Ratgeber: KlebefolienFoto: Thorsten Baering

TechnikRatgeber: Klebefolien

Torsten Moench  

Manfred Welkamer  

22.8.2014, Lesezeit: 2 Minuten

Folieren statt Lackieren. Rumpf- und Decksbeschichtungen mit speziellen Folien bieten ungeahnte Möglichkeiten der Gestaltung. Schritt für Schritt.

Das Team von BootOX nach getaner Arbeit (v.l.n.r.): Mario Quaschning, Rene Weigmann und Tim Hausding.
Das Team von BootOX nach getaner Arbeit (v.l.n.r.): Mario Quaschning, Rene Weigmann und Tim Hausding.
Foto: Thorsten Baering
Schritt 1: Zuschnitt Das Erste ist der grobe Zuschnitt der Folienbahnen. Dazu wird die Folie auf dem  Bootsrumpf ausgerollt und die Einzelteile, wie Deck, Rumpfseitenwände oder Heck, zugeschnitten.
Schritt 1: Zuschnitt Das Erste ist der grobe Zuschnitt der Folienbahnen. Dazu wird die Folie auf dem Bootsrumpf ausgerollt und die Einzelteile, wie Deck, Rumpfseitenwände oder Heck, zugeschnitten.
Foto: Thorsten Baering
Schritt 2: Reinigung Jetzt wird das Boot mit Aceton und Sili-kon-Entferner gründlich gereinigt und entfettet. Anschließend macht man alle zu beschichtenden Flächen mit einem Staubbindetuch staubfrei.
Schritt 2: Reinigung Jetzt wird das Boot mit Aceton und Sili-kon-Entferner gründlich gereinigt und entfettet. Anschließend macht man alle zu beschichtenden Flächen mit einem Staubbindetuch staubfrei.
Foto: Thorsten Baering
Schritt 3: Wasserpass Wo die Folie später enden soll, also am Wasserpass, wird ein Schneideband – ein dünnes Klebeband mit integriertem Kevlarfaden – aufgeklebt.  Er sorgt später für einen exakten Schnitt an der Wasserlinie.
Schritt 3: Wasserpass Wo die Folie später enden soll, also am Wasserpass, wird ein Schneideband – ein dünnes Klebeband mit integriertem Kevlarfaden – aufgeklebt. Er sorgt später für einen exakten Schnitt an der Wasserlinie.
Foto: Thorsten Baering
Schritt 4: Anheften Im nächsten Schritt wird die Folie so glatt wie möglich über die zu beschichtenden Flächen gelegt und mit Gewebe-Klebeband fixiert.
Schritt 4: Anheften Im nächsten Schritt wird die Folie so glatt wie möglich über die zu beschichtenden Flächen gelegt und mit Gewebe-Klebeband fixiert.
Foto: Thorsten Baering
Schritt 5: Beschichten Jetzt folgt die Beschichtung. Dabei wird das Deckpapier langsam abgezogen und die Folie mit einem filzbeschichteten Rakel Stück für Stück an die Fläche angepresst. An unebenen Stellen oder Rundungen kommt zusätzlich ein Heißluftfön zum Einsatz. Diese Arbeit ist nur von mehreren (aufeinander eingespielten) Personen zu machen.
Schritt 5: Beschichten Jetzt folgt die Beschichtung. Dabei wird das Deckpapier langsam abgezogen und die Folie mit einem filzbeschichteten Rakel Stück für Stück an die Fläche angepresst. An unebenen Stellen oder Rundungen kommt zusätzlich ein Heißluftfön zum Einsatz. Diese Arbeit ist nur von mehreren (aufeinander eingespielten) Personen zu machen.
Foto: Thorsten Baering
Schritt 6: Details An Beschlägen, wie beispielsweise der Zugöse, muss man die Folie mit einem Cutter einschneiden und dann mit einem Rakel fest am Rumpf andrücken.
Schritt 6: Details An Beschlägen, wie beispielsweise der Zugöse, muss man die Folie mit einem Cutter einschneiden und dann mit einem Rakel fest am Rumpf andrücken.
Foto: Thorsten Baering
Schritt 7: Tempern Mittels Heißluftgebläse wird das Boot auf rund 150 Grad erhitzt. Bei diesem Vorgang werden bestimmte Inhaltsstoffe der Folie aktiviert, die sie später in Form halten und härten.
Schritt 7: Tempern Mittels Heißluftgebläse wird das Boot auf rund 150 Grad erhitzt. Bei diesem Vorgang werden bestimmte Inhaltsstoffe der Folie aktiviert, die sie später in Form halten und härten.
Foto: Thorsten Baering
Schritt 8: Überstände entfernen Nach dem Tempern ist die Folie hart, und man kann überstehende Reste abschneiden. Jetzt wird auch der Wasserpass mittels Schneideband sauber abgetrennt.
Schritt 8: Überstände entfernen Nach dem Tempern ist die Folie hart, und man kann überstehende Reste abschneiden. Jetzt wird auch der Wasserpass mittels Schneideband sauber abgetrennt.
Foto: Thorsten Baering
Schritt 9: Kantenschutz Falls nötig, versiegelt man die Folienkanten mit einen Zweikomponenten-Lack.
Schritt 9: Kantenschutz Falls nötig, versiegelt man die Folienkanten mit einen Zweikomponenten-Lack.
Foto: Thorsten Baering
Schritt 10: Reinigung und Reparaturen Grundsätzlich lässt sich ein foliertes Boot genauso reinigen und pflegen wie ein lackiertes. Im Klartext: Die Folie ist mit rund 160 Mikrometern ausreichend dick, sodass sogar Polituren eingesetzt werden können. Kleinere Reparaturen sind problemlos möglich. Dabei wird einfach die Folie an der beschädigten Stelle entfernt und durch ein neues Stück ersetzt.Schritt
Schritt 10: Reinigung und Reparaturen Grundsätzlich lässt sich ein foliertes Boot genauso reinigen und pflegen wie ein lackiertes. Im Klartext: Die Folie ist mit rund 160 Mikrometern ausreichend dick, sodass sogar Polituren eingesetzt werden können. Kleinere Reparaturen sind problemlos möglich. Dabei wird einfach die Folie an der beschädigten Stelle entfernt und durch ein neues Stück ersetzt.Schritt
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Das Team von BootOX nach getaner Arbeit (v.l.n.r.): Mario Quaschning, Rene Weigmann und Tim Hausding.
Das Team von BootOX nach getaner Arbeit (v.l.n.r.): Mario Quaschning, Rene Weigmann und Tim Hausding.
Foto: Thorsten Baering
Schritt 1: Zuschnitt Das Erste ist der grobe Zuschnitt der Folienbahnen. Dazu wird die Folie auf dem  Bootsrumpf ausgerollt und die Einzelteile, wie Deck, Rumpfseitenwände oder Heck, zugeschnitten.
Schritt 1: Zuschnitt Das Erste ist der grobe Zuschnitt der Folienbahnen. Dazu wird die Folie auf dem Bootsrumpf ausgerollt und die Einzelteile, wie Deck, Rumpfseitenwände oder Heck, zugeschnitten.
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Schritt 1: Zuschnitt Das Erste ist der grobe Zuschnitt der Folienbahnen. Dazu wird die Folie auf dem  Bootsrumpf ausgerollt und die Einzelteile, wie Deck, Rumpfseitenwände oder Heck, zugeschnitten.
Schritt 2: Reinigung Jetzt wird das Boot mit Aceton und Sili-kon-Entferner gründlich gereinigt und entfettet. Anschließend macht man alle zu beschichtenden Flächen mit einem Staubbindetuch staubfrei.
Schritt 3: Wasserpass Wo die Folie später enden soll, also am Wasserpass, wird ein Schneideband – ein dünnes Klebeband mit integriertem Kevlarfaden – aufgeklebt.  Er sorgt später für einen exakten Schnitt an der Wasserlinie.
Schritt 4: Anheften Im nächsten Schritt wird die Folie so glatt wie möglich über die zu beschichtenden Flächen gelegt und mit Gewebe-Klebeband fixiert.
Schritt 5: Beschichten Jetzt folgt die Beschichtung. Dabei wird das Deckpapier langsam abgezogen und die Folie mit einem filzbeschichteten Rakel Stück für Stück an die Fläche angepresst. An unebenen Stellen oder Rundungen kommt zusätzlich ein Heißluftfön zum Einsatz. Diese Arbeit ist nur von mehreren (aufeinander eingespielten) Personen zu machen.
Schritt 6: Details An Beschlägen, wie beispielsweise der Zugöse, muss man die Folie mit einem Cutter einschneiden und dann mit einem Rakel fest am Rumpf andrücken.
Schritt 7: Tempern Mittels Heißluftgebläse wird das Boot auf rund 150 Grad erhitzt. Bei diesem Vorgang werden bestimmte Inhaltsstoffe der Folie aktiviert, die sie später in Form halten und härten.
Schritt 8: Überstände entfernen Nach dem Tempern ist die Folie hart, und man kann überstehende Reste abschneiden. Jetzt wird auch der Wasserpass mittels Schneideband sauber abgetrennt.
Schritt 9: Kantenschutz Falls nötig, versiegelt man die Folienkanten mit einen Zweikomponenten-Lack.
Schritt 10: Reinigung und Reparaturen Grundsätzlich lässt sich ein foliertes Boot genauso reinigen und pflegen wie ein lackiertes. Im Klartext: Die Folie ist mit rund 160 Mikrometern ausreichend dick, sodass sogar Polituren eingesetzt werden können. Kleinere Reparaturen sind problemlos möglich. Dabei wird einfach die Folie an der beschädigten Stelle entfernt und durch ein neues Stück ersetzt.Schritt
Das Team von BootOX nach getaner Arbeit (v.l.n.r.): Mario Quaschning, Rene Weigmann und Tim Hausding.
  SchrittFoto: Thorsten Baering
Schritt
  SchrittFoto: Thorsten Baering
Schritt

Die klassische Bootslackierung bekommt Konkurrenz. Was in der Autoindustrie seit Jahren weit verbreitet ist, findet inzwischen auch bei vielen Bootseignern immer mehr Beachtung. Die Rede ist von Folien-Beschichtungen. Dabei werden Rumpf und/oder Aufbauten mit einer farbigen oder auch bedruckten Folie beklebt und anschließend bei 150 Grad getempert. Das Ergebnis ist von einer Hochglanz-Lackierung nicht zu unterscheiden und bietet neben der makellosen Optik eine zusätzliche Schutzschicht fürs Boot. Insbesondere die Verwendung verschiedener Designs, wie beispielsweise eine Holz- oder Karbon-Optik, bietet ungeahnte Möglichkeiten der Gestaltung.

Und: Wenn die Farbe nicht mehr gefällt, kann die Folie auch problemlos wieder entfernt werden. Doch beginnen wir vorn: Für unsere Beispiel-Folien-Beschichtung verwendeten wir ein kleines, offenes 3,20-m-Sportboot und ließen es bei den Folierungs-Profis von BootOX in Lübeck beschichten. Grundsätzlich ist zu sagen, dass man für diese Arbeiten besondere Kenntnisse und Werkzeuge haben muss, sodass eine Folierung in Eigenarbeit nicht in Frage kommt.

Alles in allem hat die Folienbeschichtung unseres 3,20-m-Bootes rund 1300 Euro gekostet und war an einem Vormittag erledigt. Das Ganze ist zwar etwas teurer als eine herkömmliche Lackierung, dafür aber in kurzer Zeit ausgeführt und das Boot sofort wieder einsatzbereit, ohne dass Beschläge oder Ähnliches montiert werden müssen.

Weitere Informationen erhalten Sie bei der Bootox GmbH, Grootkoppel 8 b in 23566 Lübeck oder im Internet unter
www.bootox.de