Riva 58' CapriDie neue Generation sportlicher Open-Yachten

Ralf Marquard

 · 03.07.2026

Was gibt es Schöneres? Die Riva gleitet sicher und weich über die Wellen des Mittelmeers.
Photo: Riva Yacht
​Die neue Riva 58' Capri ist die Weiterentwicklung der 56' Rivale und übernimmt zudem Designelemente der größeren 68' Diable. Sie vereint Performance, Komfort und Eleganz.

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​Die Riva-Werft läutet mit der 58' Capri eine neue Generation sportlicher Open-Yachten ein. Als Weiterentwicklung der gefeierten 56' Rivale und inspiriert vom Styling-Erfolg der 68' Diable soll das neue Riva-Eigner ansprechen, die pures Open-Feeling mit der Wohnlichkeit einer größeren Yacht verbinden wollen.

Bei der Entwicklung der neuen Riva haben Mauro Micheli und Sergio Beretta, die Gründer von Officina Italiana Design, mit der Ferretti-Konstruktionsabteilung und dem Strategic Product Committee (geleitet von Piero Ferrari) zusammengearbeitet. Herausgekommen ist dabei eine sportliche Yacht mit elegantem Aussehen: Das Hardtop passt sich perfekt den Bootslinien an. Der in sogenanntem Shark Grey lackierte Rumpf mit Bright-Black-Details tut ein Übriges. Die seitlichen Lufteinlässe in Rumpffarbe unterstreichen die Eleganz der Linienführung zusätzlich.

Am Heck findet man eine Garage für einen Williams-TurboJet-325-Tender. Zu beiden Seiten der Tür führen jeweils drei Stufen ins Cockpit. Der Clou: An Backbord tauchen diese Stufen beim Absenken der Badeplattform teilweise unter und geben weitere Stufen frei – ein praktischer Weg, um ins Wasser und zurück aufs Boot zu kommen. Eine Heckdusche gehört zum Standard, ebenso die lange Badeleiter.

Das Cockpit der Riva 58' Capri

Das Cockpit selbst ist das Herzstück des Bordlebens. Dort empfängt der Riva-Eigner seine Gäste in einem großzügigen, durch das Hardtop geschützten Bereich. Ein eingebautes Softtop lässt sich elektrisch öffnen, um Licht und frische Luft ins Cockpit zu lassen. Achtern steht eine große Sonnenliege mit einer Lehne, die den vorderen Bereich für einen Sitz bereithält. An Backbord schließt sich eine L‑förmige Sitzgruppe mit Klapptisch und noch weiter nach vorn eine erhöhte L-förmige Liege an. Steuerbords komplettiert eine Wetbar mit Spüle, Eiswürfelbereiter und optional einem Kühlschrank den gemütlichen Cockpitbereich. Der verfügt außerdem über eine externe Klimaanlage, und ein Lufteinlass im vorderen Verdeck­bereich kann zur natürlichen Belüftung beim Ankern geöffnet werden.

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Im Bug bringt Riva eine große Sonnenliege unter, die sich durch ein spezielles Sonnentop beschatten lässt. Davor liegt eine begehbare Glasfläche mit Anti-Rutsch-Beschichtung, durch die natürliches Licht in die darunterliegende Gästekabine fällt. In diesem Bereich sitzt auch das typische Riva-Signalhorn.

Der Weg unter Deck führt über einen sicheren Niedergang. Das Innenlayout setzt auf neue Materialien und Farben. Der Eigner kann zwischen matten hellen oder dunklen polierten Hölzern wählen. Auf unserem Testboot dominiert hochglänzendes Chocolate Wenge, das mit verspiegelten Flächen und Edelstahl-Details alterniert.

Steuerbords steht ein komforta­bles L-förmiges Sofa an der Bordwand, ergänzt durch einen Hocker und einen Tisch. Gegenüber an Backbord findet sich großzügiger Stauraum, in dem auch der TV-Bildschirm untergebracht ist. Weiter vorn schließt sich die komplett ausgerüstete Pantry mit Corian-Arbeitsplatte an. Das praktische Tagesbad liegt ebenfalls am Eingang zu diesem Bereich.

Durchdachte Details in der Eignerkabine

Der Schlafbereich besteht aus drei Kabinen. Die Eignerkabine achtern bietet eine gemütliche Atmosphäre, und der Raum verfügt über durchdachte Details, um die Fläche optimal zu nutzen. Das Doppelbett liegt quer, flankiert von zwei seitlichen Schränken. Ein direkter Zugang zur gut aufgeteilten Eigner-Nasszelle versteht sich von selbst. Die geräumige, lichtdurchflutete VIP-Kabine im Bug verfügt ebenfalls über ein eigenes Bad mit Dusche. Die dritte Kabine ist in der Standardversion für ein einzelnes Crewmitglied vorgesehen, mit eigenem Bad und direktem Zugang zum Cockpit. Auf Wunsch lässt sie sich als eine weitere Gästekabine mit zwei Etagenbetten und direktem Zugang vom Flur des Unterdecks bestellen. Staumöglichkeiten gibt es im gesamten Boot passend verteilt.

Der technisch gut ausgestattete Fahrstand bietet einen Sportsitz, dessen vorderes Polster sich zum bequemen Fahren im Stehen hochklappen lässt. Eine Fußstütze ist direkt am Sitzgestell integriert. Die Werft stattete die Instrumententafel der Test-Riva mit drei Simrad-Monitoren, Kompass und gut bedienbaren Druckschaltern aus. Zum Bedienen stehen eine Sportlenkung, eine Doppelschaltung und ein Joystick-System (gegen Aufpreis) zur Verfügung.

Die Testfahrt mit der Riva 58' Capri

Wie gut die Manövrierhilfe – mit Ansteuerung von Bug- und Heckstrahlrudern sowie der Doppelmotorenanlage – funktioniert, erfahren wir beim Ablegen und Fahren aus dem Hafen von La Spezia. Alles verläuft völlig entspannt und exakt. Hinter der Marina lassen wir die beiden Motoren mit 600 Umdrehungen pro Minute laufen; die Fahrt liegt bei etwa 7 Knoten und der Verbrauch um 2,02 Liter pro Seemeile.

Zum Trimmen installiert die Werft auf dem Boot ein Humphree-Automatiksystem mit Interceptors, die das Testboot bei den unterschiedlichsten Geschwindigkeiten immer in die optimale Lage bringen und auch Rollbewegungen ausgleichen können. Die Übergangsphase von Verdränger- in Gleitfahrt beginnt bei knapp 1.000 Umdrehungen. Die Sicht bleibt dabei gut, und man kann ungetrübt durch die Windschutzscheibe nach vorn schauen, was auch bei Regenwetter gilt, denn zwei stabile Scheibenwischer mit Waschanlage sorgen für den klaren Blick. Als Cruising-Speed empfiehlt die Werft 31 Knoten (vorläufige Angabe) – in dieser Situation drehen die Motoren 2.000 Umdrehungen pro Minute und der Verbrauch liegt bei 11,9 Liter pro Seemeile, daraus ergibt sich mit dem Tankvolumen von 2.300 Litern abzüglich 15 Prozent Reserve eine Reichweite von 164 Seemeilen. Mit Vollgas erreichten wir am Testtag 38 Knoten, und der Verbrauch lag bei 480 Litern pro Stunde.


Messergebnisse

Drehzahl U/minGeschw. knGeschw. km/hVerbrauch l/hReichweite smReichweite kmLautstärke dB(A)
60071314,29661.79065
1.0001018,56629654872
1.5001833,319015834376
1.7502546,327018133578
2.000*3157,437016430380
2.2503666,743616229982
2.3603870,448015528783

* Hier liegt die von der Werft empfohlene Cruising-Geschwindigkeit (vorläufige Angabe). Gemessen mit fünf Personen an Bord, leichtem Wellengang und 2 Beaufort Wind. 44 Prozent Diesel im Tank.


​Bei schnellen Fahrmanövern zieht das Boot problemlos in die Kurve, bleibt dabei sehr stabil und dreht sicher und weich seine Runden. Wer Slalom fahren möchte, muss schon kräftig am Steuer drehen, um eine Reaktion zu erzielen. Auch bei abrupten Lenkbewegungen fährt das Boot sicher.

Wellen und Wind hatten wir nur wenig, lediglich etwas alte See mit restlicher Dünung gab es auf dem Mittelmeer. Diese durchfährt der Riva-Rumpf weich und kursstabil. Ein Seakeeper-NG6-Kreiselstabilisator kann installiert werden und sorgt sowohl vor Anker als auch in Fahrt für ein angenehmes Gefühl mit viel Komfort.

Riva 58' Capri kommt mit positiven Eigenschaften

Die Verarbeitung macht einen erstklassigen Eindruck: Die Yacht überzeugt auf den Oberflächen mit einer glänzenden Lackierung, die Polster zeigen ebenfalls eine gute Verarbeitung. Gleiches gilt für das Interieur: Hier fallen Spaltmaße und die makellosen Oberflächen sowie die gesamten Verkleidungen positiv auf. Festgemacht wird die Riva an soliden Beschlägen und ein Anker lässt sich per Elektro-Winsch bedienen.

Der Motorraum ist über zwei Zugänge mit Leiter gut erreichbar. Dort unten stehen in der Standardausführung zwei MAN V8-1000 (1.000 PS), in unserem Testboot sind zwei optionale MAN-V8-Moto­ren mit 1.200 PS eingebaut. Leitungen und Aggregate sind sauber und fachmännisch installiert. Pluspunkte erhalten auch die Feuerlöschanlage, fernschaltbare Batteriehauptschalter und Kraftstoffabsperrhähne. Pro Motor gibt es Dieselfilter in doppelter Ausführung. Die 12V-Versorgung übernehmen insgesamt neun 180-Ah-Batterien.


BOOTE-Bewertung

​Die Riva 58' Capri ist eine schicke Yacht, die mit guten und sportlichen Fahreigenschaften überzeugt. Sie bietet reichlich Platz zum gemütlichen Sonnenbaden und Entspannen und eignet sich für Badetouren ebenso wie für Reisen auf hoher See.

​Konstruktion und Konzept

Viel Platz und Komfort

Elegantes Design

Gut ausgestatteter Außenbereich

Fahren und Steuern

Einfaches Manövrieren

Gute Fahreigenschaften

Wohnen und Ausbauqualität

Gemütliche Kabinen

Drei Nasszellen

Saubere Verarbeitung

Ausrüstung und Technik

Schiebbares Softtop im Dach

​(+) Übersichtliche feste Installationen im Motorraum

​(+) Feuerlöschanlage


Die Riva 58' Capri im Detail

boot/screenshot-2026-07-01-145809_931a849f8f56bf294005919b28b87a11Photo: Marc André Bergmann

Technische Daten

  • CE-Entwurfskategorie: A / 14
  • Gesamtlänge: 17,27 m
  • Breite: 4,74 m
  • Tiefgang: 1,60 m
  • Durchfahrtshöhe: k. A.
  • Gewicht: 27,9 t
  • Motorisierung: min. 2 x MAN V8-1000 mit 735 kW (1.000 PS)
  • Motorisierung: max. 2 x MAN V8-1200 mit 882 kW (1.200 PS)
  • Kraftstofftank: 2.300 l
  • Wassertank: 530 l
  • Fäkalientank: 170 l
  • Warmwasser: 50 l
  • Batterien: Service 4 x 180 Ah, Starter 4 x 180 Ah, Generator 1 x 180 Ah
  • Kojen: 6
  • Kilogramm pro PS: 11,63
  • ​Händlernachweis: riva-yacht.com

Motor

  • Hersteller: MAN
  • Typ: V8-1200
  • Anzahl: 2
  • Leistung: 882 kW (1.200 PS)
  • Volllastdrehzahl: 2.300 U/min
  • Zylinder: V8
  • Hubraum: 16,16 l
  • Kraftstoff: Diesel

​Heckmaße

  • Länge: 6,40 m
  • Breite: 2,87 m

​Laufdeck

  • Seitendeck: 0,24 m
  • Höhe Reling: 0,70 m
  • Belag: Teak

​Schalldruck

​Bei einer Marschfahrt von 2.000 Umdrehungen in der Minute und einer Geschwindigkeit von 31 Knoten ist das Boot durchschnittlich leise. 80 dB(A) waren am Fahrstand messbar.


​Standardausrüstung

​Fahrersitz, Beifahrersitz, Sitz/Sonnenliegen im Cockpit, Sitz/Sonnenliege im Bugbereich, drei Kabinen, drei Nasszellen, Loungeeinheit im Salon, zwei Doppelkojen, Pantryeinheit, Galley, Badeplattform, Badeleiter, Heck­dusche, Ankergeschirr, Hardtop mit Schiebedach

​Bauweise

​Die Riva 58' Capri wird aus faserverstärktem Kunststoff in modernsten Fertigungsverfahren produziert. Der Rumpf erhält eine hochwertige ­Außenlackierung.

​Manövrierhilfe

​Auf der Zubehörliste steht das Joystick-System. Damit lässt sich die Riva exakt und sicher an- und ablegen.

Stabilisierungssystem

Optional lässt sich ein Seakeeper-NG6-Kreiselstabilisator einbauen, der Rollbewegungen sowohl vor Anker als auch während der Fahrt minimiert und so den Komfort an Bord deutlich erhöht.

Motorisierung

Als Standardmotorisierung werden zwei MAN-V8-1000-Motoren (1.000 PS) geliefert. Optional gibt es die Doppelmotorisierung mit MAN-V8-1200-Motoren (1.200 PS).


​Preis und Ausstattung der Riva 58' Capri

  • Preis: ca. 3,5 Mio. Euro
  • ​Komfort-Ausstattung: Joystick-System Preis a. A., Elektr. Ankerwinsch inkl., Bugstrahlruder inkl., Belag Cockpit inkl., Hardtop inkl., UKW-Funkgerät inkl., Autopilot inkl., Kartenplotter inkl., Ladegerät inkl., Landanschluss inkl., 230-Volt-Steckdose inkl., Klimaanlage inkl., Druckwassersystem inkl., Warmwasserboiler inkl., Duschen inkl., Außendusche inkl.

Alternativen am Markt

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Die 18 Meter lange Azimut repräsentiert modernes italienisches Design. Carbon-Hardtop und große Glasflächen schaffen eine einzigartige Verbindung zwischen Innen und Außen. Preis: auf Anfrage


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Die Sunseeker verbindet britischen Luxus mit mediterranem Lifestyle-Gefühl. Mit der kraftvollen Motorisierung spricht sie performance-orientierte Eigner an. Preis: auf Anfrage


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Ralf Marquard

Ralf Marquard

Deputy Editor in Chief BOOTE

Ralf Marquard discovered his enthusiasm for boating on the tranquil Aller, first with inflatable boats and later with a 6-meter cabin cruiser. His electrical engineering studies at HAW Hamburg took him from the southern Heidekreis (Lower Saxony) to the Hanseatic city. Ralf Marquard has been working for the BOOTE editorial team since 1997, where he trained as a test editor. He tests both small inflatable boats and larger yachts. His personal boat is a 4.50 meter long, self-built wooden boat with a 50 hp outboard motor. In 2007, he was appointed deputy editor-in-chief at BOOTE.

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