Beneteau Monte Carlo 52 Beneteau Monte Carlo 52

Beneteau Monte Carlo 52

Raumoptimiert

Dieter Wanke, Julian Fietze am 19.05.2020

Mehr Volumen: Das neue Einstiegsmodell der Flybridge-Kreuzer punktet durch spürbar mehr Platz in den Kabinen

Im Premiumsegment der Motoryachten von Beneteau fand im Herbst 2019 eine Wachablösung statt. Im September wurde auf der Messe in Cannes die neue Monte Carlo 52 vorgestellt. Eine Stufe unter dem Flaggschiff MC 6, löst das neue Modell die MC 5 im sehr beliebten Segment der50-Fuß-Klasse ab. Im Vergleich zur Vorgängerin ist die komplette Neukonstruk­tion um rund einen Meter in der Länge und 30 Zentimeter in der Breite gewachsen, verfügt also insgesamt über mehr Raum. Bei der Motorisierung setzt die Werft weiterhin auf die gleichen Volvo-Penta-IPS-Pod-Antriebe mit angeflanschtem Diesel-Reihensechszylinder. Wir hatten bereits Gelegenheit, die Monte Carlo genauer unter die Lupe zu nehmen.

Schon von außen werden die Unterschiede zur Vorgängerin deutlich. So sind die Glasflächen – sowohl im Rumpf als auch beim Deckssalon – deutlich angewachsen. Das führt zu spürbar mehr Licht in den Innenräumen. Die markanten runden Kabinenfenster der Vorgängerin spielen zwar bei der Linienführung außen noch eine kleine Rolle, in der Kabine selbst dominiert aber jetzt die rechteckige Form mit spürbar größerer Fläche und besserer Aussicht. In der Eignerkabine gibt es wie bisher ein eigenes Bad und als Neuerung einen sehr geräumigen begehbaren Kleiderschrank. Rund um das 1,90 x 1,60 m große Bett messen wir eine Stehhöhe von 1,85 m. Das Gleiche gilt für die größere Gästekabine, die statt vier runder Bullaugen nun ebenfalls über große rechteckige Fenster mit runden Lüftungsluken verfügt. Im Ergebnis auch hier mehr Licht und bessere Sicht. Die 1,95 x 1,65 m große Liegefläche ist in der Mitte geteilt. Die Segmente können nach außen gedreht werden, sodass zwei V-förmige Einzelkojen entstehen. Das Bad muss mit den Bewohnern der dritten Kabine geteilt werden, ist aber direkt zugänglich. Das größere Innenvolumen macht sich bei der kleineren Gästekabine am deutlichsten bemerkbar, denn die ist jetzt nicht mehr mit zwei Stockbetten bestückt, sondern mit zwei nebeneinander angeordneten Einzelkojen, die auch zusammengeschoben werden können. Auch hier gibt es merklich größere Fensterflächen mit entsprechenden Vorteilen. Der Weg in die Nasszelle führt wie bei der Vorgängerin über den Gang.

Der Deckssalon ist ebensfalls unverändert auf drei Ebenen angeordnet. Stufenlos geht es nur in die großzügige Pantry, die sich direkt hinter der Eingangsverglasung befindet. Selbst für die aufwendigere Küche ist hier alles an Bord. Um die bequemen Polstersofas samt Tisch zu erreichen, müssen zwei Stufen überwunden werden. Die nächste Hürde bildet eine Stufe zur Ebene des Innensteuerstands. Hier wartet eine Sitzbank für zwei Personen und eine komplette Ausstattung mit optionalem Doppel-Multifunktionsdisplay. Der Weg vom Cockpit auf die Flybridge führt über eine grundsolide Wendeltreppe. Hier gibt es eine Sitzgruppe mit Tisch, weitere Sitzflächen und eine Sonnenliege. Die Versorgung kann über die Wetbar achtern, mit Waschbecken und auf Wunsch auch mit Elektrogrill sowie Kühlmöglichkeiten, geregelt werden. Der Blick nach vorn zeigt, dass der Steuerstand nach Backbord gewandert ist und mit einem Einzelsitz ausgestattet wurde. Das mögliche Instrumentarium lässt hier keine Wünsche offen. Daneben gibt es weitere Polstermöbel für Crewmitglieder, die dem Skipper Gesellschaft leisten wollen. Der Blick auf das Vordeck fällt auf zwei Sonnenliegen, die aber gesondert bestellt werden müssen. Zurück im Cockpit, findet man eine Polstersitzgruppe mit Tisch, optional in eine Sonnenliege konvertierbar, und auf Wunsch einen einzelnen Sessel an Backbord. Wahlweise können an Steuerbord zum Manövrieren ein weiterer Joystick und die Bedienelemente für Strahlruder bestellt werden. Eine breite Treppe führt zur großen, mit zwei Badeleitern bestückten Badeplattform (optional hydraulisch absenkbar). Davor ein Stauraum, der auch mit Ausstatung als Crewkabine bestellbar ist.

Motorisiert ist die Testkandidatin mit zwei Volvo Penta D6-IPS600 in der neuen Ausführung mit je 324 kW (440 PS). Alternativ lassen sich auch etwas leistungsstärkere D6-IPS650 mit 353 kW (480 PS) bestellen. Dank serienmäßigem Joystick ist das Manövrieren ein Kinderspiel. Der Wen- dekreis bei schneller Fahrt ist sehr konservativ eingestellt. Beim Fahren von Vollkreisen mit konstanten 3500 Umdrehungen messen wir einen Durchmesser von etwa zehn Bootslängen. Beim Manövrieren mit Schleichfahrt sind es dagegen nur 1,5 Bootslängen, in Rückwärtsfahrt zwei, was aber durch die Joy­sticksteuerung nicht von großer Relevanz ist. Beim Verreißen des Ruders in schneller Fahrt ist kaum eine Reaktion spürbar. Bei der Beschleunigung ver- gehen sieben Sekunden, bis die stabile Gleitfahrt mit 2700 Touren bei 16,1 kn anliegt. Die Spitzengeschwindigkeit von 26,9 kn entspricht den Werft­an­ga­ben und ist aus dem Stand nach 18 Sekunden erreicht. Zu erwähnen ist hierbei die Drehzahl von 3550 U/min mit den Testpropellern vom Typ TS6, die laut Werft noch durchaus vertretbare 150 Touren unter der Nenndrehzahl der 5,5-Liter-Selbstzünder liegt. Als effiziente Reisegeschwindigkeit bieten sich knapp 20 kn bei 3000 Umdrehungen an, wobei stündlich 107 Liter Diesel aus den beiden 650-Liter-Alu-Tanks gesaugt werden. Das ergibt nach Abzug der 15-prozentigen Reserve einen für uns zu ma- geren Aktionsradius von 201 Seemeilen bei einem allerdings erfreulich niedrigen Geräuschpegel von 68 dB (A). Die Werte zeigen, dass die kräftigere Motorisierungsvariante, die allerdings mit einem stattlichen Aufschlag von rund 10 000 € auf den Grundpreis von rund 740 000 € gelistet wird, durchaus einen Blick wert ist.

Diesen Artikel finden Sie in der Mai-Ausgabe 2020 von BOOTE. Hier erhältlich!

 

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Beneteau Monte Carlo 52

Dieter Wanke, Julian Fietze am 19.05.2020