HiddenseeRettungseinsatz nach vermeintlichen Wassereinbruch

David Ingelfinger

 · 02.07.2026

Hiddensee: Rettungseinsatz nach vermeintlichen WassereinbruchPhoto: Die Seenotretter – DGzRS
Der Seenotrettungskreuzer “Nis Randers” ging rund eine halbe Stunde nach dem Notruf bei der manövrierunfähigen Yacht längsseits.
Ein vermeintlicher Wassereinbruch löst am späten Abend des 30. Juni einen Rettungseinsatz vor Hiddensee aus. Nach einem plötzlichen Maschinenausfall bemerkte die zweiköpfige Besatzung rund 1,6 Seemeilen vor der Küste einlaufendes Wasser im Rumpf und rief die Rettungsleitstelle in Bremen um Hilfe.

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Gegen 20.15 Uhr ging der Notruf bei der Rettungsleitstelle See (MRCC) in Bremen ein. Die Besatzung bemerkte abseits der Küste Hiddensees Wasser im Rumpf, während zeitgleich die Antriebsmaschine komplett ausfiel. Der Seenotrettungskreuzer „Nis Randers“ von der Station Darßer Ort/Prerow lief umgehend mit Verdacht auf einen Wassereinbruch aus und erreichte den Havaristen etwa eine halbe Stunde später, um das Eignerpärchen samt Yacht sicher nach Barhöft zu schleppen. Vor Ort stellte sich die Lage zum Glück als undramatisch heraus, da kein struktureller Rumpfschaden vorlag.

Motorstopp wendete Gefahr ab

Wie sich vor Ort herausstellte, war der Wassereinbruch weniger dramatisch als zunächst erwartet. Die Ursache lag in einer Leckage des Wärmetauscher des Motors. Solange die Maschine lief, saugte die mechanische Impellerpumpe kontinuierlich Seewasser an und pumpte es durch das Leck direkt in den Motorraum. Sobald der Motor abgestellt wurde, stoppte auch die Seewasserpumpe, wodurch kein Wasser mehr in die Bilge lief. Ein Wassereinbruch lag also nicht vor.

Maßnahmen der DGzRS

Ein Einsatz der DGzRS-Lenzpumpe war nicht notwendig. Da der Motor wegen des defekten Wärmetauschers nicht wieder gestartet werden konnte, nahmen die Seenotretter die etwa neun Meter lange Segelyacht auf den Haken und schleppten sie nach Barhöft. Jeder weiterer Startversuch hätte ohnehin erneut Wasser in die Bilge befördert

Richtiges Verhalten im Ernstfall

In diesem Fall lag kein großer und gefährlicher Schaden vor. Was aber ist zu tun, wenn tatsächlich ein Wassereinbruch festgestellt wird?

Wenn bei einem echten Leck Wasser über die Bodenbretter schwappt, müssen motor- oder elektrobetriebene Lenzpumpen sofort aktiviert werden, um wertvolle Zeit für die Lecksuche zu gewinnen. Ein einlaminierter Plan hilft der Crew, in der Hektik alle Borddurchlässe, Seeventile, Ruderkoker und Kielbolzen systematisch zu prüfen.

Ist die Schadstelle lokalisiert, muss der Einstrom umgehend mit Bordmitteln wie Leckpfropfen, Kojenpolstern oder pastösen Not-Dichtmassen gestoppt werden. Wie genau die Rettung in so einem Fall gelingt können Sie hier nachlesen.


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Weit entfernt von den Küsten im Rhein-Main-Gebiet aufgewachsen, fand David Ingelfinger erst im Alter von elf Jahren auf den niederländischen Gewässern zum Segelsport. Was als Familienurlaub ohne großartige Vorkenntnisse begann, mündete in einer steilen Lernkurve, aus der die dauerhafte Leidenschaft fürs Segeln entsprang. Seine praktischen Erfahrungen festigte er über die Jahre mit dem Erwerb des SKS und zahlreichen Meilen als Skipper auf Charteryachten im Ijsselmeer, der Nordsee sowie im Mittelmeer. Nach seinem Studium der Publizistik schlägt er nun die Brücke zwischen dem journalistischen Handwerk und der Praxis auf dem Wasser und bringt seine Begeisterung für den Sport als Volontär in die Redaktion der YACHT ein.

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