.

Schwedische Ostküste

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Einmal die ganze schwedische Ostküste erkunden, mit dem Frühling nach Norden ziehen, das war das Ziel des Hamburger Fotografen Friedhelm Würfel. Nach Originalplänen baute er dafür sein Wunschboot selbt, ein 6,5 m langes Alaskan Skiff. Mit „Knipse“ auf dem Trailer brach er Anfang Mai 2009 nach Schweden auf. In Gävle, dem „Tor nach Norrland“ wurde das Skiff gewassert – und das Abenteuer konnte beginnen. Es wurde ein außergewöhnlicher Törn entlang einsamer, felsiger Küsten und Schären, voller interessanter Begegnungen und Beobachtungen.

Fotostrecke: Schweden: Bottenküste

Es ist etwa 7 Uhr morgens am 17. Mai. Wir sind im Sportboothafen Huseliiharen, Wasser- und Lufttemperatur betragen etwa 5 °Celsius, die Sonne strahlt vom wolkenlosen Himmel. Es war eine kalte Nacht, das Eis an Deck beginnt zu tauen, während der Morgenkaffee mein Inneres wärmt. Mir kommen Zweifel: Ist es vielleicht doch zu früh im Jahr für diese Reise? Aber ich habe mir nun mal in den Kopf gesetzt, mit dem Frühling nach Norden zu ziehen.

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Auf Frühlingstörn von Gävle nach Haparanda

Gestern sind wir nach insgesamt 1300 km Autofahrt und zwei Übernachtungen auf Campingplätzen bei Malmö und bei Stockholm – wobei uns „Knipse“ als Wohnwagen diente – in Gävle angekommen. Wir, das sind mein Schwager Konni, der mich während der ersten Tage der Reise begleiten wird, mein Alaskan Skiff „Knipse“ und ich. Gävle gilt als „porten till Norrland“ (das Tor nach Norrland, dem nördlichsten schwedischen Landesteil). Nordöstlich liegt der Sportboothafen Huseliiharen. Hier kommt „Knipse“ per Slip in ihr Element. Auto und Trailer finden Platz auf der benachbarten Bootswerft.

Um halb zwölf brechen wir wieder auf und verlassen die Gävle-Bucht durch das Spalier der Leuchtfeuer der Holmudsrännan. Es weht mit etwa vier Windstärken aus Nordost. Außerhalb der vorgelagerten Schären wird die Welle schon durchaus unangenehm. Wir entschließen uns deshalb, zwischen den Inselchen Enmaren und Skeppmaren zu ankern. Die Sonne steht nun hoch am Himmel und heizt uns ordentlich ein, und die Bedenken vom Morgen sind vergessen. Die beiden kleinen Inseln laden zum Spaziergang. Also wird das Schlauchboot aufgeblasen. Alles „macht in Frühling“: Die Birken schlagen aus, es sprießt der Klee, die Buschwindröschen blühen. Meerenten und Säger beobachten unser Treiben aus einiger Entfernung.

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Auf Frühlingstörn von Gävle nach Haparanda

Nachdem wir uns zwischen Vogel- und Seehundschutzgebieten nördlich von Gran hindurchmanövriert haben, fahren wir einige Tage später auf Sundsvall zu. Wir erreichen den modernen Yachthafen und genießen seine Annehmlichkeiten: Dusche, WC, Waschmaschine und Trockner. Erst am späten Nachmittag machen wir uns auf, „Stenstaden“ (die „Steinstadt“) zu besuchen.

Gegen Ende des 19. Jahrhunderts waren die Holzbarone die Brände leid, welche die Stadt in regelmäßigen Abständen verwüsteten. Also bauten sie – für hiesige Verhältnisse völlig ungewöhnlich – eine Stadt aus Stein. Da Geld keine Rolle spielte, verpflichteten sie die besten Architekten aus ganz Europa. Das Ergebnis kann sich sehen lassen. Und da dieser Ort keinen Krieg gesehen hat, befindet sich alles im besten Original-zustand. Wir fühlen uns sehr wohl in der freundlichen Atmosphäre dieser Stadt, die wir mit ihrer Architektur und ihren eleganten Boulevards als etwas Besonderes erleben.

Unser nächstes Ziel ist Härnösand, die kleine Universitätsstadt an der Mündung des Ångermanälven, die zu einer Hälfte auf dem Festland und zur anderen auf der Insel Härnön liegt. In der Stadt hat man die Wahl zwischen einem westlichen und einem östlichen Kanal. Wir entscheiden uns für die westliche Variante. Kurz nach einer Brücke mit nur 2,50 m lichter Höhe weitet sich der Kanal zu einem kleinen See. Wir halten nach einer Tankstelle und nach Fotomotiven Ausschau und tuckern mit langsamster Fahrt. Rums! Motor steht. Nördlich des Västra Kanalen bin ich wenige Meter außerhalb des Tonnenstriches auf einen Felsen gelaufen. Wir begutachten den Schaden: zwei Flügel des dreiflügeligen Propellers haben leichte Dellen. Gut, dass wir so langsam waren! Ein Blick auf die Karte zeigt: Hier sollte es zwischen drei und sechs Meter tief sein. Karten stimmen eben auch nicht immer.

Vor der „Hohen Küste“

Als „Hohe Küste“ (Höga Kusten) wird das Gebiet zwischen Härnösand und Örnsköldsvik bezeichnet. Es wurde vor einigen Jahren in die Liste der Weltnaturerbege-biete aufgenommen. Hier sind die Auswirkungen der Landhebung infolge der Eiszeit auch heute noch besonders gut zu beobachten. Es kommt zu dem interessanten Effekt, dass alte Hafenstädte schon mal auf dem Trockenen liegen.

Inzwischen allein an Bord, bin ich früh wach und schreibe Tagebuch in der Morgensonne. Sie hat schon viel Kraft – schließlich ist der 30. Mai. Als ich mich zum Ablegen fertig mache, kommt der Hafenchef vorbei und bittet mich, ihm bei der Übersetzung seiner Hafenregeln ins Deutsche zu helfen. Ich versuche mein Bestes und erhalte zur Belohnung ein paar Tipps für meine weitere Route. Es geht zunächst zurück durch die beiden Engstellen des Kråknäsfjärden in den Gaviksfjärden.

Dann folge ich der Küste weiter nach Norden und erreiche bald Högbonden. Diese kleine Insel hat den mit etwa 75 m zweithöchst gelegenen Leuchtturm Schwedens. Er wurde 1907 erbaut. Auf Högbonden lebten damals der Feuermeister, die Wachen und die Arbeiter mit ihren Familien. So brachte das Leuchtfeuer den Lebensunterhalt für mehr als 20 Personen ein. Heute dient das Haus neben dem Feuer als Jugendherberge.

Durch das Kvarken

Kvarken ist die Meerenge, die die Bottensee im Süden von der Bottenwiek im Norden trennt. Die Fläche der Schären des Gebietes vergrößert sich jedes Jahr durch die Landhebung um immerhin rund 100 Hektar, sodass es leicht vorstellbar ist, dass man eines Tages am ehesten hier den Bottnischen Meerbusen trockenen Fußes überqueren kann – auch ohne die in der Diskussion befindliche Brücke zwischen Schweden und Finnland.

Wahrscheinlich muss man froh sein, dass die Seekarten überhaupt noch den Weg bis nach Umeå enthalten, denn die Schifffahrt auf dem Ume Älven hat jegliche kommerzielle Bedeutung verloren, da es aufgrund der Landhebung keinen großen Hafen in Umeå mehr gibt. Lediglich Reste der Kaianlagen stehen über und unter Wasser noch überall im Weg. Die Fahrwassermitte wird meist von Dreiecksbaken an Land markiert, und so fällt die Navigation leicht. Nur manchmal heben sich die weißen Baken von der Bebauung kaum ab oder sind zugewachsen. In Umeå mache ich schließlich am städtischen Gastanleger fest.

Es ist warm, und alle Parks und Grünanlagen sind belagert von sonnenhungrigen jungen Menschen: Von den
75 000 Einwohnern der Stadt sind etwa 25 000 Studenten. Der Stadtgrundriss mit seinen quadratischen Quartieren stammt aus dem Ende des 19. Jahrhunderts. Sehenswert finde ich außerdem die zahlreichen Birkenalleen, die Umeå als „Stadt der Birken“ bekannt gemacht haben. Im ersten Frühlingsgrün wirkt die Stadt wie festlich geschmückt.

Holmön ist nicht die erste, aber die erste größere Insel. Nach gut zweieinhalb Stunden Fahrt erreiche ich Byviken, den Fähr- und Gasthafen im Norden Holmöns. Dabei führt mein Kurs mich zuerst durch das Tonnengewirr der Fahrwasser und Nebenfahrwasser vor Umeå und dann über die graue Ostsee weiter nach Norden. Der Bereich zwischen Holmön und dem Festland ist der Västra Kvarken, der genau genommen der westliche Teil des Norra Kvarken ist.

Direkt am Hafen gibt es ein Bootsmuseum. Es enthält eine liebevoll gemachte Ausstellung zur Geschichte. Holmön ist keine Fischerinsel, es wurde vielmehr landwirtschaftlich genutzt. Und im Winter ging man mit einer Art Schlittenboot aufs Eis, um Seehunde zu jagen. Ich erfahre auch, wie das mit den Feldern ist: Sie sind so schmal, weil sie immer wieder unter den Söhnen aufgeteilt wurden. Ich komme schließlich zu einem Turm, wie man ihn früher zur Orientierung errichtet hat. Und wenn er, wie dieser hier, ein Fass als Windfahne hatte, so bedeutete dies, dass es dort Trinkwasser gab. 

Nun bin ich im nördlichsten Seegebiet meiner Reise angekommen, der Bottenwiek. Sie wird von mehreren größeren Flüssen gespeist, und da der durchschnittlich nur etwa 25 Meter tiefe Norra Kvarken eine Art Schwelle bildet, die den Austausch des Wassers von Süden nach Norden behindert, ist dieser nördlichste Teil der Ostsee ausgesprochen salzarm. Ich habe einen Schluck probiert und kein Salz geschmeckt. An etwa 120 Tagen im Jahr ist die Bottenwiek mit einem bis zu einem Meter starken Eispanzer überzogen.

Nach flotter, sonniger Fahrt erreiche ich Furuögrund. Vor knapp 200 Jahren hat man hier Hafenanlagen aus kreuzweise geschichtetem Holz errichtet, die nun sehr pittoresk verfallen. Allein in dieser Zeit hat sich das Land um etwa anderthalb bis zwei Meter gehoben! Häfen werden hier also nicht für die Ewigkeit gebaut.

Ich mache mich auf den Weg in den nur wenige Kilometer entfernten Ort Byske. Der Byskeälven, der hier in die Bottenwiek mündet, gilt als der lachsreichste Fluss Schwedens, und so ist es nur logisch, dass man diesem Fisch hier ein monumentales Denkmal gesetzt hat. Als ich zurück bei „Knipse“ bin, bietet der Hafenchef an, mir ein paar Tipps für den nächsten Teil der Reise zu geben. Das nehme ich gern an, und bald knien wir auf dem Steg vor meinen Seekarten. Natürlich kennt der Mann das Gebiet wie seine Westentasche, und ich bin dankbar für die Tipps. Wenn ich aber allen seinen Hinweisen nachgehen würde ... na, das wäre wohl eine Extra-Reise.

Der Hafenmeister ist sehr erfreut über die Internationalität seines Hafens, schließlich ist die „Knipse“ bereits das vierte Gastboot in diesem Jahr. Alle haben als Ziel Haparanda angegeben, was, wie ich schon mehrfach feststellen konnte, für einen Schweden völlig unverständlich ist. Warum zieht es so viele Deutsche ausgerechnet nach Haparanda? Ich denke, dass das viel mit dem Namen zu tun hat. Haparanda klingt irgendwie verheißungsvoll. Der Name ist aus dem Finnischen entlehnt und bedeutet so viel wie Espenstrand. Übrigens ist es nicht der nördlichste Hafen der Ostsee. Der liegt bei dem noch viel kleineren Ort Töre.

Ganz im Norden

Ich habe mir angewöhnt, jeweils zwei Wetterberichte ein-zuholen: den norwegischen (www.yr.no) und den schwedischen (www.smhi.se). Letzterer ist grundsätzlich auch auf UKW zu empfangen, da die Antenne auf der „Knipse“ aber nicht hoch ist, gelingt mir das nur selten. Das mobile Internet ist hier im Küstenbereich deutlich zuverlässiger, und obendrein ist man nicht von festen Sendezeiten abhängig.

Vor mir liegen 18 Seemeilen über die offene Ostsee zur Insel Malören. Da hätte ich gern so wenig Wind wie möglich. Die Sonne ist zwar nicht zu sehen, da am Horizont eine dicke Wolkenschicht liegt, aber es ist eine Stunde nach Mitternacht noch hell genug, auch ohne künstliches Licht die Seekarte zu lesen. Es weht mit drei bis vier Beaufort aus Nordost. Die Überfahrt ist hackelig, da mein Kurs nach Osten führt. „Knipse“ muss einige harte Schläge einstecken. Aber nach gut anderthalb Stunden ist die Strecke auch ungefedert bewältigt. Mehrere Baken erleichtern die Einfahrt in das schmale Fahrwasser nach Malören, und um kurz nach drei tuckere ich in den Südhafen und beschließe zu ankern.

Meine Rudertour zur Holzbrücke wird von einem alten Fischer, der gerade seine Netze sortiert, mit aufmerksamen Blicken verfolgt: „Verifrån kommer du?“ „Jag kommer från Tyskland“. In der nachfolgenden kargen Konversation geht es um meinen bisherigen Reiseweg und die kleine „Knipse“. Ich laufe am Sandstrand entlang zum Nordhafen, genauer, zum ehemaligen Hafen! So etwas habe ich auch noch nicht gesehen: Der mit Betonblöcken ins Meer gestellte Hafen ist von der See einfach mit Sand und Steinen komplett zugeschmissen worden. Es sieht absolut unwirklich aus. Teilweise überragen die Steinhügel sogar die alten Betonmauern. Hier wollte das Meer wohl einfach keinen Hafen haben!

Endlich kommt der Wind einmal aus der „richtigen“ Richtung, nämlich aus Südwest. Das Licht stimmt auch: Alle Tonnen sind ohne Mühe auszumachen. Und so surfe ich mit „Knipse“ Haparanda entgegen, während Malören langsam hinter dem Horizont verschwindet. 

Haparanda Hamn ist ein normaler Yachthafen, was nach den malerischen Liegeplätzen der letzten Tage langweilig ist. Ich hatte gehofft, dass mich ein Bus in den 25 Kilometer entfernten Ort bringen würde. Der soll ja auch nicht gerade aufregend sein, aber ich hätte meine Ankunft mit einem guten Essen in einem netten Restaurant feiern können. Das fällt leider aus, da die Busse am Wochenende nicht verkehren. Also köpfe ich meine dritte und letzte Flasche Wein und sinke bald in die Kissen.

Heute, an Mittsommer, ist der Frühling definitiv zu Ende. Der Sommer beginnt, mit ihm die mückenreichste Zeit. Die Tage werden wieder kürzer. Ich habe den östlichsten Punkt meiner Reise erreicht, und es ist Zeit, an die Rückkehr zu denken. Bei strahlendem Sonnenschein breche ich auf nach Seskarö, einer recht großen Insel, die per Brücke mit dem Festland verbunden und nur ein paar Meilen von Haparanda entfernt ist. Die 700 Einwohner sollen laut meinem Reiseführer von einem riesigen Sägewerk dort leben. Der Anleger ist schnell gefunden.

Gestärkt mache ich mich auf und finde als Erstes einen kleinen Supermarkt. Es ist einer der einfacheren Art, und sein Sortiment erinnert an eine schlecht sortierte Tankstelle. Um die wenigen Kunden wabert – offenbar Auswirkung heftiger Mittsommerfeiern – intensiver Alkoholdunst. So gehe ich am Sägewerk entlang, wo riesige Berge von Rundholz liegen. Es scheint aber schon etwas länger her, dass es geschlagen wurde. Man riecht kein Harz, kein Fahrzeug ist zu sehen, und die Gebäude machen einen verlotterten Eindruck. Die Ruhe ist Friedhofsruhe: Bei Wikipedia erfahre ich, dass das Werk im vergangenen Jahr geschlossen wurde. Bitter!

Vielleicht ein weiterer Grund für den Alkoholdunst im Supermarkt. Der Wetterbericht verheißt viel Wind. Nein, hier einzuwehen habe ich keine Lust. Kurz entschlossen ändere ich meine Pläne und nehme Kurs auf Töre, wo es eine Slipanlage gibt. Das ist wichtig, denn „Knipse“ soll die Rückreise per Trailer machen.

Töre ist der nördlichste Hafen der Ostsee. Zum Beweis, dass man hier gewesen ist, kann man einen Zettel mit Bootsdaten und Heimatadresse in den Briefkasten auf einer Tonne werfen, die direkt vor dem Hafen ausgebracht ist. Der hiesige Bootsclub sorgt dann dafür, dass man ein „Zertifikat“ nach Hause geschickt bekommt. Ich begnüge mich einem Foto der Tonne, auf der ihre Position aufgemalt ist.

WAS SKIPPER WISSEN MÜSSEN

Der Törn In knapp 40 Tagen habe ich 812 sm in 77 Motorstunden zurückgelegt und dabei 714 l Benzin mit dem Außenborder verbraucht.

Das Revier Der Norden Schwedens ist eine Welt für sich, die zu entdecken der Mühe wert war. Ich habe eine abwechslungsreiche Küste kennengelernt, an der sich Städte und Dörfer mit menschenarmen oder gar menschenleeren Gebieten abwechseln. Das Küstenprofil ist zwar mit Ausnahme des Gebietes Höga Kusten recht flach. Aufgrund der vorgelagerten Schären in allen nur denkbaren Arten gibt es aber keine langweiligen Strecken.

Die Reisezeit Mit dem Frühling nach Norden zu reisen, war eine der Grundideen, und das hat prima geklappt. Auf meinen Landaus-flügen war ich stets von frischem Grün begleitet, Häfen und Buchten hatte ich in der Regel für mich allein, und ich habe die längsten Tage des Jahres erlebt. Ein weiterer Vorteil dieser Zeit ist, dass es praktisch keine oder nur sehr wenige Mücken und andere fliegende Quälgeister gibt. Mit dem Wetter hatte ich bei Temperaturen von bis zu 30 °Celsius Glück. Die Phasen kühlen Wetters waren ausgesprochen kurz. Nachteil der frühen Reisezeit ist, dass viele touristische Einrichtungen und Restaurants noch geschlossen haben, und dass die Wassertemperatur mit 5–10 °C noch recht frisch ist.

Das Boot Die „Knipse“ ist ein „Alaskan Skiff“ vom Typ „Wide Body“, das ich nach dem Buch „Tolman Alaskan
Skiffs“ von Renn Tolman gebaut habe. Die Rumpfform mit sehr flachem V geht auf die klassischen Dorys (Fischerboote) zurück. Die Hauptmaterialien sind Sperrholz und Epoxidharz, die Bodengruppe ist in der „Stitch-and-glue“-Technik hergestellt. 

Technische Daten: Länge: 6,50 m, Breite: 2,30 m, Gewicht mit Motor: 850 kg, Motor: 90-PS-Außenborder von Tohatsu, Einbautanks: 2 x 90 l.

Das Buch Friedhelm Würfel: Die Schwedische Bottenküste: Im Alaskan Skiff mit dem Frühling nach Norden. Ein Reisebericht, Törnführer und Bilderbuch, 176 S., zahlreiche Farbfotos und -pläne, geb., Format: 21 x 14,8 cm, 36 E. ISBN 978-3-86805-623-5. Pro Business Verlag. www.pb-bookshop.de

Die Nautische Literatur

  • Bundesamt für Seeschifffahrt und Hydrographie: Ostseehandbuch, Westlicher Teil.
  • Bundesamt für Seeschifffahrt und Hydrographie: Bottenwiek und Bottensee (Übersegler).
  • Schwedisches Seefahrtswerk (Sjöfartsverket), schwedische Sportbootkarten: Bottenhavet södra und Bottenhavet norra. Außerdem folgende Schärenkarten: S 411, S 412, S 413, S 414, S 415, S 421, S 422 und S 511. 
Christian Tiedt am 27.03.2011