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Törn: Bornholm / Dänemark

König auf der Erbse

Christan Tiedt am 25.07.2016

Der erste Teil unseres Sommertörns mit führte uns zu Dänemarks Außenposten in der südlichen Ostsee. Wieder waren wir mit dem Cruising Club der Schweiz unterwegs.

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Auf ihren Dannebrog lassen die Dänen nichts kommen: Denn das rote Tuch mit dem weißen Kreuz kann nicht nur mit einigem Recht beanspruchen, eine der ältesten Nationalflaggen der Welt zu sein. Obendrein war es der Allmächtige höchstpersönlich, der sie in kritischer Stunde vom Himmel fallen ließ – zumindest der Sage nach.

Doch die Schlacht verlief, sehr zu des Königs Verdruss, zunächst ganz anders, als die Dänen es geplant hatten – bis der Dannebrog seine dramatische "Landung" hinlegte.

Die Geschichte dazu geht ungefähr so: Im Frühsommer 1219 war der dänische König Waldemar mit einem Heer ins Baltikum gezogen, um das Christentum zu verbreiten. Da die Esten darauf offenbar wenig Lust hatten, kam es bei Lindanise, dem heutigen Tallinn, zur Schlacht. Doch die verlief, sehr zu des Königs Verdruss, zunächst ganz anders, als die Dänen es geplant hatten – bis der Dannebrog seine dramatische "Landung" hinlegte.

Bornholm

Der fromme Waldemar ergriff dieses untrügliche Zeichen göttlicher Gunst, schwenkte es über dem Schlachtfeld, und seine Truppen zeigten sich so erbaut, dass sie die heidnischen Balten doch noch in die Flucht schlugen – eine im wahrsten Sinne sagenhafte Wendung des Kriegsglücks. Kein Wunder also, dass die Beliebtheit der Flagge bis heute ungebrochen ist ...

Der Dannebrog über einem Außenposten Dänemarks

Auf der Insel Christiansø ist das "Tuch der Dänen" jedenfalls nicht zu übersehen: Es weht über der wuchtigen Festungsmauer, flattert an den Masten der Boote, grüßt aufgemalt von den alten Kasernengebäuden und prangt auf den Ansichtskarten des kleinen Inselshops. 

Kurz: Man findet den Dannebrog an jeder Ecke – auch wenn das andererseits nicht allzu viele sind: Das malerische Eiland macht sich in der Ostsee nämlich so winzig aus wie eine Erbse im Suppenkessel. Genau genommen sind es sogar neun Erbsen, die hier etwa zehn Seemeilen nordöstlich von Bornholm im Meer schwimmen, und so werden sie auch genannt: Ertholmene – die Erbseninseln.

Etappenziel auf dem Weg nach Schweden

Wie man hierherkommt? Ganz einfach: entweder so, wie die unzähligen Silbermöwen und Eiderenten, die auf der kahlen, vorgelagerten Schäre Græsholm nisten, oder zusammen mit den Ausflüglern auf dem Fährdampfer von Bornholm. Oder eben auf eigenem Kiel, so wie wir und viele andere. Die "Erbsen" sind ein so außergewöhnliches wie beliebtes Etappenziel auf dem Weg zur schwedischen Südküste, ein letzter felsiger Zipfel Dänemarks, ein Außenposten in Miniatur, dessen "Hauptinsel" sich in einer halben Stunde zu Fuß umrunden lässt.

Auch in diesem Sommer sind wir wieder für zwei Wochen an Bord der "Rolling Swiss 2" zu Gast, die dem Cruising Club der Schweiz gehört. 

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Christan Tiedt am 25.07.2016