Greenlien 45 Fly Greenlien 45 Fly

Test: Greenline 45 Fly

Energiebündel

Dieter Wanke am 14.04.2020

Mit der 45 Fly, ist die Slowenische Greenline-Werft mit neuen Eigentümern und neuem Management längst zurück auf Erfolgskurs.

Nach schwierigen Jahren und einer Insolvenz mit unmittelbarer Übernahme durch den erfahrenen Händler Vladimir Zinchenko ist die slowenische Greenline-Werft mit neuen Eigentümern und neuem Management längst zurück auf dem Erfolgskurs. Letzter Wurf der kontinuierlich erscheinenden Neuentwicklungen ist die Greenline 45 Fly, die im September 2019 in Cannes ihre Weltpremiere feierte. Auch mit diesem Modell bleibt die Werft ihren Grundsätzen treu und steht für grundsolide Yachten mit hohem Wohnkomfort, verbunden mit innovativen Antriebskonzepten. Schließlich startete die Marke vor rund zehn Jahren mit dem weltweit ersten Hybridantrieb in Serienproduktion. Bei der aktuellen Palette wurde das Konzept weiter ausgebaut. So ist inzwischen jedes Modell sowohl mit konventionellen Motoren, mit Hybridtechnik, aber auch als reine Elektroversion erhältlich. Solch umfangreiche Wahlmöglichkeiten im gesamten Angebot gibt es bisher nur bei Greenline. Ebenfalls bemerkenswert ist die gute Grundausstattung, denn sowohl die Ankerinstallation mit 20-kg-Delta-Anker, 50-Meter-Kette und Elektrowinde gehört zum Standard als auch ein Bugstrahlruder, der Seitenausgang und sogar die 600-Watt-Solaranlage samt 600 Ah AGM-Batteriesatz für die Bordversorgung.

Das Preisgefüge beginnt mit der Basismotorisierung von zwei Yanmar 8LV-320 und Wellenantrieben bei 594 405 €. Für die Hybridversion ist eine Zuzahlung von 15 470 € zu addieren, voll elektrisch fährt man ab 932 722 €.

Der Rundgang beginnt bei der großen Badeplattform, vor der sich eine Garage für Beiboote oder Ausrüstung befindet. Eine Hydraulik zur Absenkung der Plattform oder eine Heckpantry sind Optionen. Beidseitig führen Treppenstufen ins Cockpit. Achtern warten ein Sofa und ein Tisch – wahlweise aus Teak. An Backbord und Steuerbord führen markentypisch breite und bestens abgesicherte Gangborde zur optionalen Sonnenliege im Bug. Auf der Backbordseite des Cockpits ist die Treppe zur Flybridge. Dort lässt sich neben dem Open-Air-Kommandostand eine Sonnenliege an Steuerbord bestellen.

Hinten ist eine Sitzgruppe mit Tisch. Zur Versorgung kann eine Wetbar mit Grill und Kühlschrank geordert werden. Zurück auf dem Hauptdeck, ist der Salon zu erkunden. Der ist durch eine Glastür vom Cockpit getrennt. Außerdem lässt sich an der Steuerbordseite eine große Glasscheibe nach oben klappen, die dann einen Thekenbereich freigibt, der das Cockpit mit der Pantry verbindet. Zur Küchenausstattung gehört ein zweiflammiges Elektrokochfeld und eine Kühl-Gefrier-Kombination. Auf Wunsch auch eine Mikrowelle oder ein Backofen und eine Spülmaschine. Vorn folgen nach einer Stufe eine Polstersitzgruppe mit Tisch an Backbord sowie Stauräume mit Sitzpolster an Steuerbord. Davor ist der Innensteuerstand, der mit allem, was das navigatorische Herz begehrt, ausgerüstet werden kann. Praktisch ist die Schiebetür direkt zum Gangbord.

Der Niedergang führt zu den Gemächern. Standard ist hier eine Eignerkabine mittschiffs und eine ebenfalls sehr komfortable Gästekabine im Bug. Einzigartig bei dieser Bootsgröße ist, dass beide Räume über einen großen begehbaren Kleiderschrank verfügen. Selbstverständlich auch über eigene Nasszellen mit Duschkabine. Wer drei Kabinen braucht, muss auf die begehbaren Kleiderschränke verzichten, denn diesen Platz nimmt dann das dritte Schlafgemach ein, was mit einer Einzelkoje, zwei Stockbetten oder einer Doppelliege bestellbar ist.

Alle Räume haben große Fenster und lassen sich über Bullaugen gut lüften. Insgesamt also ein durchdachtes und flexibles Layout, was gut an individuelle Bedürfnisse anzupassen ist. Das trifft auch auf die Auswahl an Antrieben zu. Neben Doppelanlagen mit Yanmar 8LV-320 oder 370, beziehungsweise 8LY-440 und Wellenantrieb kann zwischen Volvo Penta IPS 500 oder 600 gewählt werden. Außerdem ist die Hybridversion mit zwei D3-220 in Kombination mit zwei Elektroantrieben mit je 14 kW erhältlich, die über drei Lithium-Polymer-Akkus mit je 13.3 kW/h gespeist werden. Zusätzlich wird eine voll elektrische Version mit zwei Elektromotoren vom Typ Torqeedo 100 mit Wellenantrieben angeboten, die aus zwei BMW-i3-Akku-Paketen mit je 40 kWh versorgt werden.

Mit den im Testboot montierten IPS 600 erreichen wir nach 7,5 Sekunden bei 2400 Umdrehungen mit 15,2 kn die stabile Gleitfahrt. Nach 24 Sekunden lag bei Nenndrehzahl die Höchstgeschwindigkeit von 32 kn an. Die größte Reichweite mit dem 1500-Liter-Tank lässt sich unter Rückbehalt einer 15-prozentigen Reserve mit 265 sm bei knapp 17 kn mit 2500 Touren erreichen. Im gesamten Geschwindigkeitsbereich zwischen 14 und 30 Knoten bleibt die Reichweite erfreulich konstant und sinkt maximal um 15 sm. Typisch für die Antriebsart, gelingen schnelle Vollkreise mit 25 kn nur mit einem großen Durchmesser von zehn Bootslängen. Manövrieren mit dem Joystick ist kinderleicht. Die Fahrt durch Wellen ist butterweich und komfortabel, ein Verreißen des Steuers zeigt keine Wirkung. Die Sicherheitsausstattung mit einer manuellen und elektrischen Bilgepumpen, Feuerlöschtechnik und einem Notausstiegsluk ist ebenso mängelfrei wie die Installation aller Komponenten und Bauteile. Die Verarbeitungsqualität ist überall auf hohem Niveau. 

Diesen Artikel finden Sie in der Mai-Ausgabe 2020 von BOOTE. Hier erhältlich!
 

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Dieter Wanke am 14.04.2020
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