Werkstatt: Sichtschutz - Licht und SchattenFoto: BOOTE

TechnikWerkstatt: Sichtschutz - Licht und Schatten

 

19.9.2017, Lesezeit: 3 Minuten

Auf Kajütbooten und Yachten spielt ein funktionierender Sichtschutz eine wichtige Rolle. Hier zeigen wir, wie man Vorhänge durch Plissees ersetzt

Moderne Boote, wie man sie heute auf den Messen oder in den Marinas bestaunen kann, verfügen meist über recht ausgeklügelte Sichtschutz­installationen. Die teils riesigen Fensterflächen werden in allen erdenkbaren Formen verdunkelt – mit elektrisch betriebenen Jalousien, maßgefertigten Plissees oder passgenauen Rollos.

Eigner älterer Boote können da nur staunen und auch ein bisschen neidisch dreinschauen, denn ihre Modelle sind standardmäßig oft mit Stoffvorhängen ausgestattet. Doch was Ende der Siebzigerjahre vielleicht in war, trifft heute meist nur noch selten den Geschmack von Eigner und Crew. Nicht selten wurden die Vorhänge auch schon mehrfach ausgetauscht und so dem jeweiligen Zeitgeist angepasst.

  .Foto: BOOTE
.
  .Foto: BOOTE
.
  .Foto: BOOTE
.
  .Foto: BOOTE
.

Vorher / Nachher:

Wer vor der Entscheidung steht, neue Vorhänge anfertigen zu lassen, sollte die hier gezeigte Alternative in Betracht ziehen: sogenannte Plissees, wie man sie von zu Hause kennt. Diese bekommt man in den unterschiedlichsten Abmessungen als Fertigware oder auch als Maßanfertigung, was insbesondere für schräge Fenster zu empfehlen ist; allerdings wird diese Lösung auch deutlich teurer.

In unserer Beipielmontage haben wir uns für Standardprodukte von einem großen skandinavischen Bettenhaus entschieden. Für die rund 4 m langen Salonfenster verwendeten wir zwei 2,2 m x 0,6 m große Plissees und verspannten sie quer. Das hat den Vorteil, dass man den Sichtschutz zu beiden Seiten öffnen kann.

In der Achterkabine mit deutlich schmalerem Montageraum haben wir zwei 1,5 m x 0,4 m große Plissees verbaut. Auch diese wurden quer verspannt und decken jeweils drei Bootsluken ab. Optisch entsteht ein völlig neues Raumgefühl; der helle Stoff bricht das Außenlicht und sorgt dadurch überall für ein angenehmes Ambiente.

Eine Anleitung finden Sie auf den folgenden Seiten

  .Foto: BOOTE
.
  .Foto: BOOTE
.

1. Alu-Winkel
Dort, wo beide Plissees aneinanderstoßen, benötigt man eine Hilfsschiene, um die Klemmblöcke zu fixieren. Die Schiene wird geklebt oder besser noch verschraubt.

  .Foto: BOOTE
.
  .Foto: BOOTE
.

2. Montageort
Bevor man die Klemmblöcke verschraubt, muss man die exakte Montagehöhe feststellen. Dabei unbedingt auf Parallelität der Spannseile achten.

  .Foto: BOOTE
.
  .Foto: BOOTE
.

3. Klemmblöcke
Um den Abstand zwischen den Klemmblöcken gering zu halten, (Spaltbildung), befestigt man sie gegenüberliegend mit einer Durchgangsschraube.

  .Foto: BOOTE
.
  .Foto: BOOTE
.

4. Spannseile
Ist die Schiene mit den Klemmblöcken montiert, spannt man die Seile und zieht sie stramm. Wichtig: Die Seile müssen in jedem Fall parallel zu­ein­ander laufen.

  .Foto: BOOTE
.
  .Foto: BOOTE
.

5. Schraubbefestigung
An der Stirn- und Heckwand des Salons befestigt man die Klemmblöcke mittels Holzschrauben an der hölzernen Innenverkleidung.

  .Foto: BOOTE
.
  .Foto: BOOTE
.

6. Spannen
Nachdem die Seile an einer Seite be­­festigt sind, spannt man sie, deckt den Klemmblock mit dem Oberteil ab und schneidet die überstehenden Enden ab.


Spannseile verbinden

  .Foto: BOOTE
.
  .Foto: BOOTE
.

1. Quetschen

Da wir in der Kabine aus Platzgründen auf eine Hilfsschiene verzichten mussten, verbanden wir beide Plissees mittels einer Quetschverbindung aus dem Elektrofachhandel.

  .Foto: BOOTE
.
  .Foto: BOOTE
.

2. Aufziehen
An den Kabinenwänden montierten wir kleine Spannrollen (Easyfix), mit deren Hilfe man die Spannseile auf die nötige Vorspannung bekommt.

  .Foto: BOOTE
.
  .Foto: BOOTE
.

3. Spannen
Beim Spannen ist Fingerspitzen­gefühl gefragt. Wenn man das Seil zu stark unter Zug setzt, kann sich die Quetschverbindung wieder lösen.

  .Foto: BOOTE
.
  .Foto: BOOTE
.

4. Verankern
Die eigentlich zur Verklebung ge­­dachten Winkel muss man auf jeden Fall fest in der Wand verschrauben, sonst halten sie dem Zug nicht stand.