In einen besonders engen Dialog gelangten das Innere und das Äußere durch den ganzheitlichen Gestaltungsauftrag an Nuvolari Lenard. Wobei Valentina Zannier wie für NL üblich das Interieur entwarf. Cremetöne setzen den Grundton, und als Gegenpol tritt Pfauenblau auf die Bühne, mal als Kissen-Akzent (selbst in der Crew-Messe) oder als Möbeloberfläche in einer der VIP-Kabinen. Zannier brachte große Materialvielfalt an Bord von „Amor à Vida“. Das Hauptelement bildet helles Bergahornholz, dessen charakteristischer Schnitt die Maserung mit einem dreidimensionalen Effekt hervorhebt und Oberflächen gleichermaßen Tiefe und Dynamik verleiht. In Opposition dazu geht Teakholz, das sich mit einer wärmeren, maritimen Note einbringt. Schiffig wirken zudem Messingdetails an Einzelmöbelstücken, die mit Wildleder verkleidete Decken und goldbraunes Holzparkett einrahmen.
Für die Bäder wurden Natur-Marmore wie Onyx, Travertin und das Quarzit Taj Mahal mit zurückhaltender Maserung ausgewählt. Geriffelt tritt der Stein im Eigner-Badezimmer auf, das auf eine strikte Zweiteilung für Sie und Ihn zugunsten des gegenüberliegenden Büros verzichtet. Dan Lenard ordnet ein: „Insgesamt strahlen die Innenräume eine ruhige Gelassenheit aus. Sehr helle Farben, luftige Proportionen und ein gekonnter Einsatz des durch die großzügigen Fenster einfallenden Tageslichts. Die Opulenz des Gesamtkonzepts zeigt sich in der Qualität edler Materialien, der Komplexität des Designs und der hervorragenden Ausführung der Oberflächen durch die Werft, wodurch eine perfekte Balance zwischen Raffinesse und Maßarbeit erreicht wird.“
Das Layout fällt für dieses Größensegment klassisch aus: Das Oberdeck ist weitestgehend Eignerland mit Suite ganz vorn, darunter verteilen sich zwei VIP-Kammern und vier Gästekabinen auf das Unterdeck. Damit toppen die 68 Meter das Raumangebot von 74-Meter-Modellen, die vor zehn Jahren den Markt bereicherten. Mit größeren Yachten kann es auch „Amor à Vidas“ halbrunde Lobby mittschiffs aufnehmen, deren Lift vier Decks verbindet und an die sich auf dem Hauptdeck der Salon mit TV-Lounge, Bar und nach achtern abschließendem Speiseplatz anschließt. An maßgefertigten Einrichtungsgegenständen überwiegen abgerundete Formen, ergänzt durch Stücke italienischer Designmarken.
Werft und Eigner legten ebenso Wert auf technische Tiefe, wie sie nordeuropäische Bauplätze bieten. Mit einem ausgeklügelten Mechanismus, der sich sonst auf 80-Meter-plus-Formaten findet, lässt sich die Heckklappe in der Badeplattform versenken. Ein hybrides Antriebssystem soll die Kraftstoffeffizienz sowohl der MTU-Motoren als auch der CAT-Generatoren erhöhen und für geräuscharme Fahrt sorgen. Zwei Duos aus 1.500 Kilowatt starken Zwölfzylindern und Wechselstrommotoren von Siemens Energy mit jeweils 200 Kilowatt Leistung verhelfen dem Stahlrumpf zu einer flotten Verdrängerfahrt von bis zu 16 Knoten.
Vergnügen und Fortschritt verbindet das Wärmerückgewinnungssystem von „Amor à Vida“. Es verwendet überschüssige Wärme für die Pools und das gesamte Sanitärsystem wieder und senkt sowohl Energieverbrauch als auch Betriebskosten. Gleichzeitig stellt die Anlage sicher, dass Wasser schnell und kontinuierlich auf der gesamten Yacht für verschiedene Zwecke verfügbar ist, darunter auch die Reinigung der Decks. Dass die diversen Systeme ihre Wege an Bord fanden, hat mit Moran Yacht & Ship zu tun. Die Bauüberwacher aus Florida erstellten nicht nur die technischen Spezifikationen und handelten die Kosten für die Innenausstattung aus, sie koordinierten auch die Audio-/Video-, IT- und Sicherheitssysteme und wählten Tender und Wasserspielzeug aus.
Im Vorschiff verschwinden eine 35 Knoten schnelle Custom-Limousine, ein Sechs-Meter-RIB mit Ski-/Wakeboard-Pole und Jetskis. Im Beachclub lagern Wasserfahrräder, Wakeboards, Kajaks, Seabobs und Tauchausrüstung. An Riffe oder Strände bringt das Chaseboot, eine Mag Bay 43 CC. Die Mittelkonsole fährt vor oder wird mit hochgefahrenen Verados geschleppt. Angesichts dieser Spaßflotte verwundert es nicht, dass über Moran Yacht & Ship bis zu zwölf Gäste ab 740.000 Euro pro Woche an Bord kommen, im Winter in der Karibik, sommers im Mittelmeer – stets mit viel Zeit im Freien.

Stellvertretender Chefredakteur BOOTE EXCLUSIV