Absolute 47 Fly Absolute 47 Fly

Absolute 47 Fly

Luxus Pur

Dieter Wanke, Julian Fietze am 03.06.2020

Absolute 47 Fly: Der edle Neuling schließt die Lücke zwischen dem Einsteigermodell 45 Fly und der 50 Fly

Die neue 47 Fly der italienischen Edel­werft feierte in Cannes im vergangenen September ihre Weltpremiere. Wir hat­ten zuvor Gelegenheit, das keineswegs kleine Modell im unteren Bereich der nun neun Grö­ßen umfassenden Flybridge-Palette zu testen. Im Segment der Yachten mit Zusatzstockwerk um die 50 Fuß tummeln sich einige Konkur­rentinnen. Selbst im eigenen Sortiment gibt es mit der Navetta 48 eine Alternative. Bereits auf den ersten Blick erscheint alles sehr solide. Auch die weitergehende Kontrolle der Ecken zeigt wie zu erwarten makellose Verarbeitung ohne Kompromisse. In Sachen Fertigung ist die relativ junge Werft ohnehin gut aufgestellt, da 2002 in Podenzano, etwa 150 Kilometer nordöstlich von Genua, komplett neue Anla­gen mit modernem Maschinenpark entstan­den. Die Firmengründer Marcello Bè und Ser­gio Maggi sind dafür bekannt, auf Innovation zu setzen, statt dem Markt hinterherzulaufen. Dass die Werft das Absolute erreichen will und nicht auf Kompromisse setzt, drückt schon der Markenname aus, und das ist auch bei der Ent­wicklung Programm.

Wer viel Wohnfläche will und für jedes Wet­ter gut gerüstet sein möchte, liegt mit einer Flybridge-Yacht richtig. Ein Geräteträger überspannt den Bereich der Sitzgruppe mit Tisch, der sich hinten befindet. Die mit Kühlschrank und Waschbecken aus­gestattete Wetbar an Steuerbord – optional auch mit Gefrierschrank und Grill – dient der bequemen Versorgung der Crew auf dem Oberdeck. Ein Bimini gibt es nicht, stattdessen ist ein Hardtop erhält­lich. Vor der Wetbar ist eine Sitzbank und davor wiederum eine 2,30 x 1,52 m große Sonnenliege. Der Steuerstand mit zwei Einzelsitzen ergänzt die Ausstattung. Hier gibt es alle nötigen Bedienelemente sowie eine hervorragende Rundumsicht. Eine weitere Freiluftzone im Bug ist über die Gangborde erreichbar. Die sind zwar mit einer guten Reling gesichert, weitere Hal­tegriffe wären aber dennoch vorteilhaft. Die Sitzgruppe hier kann optional durch den absenkbaren Tisch in eine Liegefläche umgebaut werden. Schatten spendet das wahlweise verfügbare Bimini. Im Cockpit lässt sich in einer überdachten Sitzgruppe samt Tisch ebenfalls Frischluft genießen, bevor die Schiebetür in den Deckssalon passiert wird. Hier empfängt an Backbord eine geräumige Pantry im Stil einer Einbauküche mit Hängeschränken. Die Küche bietet alles, was das Herz begehrt. Der Wohnbereich davor ist mit einem Polstersofa samt Stauraum und an Back­bord mit einer Sitzgruppe versehen. Der Steuerstand bleibt mit einem gepolsterten Schalensitz dem Skipper vorbehalten. Wahlweise wird statt eines elektrischen Fensters die auf dem Testboot montierte, hilfreiche Tür eingebaut.

Die Gemächer werden über den Nieder­gang neben dem Steuerstand erreicht. Hier gefällt uns beim Abstieg das Siche­rungspanel für die gesamte Elektrik. Alles lässt sich direkt und mit einem Blick erfas­sen. Im Bug gibt es eine edle Eignerkabine mit quer eingebauter Doppelkoje (1,93 x 1,44 m) und großen Seitenfenstern, die ei­ne hervorragende Aussicht bieten. Ein ei­genes Bad mit getrennter Dusche ist von innen erreichbar. An Steuerbord befindet sich eine kleinere Gästekabine mit Einzel­betten. Die VIP-Kabine folgt mittschiffs nach der Eingangstür zum zweiten Bad und einer weiteren Treppe. Die Doppelkoje misst 1,95 x 1,67 m. Ein Seitenfenster lässt Licht herein. Rund zwei Meter Steh­höhe erlauben weitgehend die ungehin­derte Bewegung, und ein begehbarer Schrank löst alle Stauprobleme.

Bei der Motorisierung sind die beiden alternativlosen Volvo Penta D6-IPS650 eine sehr gute Wahl. Mit zusammen 706 kW (960 PS) ist die Yacht bestens bestückt. Wir messen nach 30 Sekunden Beschleunigung eine Spitzengeschwin-digkeit von 28,2 kn bei 3790 Umdrehun­gen, was einen Hauch über der Nenn-drehzahl liegt. Die Propellerabstimmung passt also. Das zeigt auch das Erreichen der Gleitfahrt nach acht Sekunden bei 2900 Touren und 15,2 kn. Die effizienteste Fortbewegung errechnen wir bei 3500 U/min mit einer Reisegeschwindigkeit von 24,7 kn und einem stündlichen Verbrauch von 158 l. Mit dem 1600-Liter-Tank sind so gut 200 Seemeilen drin, wenn die 15-prozentige Reserve einkalkuliert wird. Für Vollkreise bei schneller Fahrt geneh­migt sich die Yacht einen Durchmesser von fünf bis sechs Bootslängen. Rangieren ist dank Joystick kinderleicht. Wer im Hafen manuell fahren will, muss beim Umsteuern rückwärts mit wenig Reaktion rechen. Bei allen Fahrmanövern verhält sich die Yacht sehr gelassen und völlig unkritisch. Die Stromversorgung ist mit insgesamt zehn Batterien im grünen Be­reich, notfalls hilft der Generator. Die Ausstattung mit sechs Bilgepumpen – da­von zwei manuell bedienbar – sowie die perfekte Montage der mechanischen Komponenten und die komplette Aus-stattung mit Feuerlösch-Technik gefallen uns sehr gut.

FAZIT

Wenn eine Yacht auf dem Wunschzettel steht, die Topverarbeitungmit guten Fahrleistungen verbindet und die auch längerfristige Bordaufenthalte bei unterschiedlichen Wettersituationen mit hohem Komfortniveau zulässt, dann sollte die Absolute 47Fly in der Auswahl sein.

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Dieter Wanke, Julian Fietze am 03.06.2020
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