Überwintern im Wasser: Teil 1 – Eisfreier LiegeplatzFoto: BOOTE

Sicherheit Überwintern im Wasser: Teil 1 – Eisfreier Liegeplatz

Torsten Moench  

31.10.2021, Lesezeit: 3 Minuten

Sicherheit für den Rumpf: Tauchpumpen oder Luftsprudelanlagen verhindern das Einfrieren des Bootes im Wasser

Grundsätzlich gibt es zwei bewährte Techniken, wie man seinen Liegeplatz frei von Eis hält. Die einfachste Möglichkeit ist der Einsatz von ein oder zwei Tauchpumpen. Im Bedarfsfall fördern sie das wärmere Tiefenwasser unter den Bootsrumpf und halten ihn so eisfrei. Selbst bei Lufttemperaturen im zweistelligen Minus­bereich kühlt sich das Wasser in den tieferen Schichten nie unter null Grad ab. Üblich sind Temperaturen zwischen zwei bis vier Grad Celsius in zwei bis drei Meter Wassertiefe.

Wird dieses "warme" Wasser nun an die Oberfläche gepumpt, sorgen die höhere Temperatur und die Bewegung der Wasseroberfläche dafür, dass ein Einfrieren des Rumpfes und seiner Einbauten verhindert wird.

Hier zeigen wir, wie man sich eine solche Anlage selbst baut und was man dazu benötigt.

Noch mehr Informationen? Teil I des Winter-Journals "So bleibt der Liegeplatz eisfrei" finden Sie mit weiteren Erläuterungen in BOOTE-Ausgabe 11/2021 seit dem 20.10.2021 am Kiosk oder online im Delius Klasing-Shop.

Die Funktion

Unsere "Eisfrei-Anlage" arbeitet zweistufig und schaltet die Pumpen erst dann ein, wenn tatsächlich Bedarf besteht. Rea­lisiert wird dieses Verhalten zum einen durch einen Temperaturschalter und zum anderen durch eine in Reihe geschaltete Zeitschaltuhr.

In der Praxis überwacht ein schwimmender Thermo­sensor die Wassertemperatur und gibt diesen Wert an den Temperaturschalter weiter. Sinkt die Temperatur an der Wasseroberfläche unter null Grad, wird die Zeit­schalt­uhr aktiviert, die ihrerseits dann die Pumpen im zuvor gewählten Rhythmus laufen lässt. Je nach verwendeter Zeitschaltuhr kann man sie in 10- oder 15-Minuten-Schritten programmieren.

In der Praxis reichen 15 Minuten Pumpzeit pro Stunde aus, besonders klirrenden Frosttagen begegnet man mit 2 x 15 Minuten pro Stunde.

Benötigt werden als Mindestausstattung ein Temperaturschalter mit externem Sensor, eine Zeitschaltuhr für den Außenbereich und mindestens eine Tauchpumpe.

Pumpen

Bei der Pumpenauswahl muss man mehrere Dinge beachten: Zunächst mal muss die Pumpe "schmutzwasserge­eignet" sein. Verunreinigungen im Hafenwasser oder un­gewollter Grundkontakt können die Flügel der Tauchpumpen sonst beschädigen und zum Ausfall führen. Zweitens muss die Pumpe eine ausreichende Eintauchtiefe auf­weisen. Je nach Bootstyp sollten fünf Meter Tauchtiefe allemal ausreichen. Die Förderleistung hängt direkt mit der elek­trischen Leistung zusammen. Um die Stromkosten im Rahmen zu halten, entschieden wir uns für eine 400-Watt-Pumpe mit 140 l/min Förderleistung. Im Bedarfsfall werden also rund zwei Tonnen "Warmwasser" pro Schaltzyklus (15 min) unter den Bootsrumpf befördert; die Erfahrung zeigt: Das reicht allemal. Je nach Bootslänge sollte man mehrere Pumpen einsetzen. Für kleine und mittlere Boote bis etwa acht Meter Länge reicht eine Pumpe, darüber hinaus sollte man zwei oder bei ganz großen Booten sogar drei Pumpen verwenden, die man dann entsprechend der Bootslänge am Rumpf aufteilt.

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