Service: Werkstatt - Teakdeck sanierenFoto: Morten Strauch

TechnikService: Werkstatt - Teakdeck sanieren

Hauke Schmidt  

7.7.2021, Lesezeit: 3 Minuten

Fugen verbinden: Der Austausch eines defekten Teakdecks kann schnell zum wirtschaftlichen Totalschaden werden. Die Reparatur mit Epoxidharz ist eine günstige Alternative

Schiffig, rutschfest und edel – ein Teakdeck ist für viele nach wie vor der Inbegriff des Bootdecks. Doch mit den Jahren kann sich der Traum leicht zum Albtraum entwickeln, denn das Holzdeck ist ein Verschleißteil. Die Lebensdauer hängt stark von der Holz­qualität, der fachgerechten Verlegung und der Pflege ab. Aber selbst wenn alles optimal läuft, ist nach spätestens 30 Jahren eine Grundüberholung fällig.

Häufig zeigen die Fugen schon deutlich früher Auflösungserscheinungen. Wasser dringt ein, und die Stäbe verziehen sich, verrotten von unten, oder sie werden im Winter durch den Frost vom Deck gezogen. Ähnlich desolat präsentierte sich das Deck unseres gut 35 Jahre alten Werk­­stattobjekts. Die Fugen waren spröde und fast überall abgelöst, zudem war das Holz stark verwittert und ausgewaschen. Besonders übel sah das Vorschiff aus. Der Fisch war gerissen, und einzelne Stäbe hatten sich aufgewölbt.

Noch mehr Informationen? Die Werkstatt zur Teakdeckreparatur mit bebilderter Anleitung finden Sie in BOOTE-Ausgabe 07/2021 seit dem 16.06.2021 am Kiosk oder online im Delius Klasing-Shop.

Der erste Reflex: Das muss alles neu! Doch damit wäre das Boot ein wirtschaft­licher Totalschaden, denn Teakholz ist teuer, und die Verlegearbeiten fressen sehr viele Bootsbauer-Stunden. Wer ein neues Teakdeck mit 10 Millimeter Stärke bei einer Werft in Auftrag gibt, der sollte von etwa 2200 Euro pro Quadratmeter ausgehen. Hinzu kommen noch die Kosten für die Entfernung des alten Belags und für die Vorbereitung des Untergrunds. Rechnet man mit den rund neun Quadratmetern Teakdeck unseres Beispielbootes, wird schnell klar, dass ein neues Deck deutlich mehr kostet, als das gesamte Boot wert ist.

Also erst mal prüfen, was noch zu retten ist. Der geris­sene Fisch muss ersetzt werden, doch die restliche Substanz ist nicht schlecht: 7 bis 8 Millimeter sind die Stäbe noch stark. Eine herkömmliche Überholung mit flexibler Fugenmasse scheidet trotzdem aus. Dann müssten nicht nur die Fugen ausgefräst, sondern auch alle gewölbten Stäbe gewechselt werden.

Deutlich weniger Aufwand verspricht das nachträgliche Verkleben des Decks mit Epoxid. Dadurch entsteht eine in sich feste Einheit, die auch wieder mit dem Kunststoffdeck verbunden ist. Ein ähnliches Verfahren wird beim Bau von Regattayachten eingesetzt. Um den Gewichtszuwachs durch das Holzdeck so gering wie möglich zu halten, wird das Teak in die Struktur des Decks integriert und mit schwarz eingefärbtem Epoxidharz verlegt. Der passende Kleber ist als Epoxid-Füllpaste von Yachtcare erhältlich. 500 Gramm der UV-beständigen-Substanz kosten rund 30 Euro. Für das Deck unseres Bootes waren acht Dosen nötig. Zusammen mit den übrigen Verbrauchs­materialien wie Schleifpapier und der flexiblen Fugenmasse für den Übergang zum Aufbau kostete die Sanierung etwa 500 Euro.

Das Deck ist nach der Kur zwar nicht neu, sollte aber für die nächsten zehn Saisons keine Probleme mehr bereiten.