Hidden gems of the Baltic SeaBomarsund on Åland – where Russia’s Tsar gambled away his fortune

Christian Tiedt

 · 24.06.2026

Hidden gems of the Baltic Sea: Bomarsund on Åland – where Russia’s Tsar gambled away his fortunePhoto: Christian Tiedt
Ruine des Notvikstornet, der Teil der Festung Bomarsund war aber isoliert stand.
Dass die Ålandinseln so idyllisch sind, hat einen Grund: Militär sucht man dort vergeblich. Den Grund dafür liefert ausgerechnet eine Festungsruine - im winzigen Bomarsund.

Bomarsund lässt sich leicht übersehen: Gut versteckt von Wald umgeben, liegt es im äußersten Osten der Hauptinsel Ålands, an der gleichnamigen Meerenge. Doch was heute nur einer von vielen Sunden im Revier ist, war einst von so großer strategischer Bedeutung, dass der russische Zar, zu dessen Reich Åland Mitte des 19. Jahrhunderts gehörte, mitten im Nirgendwo eine riesige Festung errichten ließ.

  • Name: Bomarsund, Insel Fasta Åland, Åland (autonomer Teil Finnlands)
  • Lage: Ålandsee zwischen nördlicher Ostsee und Bottensee
  • Position: 60°13'07"N, 020°13'56"E
  • Entfernung vom Leuchtturm Kiel: 530 Seemeilen

Highlights: Festung und Museum

Dass ausgerechnet eine militärische Auseinandersetzung um eine ganz andere, weit entfernte Halbinsel die großen Pläne zunichte machte, wurde trotz aller Tragik zum Glück für Åland. Das war passiert: Der 1853 begonnene Krimkrieg hatte auch auf Ostsee Auswirkungen gehabt. Höhepunkt der Kampfhandlungen, bei denen sich Russland immer weiter in der Defensive sah, war der Angriff eines britisch-französischen Geschwader mit zehntausend eingeschifften Soldaten im Jahr 1856.

​Süden war die Richtung, aus der man die gegnerischen Schiffe erwartete. Dorthin richtete sich die halbkreisförmige Wehrmauer, gespickt mit Dutzenden schwerer Geschütze. Dass der Feind dann über Land von hinten kam, von der ungeschützten Seite, und kann man als Ironie bezeichnen. Die Festung musste schnell kapitulieren. Infotafeln im Gelände zeigen die absurde Größe der Anlage. Nach der Niederlage wurde sie geschleift und ein Neubau verboten.

Seitdem ist Åland vollständig demilitarisiert, ein Zustand, der bis heute - längst als autonomer Teil eines unabhängigen Finnlands - durch alle weiteren Kriege und Konflikte bewahrt werden konnte. Ein modernes Besucherzentrum stellt die historischen Zusammenhänge multimedial dar. Die nach der systematischen Zerstörung verbliebenen Mauersegmente ragen wie Felsen aus der Wiesenlandschaft, noch immer imposant.

Für Gastlieger: Bomarsund Gästhamn

Der Naturhafen für Gäste befindet sich am südlichen Ende der Bucht Notviken in wunderschöner Lage. Er besteht aus einem Holzsteg am östlichen Felsufer, vor dem ein gutes Dutzend Heckbojen liegt. Wasser und Strom sind vorhanden. Der Weg zur Festung führt nach Süden über einen Naturcampingplatz, das Besucherzentrum ist etwa 800 Meter vom Hafen entfernt.

Gasthafen von Bomarsund, Blick nach Nordosten. Hinten in der Mitte der Notvikstornet. Festung und Besucherzentrum befinden sich rechts des Bildes.Photo: Christian TiedtGasthafen von Bomarsund, Blick nach Nordosten. Hinten in der Mitte der Notvikstornet. Festung und Besucherzentrum befinden sich rechts des Bildes.

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Editor Travel

Christian Tiedt was born in Hamburg in 1975, but grew up in the northern suburbs of the city - except for numerous visits to the harbor, North Sea and Baltic Sea, but without direct access to water sports for a long time. His first adventures then took place on dry land: With the classics from Chichester, Slocum and Co. After completing his vocational training, his studies finally gave him the opportunity (in terms of time) to get active on the water - and to obtain the relevant licenses. First with cruising and then, when he joined BOOTE in 2004, with motorboats of all kinds. In the meantime, Christian has been able to get to know almost all of Europe (and some more distant destinations) on his own keel and prefers to share his adventures and experiences as head of the travel department for YACHT and BOOTE in cruise reports.

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