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Reise: Kuba

¡Hasta siempre Cuba!

Bodo Müller am 22.06.2018

Gibt es noch ein Paradies, dessen Umwelt nicht zerstört ist und wo sich Mensch und Tier friedlich begegnen? Eine Reise zu den „Gärten der Königin“

Die schwüle Hitze des Tages weicht einer milden Seebrise, die vom Fischerhafen in der Bahia de Casilda herüberweht. Mit Einbruch der Dunkelheit reitet ein Gaucho über das grobe Feldsteinpflaster und entfacht rund um den Plaza Major und vor der Kathedrale Santisima Trinidad die Flammen der Gaslaternen. Es riecht nach Meer, Tabak und Rum.

Die Jalousientüren der alten Kolonialbauten werden aufgestoßen. Kutschen holpern über rundliche Natursteine, Musiker in allen Hautfarben der Karibik steigen mit ihren Instrumenten aus. Señoritas in langen Kleidern verkaufen Zigarren.

Zu Sonnenuntergang kommen immer mehr Reiter in die Stadt und binden ihre Pferde vor den Bars an. Während die ersten Mojitos gestampft werden, ertönt auf den Straßen das ganze Universum karibischer Klänge – von Salsa über Samba bis Son. Die schönsten Señoritas tanzen auf den Plätzen. Wo liegt dieses Trinidad?

Fotostrecke: Hasta siempre Cuba

Die "Villa De la Santísima Trinidad" wurde 1514 an der Südküste Kubas als dritte spanische Siedlung in der Neuen Welt gegründet. Von hier aus segelten 1519 die Konquistadoren unter Hernán Cortés zu ihren Eroberungszügen nach Mexiko.

Der Handel mit Zucker und Sklaven machte Trinidad reich. Das mittelalterliche Trinidad mit seinen Kolonialbauten wurde nie modern überbaut. Die Stadt ist ein lebendes Museum.

Seit 1988 steht sie unter dem Schutz der UNESCO. Trinidad liegt auf unserem Weg zu den Jardines de la Reina, den Gärten der Königin, im Südosten Kubas.

Der nur per Boot erreichbare Archipel ist die südliche Begrenzung des Golfo de Ana Maria. Die Gärten der Königin sind 90 Seemeilen lang und bis zu 25 Meilen breit. Christoph Columbus war der erste Europäer, der den Archipel aus 660 Korallen-Inseln im Karibischen Meer entdeckte. Zu Ehren der spanischen Königin Isabella I. nannte er den Archipel: Jardines de la Reina.

Kuba

Fidel Castro war nicht nur Revolutionär und Staatschef, sondern auch leidenschaftlicher Taucher. Weil er wusste, welcher Schatz an der Südküste Kubas liegt, erklärte er 1996 die bis heute unbewohnten Gärten der Königin zum Meeresschutzgebiet. Seitdem darf dort nicht mehr gejagt oder gefischt werden. Die Tiere haben kaum noch Kontakt mit Menschen.

Einzige Ausnahme ist ein limitierter Hummerfang zur Ernährung der Bevölkerung, welche rund um den Golfo de Ana Maria lebt. Menschen dürfen hier nur mit einer speziellen Genehmigung und in limitierter Zahl in den Meeres-Park hinein fahren.

Die Jardines de la Reina sind heute die größte Marine Protected Area (MPA) Amerikas. Der Meeresforscher Jacques Cousteau nannte den Archipel "einen unersetzbaren Schatz für die Menschheit."

Die Gärten der Königin bilden bis heute ein intaktes Öko-System ohne Spuren von Umweltzerstörung und sind einer der letzten Zufluchtsorte für Karibische Riffhaie, Große Hammerhaie, Schwarzspitzenhaie, Seidenhaie, Ammenhaie und Walhaie – Fischarten, die anderswo in der Karibik vom Aussterben bedroht oder bereits verschwunden sind.

Den vollständigen Reisebericht lesen Sie in der aktuellen Juli-Ausgabe von BOOTE, die es ab dem 20.06. im Handel gibt. Abonnenten haben sie schon früher!  
Das Heft ist im DK-Shop erhältlich, oder Sie laden sich den Bericht direkt über den Link unten herunter.

Bodo Müller am 22.06.2018