Knysna River Knysna River

Reise: Südafrika

Knysna River

Bodo Müller am 24.01.2021

Jenseits von Afrika: Die Südküste Südafrikas gilt als schönste des Kontinents. Am Knysna River kann man per Hausboot auf Abenteuerreise gehen

Der blonde und blauäugige Südafrikaner Daniel erklärt uns das kleine Hausboot bis ins letzte Detail. Dabei gibt es zu dem Schiffchen nicht viel zu sagen. Es hat einen Salon mit Pantry, zwei Schlafplätze, eine Nasszelle und einen Außenborder. Viel mehr an Technik gibt es nicht.

Daniel will mit den ersten Chartergästen aus Deutschland ein Fahrtraining machen. Wir sagen, dass wir schon größere Boote gefahren sind. Er telefoniert mit seiner Chefin auf Afrikaans, wovon wir ein paar Brocken verstehen. In die ehemalige Sprache der Buren, der überwiegend niederländischen Siedler aus dem 17. Jahrhundert, sind auch englische und deutsche Begriffe eingeflossen. Afrikaans ist die meist gesprochene von elf Amtssprachen in Südafrika. Englisch rangiert in den gesprochenen Sprachen an zweiter Stelle. Jedoch sind öffentliche Schilder und Beschriftungen (fast) immer auf Englisch. Die weiteren neun Amtssprachen gehören zur Familie der Bantusprachen.

Noch mehr Informationen? Die Reisereportage über den Knysna River mit weiteren Bildern und Serviceteil finden Sie in BOOTE-Ausgabe 02/2021 seit dem 13.01.2021 am Kiosk oder online im Delius Klasing-Shop.

Die Charterfirma Knysna Houseboats entdeckten wir, als wir von Kapstadt kommend auf der Garden Route nach Osten fuhren. Die gilt als schönste Küstenstraße Afrikas und führt über 370 km von Mossel Bay bis Port Elizabeth. Viele Reiseveranstalter bezeichnen auch die gesamte 750 km lange Küstenstraße von Kapstadt bis Port Elizabeth als Garden Route. Der Begriff stammt von den ersten Seefahrern, die die grüne und hügelige Landschaft als Garten bezeichneten. Heute liegen hier die Weinberge Südafrikas sowie etliche Safari-Parks mit luxuriösen Lodges. Die spektakulären Ausblicke auf den wild tobenden Ozean sind ein weiterer Grund für eine Reise auf der Route. Etliche Flüsse münden nach Süden in den Ozean und bilden vor der Mündung ein breites Delta mit Lagunen. Meist versperrt eine natürliche Barre aus Sand der Schifffahrt den Weg in die Lagune und aus ihr heraus.

Die 430 Seemeilen lange Küste östlich von Kapstadt, vorbei am Kap der Guten Hoffnung und dem gefürchteten Kap L’Agulhas, wo zwei Ozeane zusammentreffen, bis nach Port Elizabeth zählt zu den gefährlichen Schifffahrtswegen der Welt. Winde, Seegang und Strömungen sind hier selbst für die Großschifffahrt eine Gefahr. Zwischen Kapstadt und Port Eli­zabeth gibt es nur einen Fluss, in den man sich auf eigenem Kiel verkriechen kann – den Knysna River.

"Bergauf dürft ihr den Knysna River so weit fahren, wie ihr Wasser unter dem Hausboot habt", erklärt Basisleiter Daniel. "Das hängt von der Tide ab, aber auch vom Regen in den Bergen." Er zeigt uns auf der Karte die Tonne "A", wo im Oberlauf des Flusses offiziell die Schifffahrt beginnt. Sollten wir weiter bergauf fahren und irgendwo im Dschungel aufsetzen, meint Daniel, wäre das nicht schlimm, da uns der Fluss wieder freispülen würde.

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Bodo Müller am 24.01.2021
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