​E1 SeriesRaceBirds fliegen auf dem Comer See

David Ingelfinger

 · 24.04.2026

E1-Saisonauftakt in Dschidda: Die Gewinner Sara Misir und Dani Clos vom Aoki Racing Team beim freien Training zum Auftakt der Weltmeisterschaft im Januar 2026.
Photo: Joe Portlock/Getty Images
Nach dem Saisonauftakt im Roten Meer kehrt die UIM E1 Series zurück nach Italien. Am 24. und 25. April 2026 findet auf dem Comer See der zweite Lauf der Weltmeisterschaft für Elektroboote statt. Für die Teams markiert das Rennen vor der Kulisse der italienischen Alpen eine besondere technische Herausforderung: Es ist das einzige Süßwasser-Event im diesjährigen Kalender.

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Nachdem die E1 Series im vergangenen Jahr auf den Lago Maggiore ausgewichen war, kehrt der Tross nun an den Comer See zurück, der bereits 2024 Teil des Rennkalenders in der Premierensaison war. Mit der Rückkehr zum „Lake Como GP“, präsentiert von der traditionsreichen Villa d’Este, steht nun das erste von drei Rennen in Europa an.

Team Aoki unter Druck

Der Favorit auf den Sieg am Comer See ist das Team Aoki. Beim Auftakt in Dschidda sicherten sich die Piloten Sara Misir und Dani Clos dank ihres Erfolges die ersten 20 Punkte der Saison und führen damit die Gesamtwertung der E1 Series an. Dahinter lauern die amtierenden Weltmeister vom Team Brady sowie das Team AlUla.

Das Feld ist für die Saison 2026 auf insgesamt zehn Boote angewachsen. Besonders im Fokus wird diesmal der Sierra Racing Club stehen: Das Team gab kürzlich den Einstieg der neuen Investoren bekannt. Der Fußballer Thibaut Courtois und Basketballer Kyle Kuzma, sind nun Teil des Sierra Racing Clubs. Das passt zur Strategie der Rennserie, die prominente Teamchefs als Zugpferde für die Vermarktung der Elektromobilität auf dem Wasser zu nutzen.

Die Süßwasser-Herausforderung

Für die Teams der E1 Series bedeutet der Wechsel von der Küste Saudi-Arabiens an den Alpenrand eine Umstellung der Technik. Da Süßwasser eine geringere Dichte aufweist als Salzwasser, verändert sich das Auftriebsverhalten der Foils. Die technisch identischen RaceBirds müssen präzise auf diese Bedingungen abgestimmt werden, um die Abhebegeschwindigkeit von etwa 18 Knoten effizient zu erreichen.

Zudem wurde für die dritte Saison an der Software gefeilt: Die Piloten müssen ihren „Power Boost“, eine kurzzeitige Leistungssteigerung des Elektromotors, nun noch taktischer über die Renndistanz verteilen, da die optimierten Batteriesysteme eine aggressivere Fahrweise zulassen. Abseits der Rennstrecke nutzt die E1 die Nähe zu Mailand: Während der zeitgleich stattfindenden Milan Design Week wird im Opificio 31 ein RaceBird in Sonderlackierung ausgestellt.

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​Parität und Nachhaltigkeit

Ein Kernmerkmal der E1 Series bleibt das Paritätsprinzip. Jedes Team tritt mit einer Pilotin und einem Piloten an, deren Einzelergebnisse kombiniert werden. Dies soll nicht nur für Chancengleichheit sorgen, sondern auch eine stärkere Basis für den Elektro Rennsport auf dem Wasser schaffen.

​Die Weltmeisterschaft fungiert offiziell unter dem Dach der Union Internationale Motonautique (UIM), dem einzigen vom Internationalen Olympischen Komitee anerkannten Dachverband für den motorisierten Wassersport. Sie regelt neben der E1 auch etablierte Klassen wie die F1H2O und die Offshore-Kategorien Class 1 und XCAT.


Weit entfernt von den Küsten im Rhein-Main-Gebiet aufgewachsen, fand David Ingelfinger erst im Alter von elf Jahren auf den niederländischen Gewässern zum Segelsport. Was als Familienurlaub ohne großartige Vorkenntnisse begann, mündete in einer steilen Lernkurve, aus der die dauerhafte Leidenschaft fürs Segeln entsprang. Seine praktischen Erfahrungen festigte er über die Jahre mit dem Erwerb des SKS und zahlreichen Meilen als Skipper auf Charteryachten im Ijsselmeer, der Nordsee sowie im Mittelmeer. Nach seinem Studium der Publizistik schlägt er nun die Brücke zwischen dem journalistischen Handwerk und der Praxis auf dem Wasser und bringt seine Begeisterung für den Sport als Volontär in die Redaktion der YACHT ein.

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